Prozess

Beziehungskrise endet vor dem Amtsgericht

Richter können Streit nicht aufklären – Verfahren eingestellt

Von Wolfgang Weitzdörfer

Wermelskirchen. Das große Unwissen und einige Ungereimtheiten – das ist die Bilanz einer Verhandlung vor dem Amtsgericht gegen einen 52-jährigen Wermelskirchener. Ihm wurde vorgeworfen, am 1. August vergangenen Jahres nach Mitternacht eine Fensterscheibe im Erdgeschoss des Wohnhauses seiner damaligen Partnerin eingeworfen zu haben – und auch diverse Beleidigungen gerufen zu haben. Dass er vor Ort gewesen sei, räumte der Angeklagte ein. „Ich wollte aber nur meinen Schlüssel holen, da ich von der Beziehung genug hatte. Ich konnte nicht in das Haus, da der Schlüssel von innen steckte – da bin ich um das Haus herum, habe an das Fenster geklopft und dann von drinnen das große Stöhnen gehört“, sagte der 52-Jährige. Dann sei er gegangen.

Bei der Polizei allerdings hatte er angegeben, dass „es mir leidtut und dass ich für den Schaden aufkommen werde“. Das hielt ihm jetzt die Richterin vor. „Wofür haben Sie sich entschuldigt ? Und welchen Schaden meinen Sie ?“

Für sein Verhalten wolle er sich entschuldigen. Was den Schaden angehe, erklärte der Angeklagte, dass er danach im Krankenhaus gewesen sei – und sich nicht wirklich erinnern könne. Seine Aussagen sorgten nicht dafür, dass der Ablauf an besagtem Abend klarer wurde. Allerdings beharrte der 52-Jährige darauf, dass er nichts kaputtgemacht habe. Weiterhelfen konnte da auch nicht die 46-jährige Geschädigte, die als Zeugin gehört wurde.

Denn sie sagte nur aus, dass sie ihren heutigen Ex-Freund zwar an der Stimme erkannt, ihn aber nicht gesehen habe. Und sie habe auch nicht gesehen, dass er die Scheibe eingeschlagen hätte.

400 Euro an die Flüchtlingshilfe

Auf die Frage, ob sie einen Grund für das angeklagte Verhalten angeben könne, sagte die Wermelskirchenerin: „Vielleicht hat er mich mit seinem Neffen gehört, der an diesem Abend bei mir war.“

Kaum zur Aufklärung beitragen konnte die Tatsache, dass der Angeklagte die Rechnung für das zerstörte Fenster – das er nach seiner Aussage nicht zerbrochen hatte – bezahlt hatte. Die Zeugin berichtete zudem von Blumen im Briefkasten und einer Entschuldigung. Das alles ergab in der Summe ein Ergebnis, dass das Verfahren gegen 400 Euro an die Flüchtlingshilfe eingestellt wurde.

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