Gaskrise

BEW-Chef gibt Tipps zum Sparen

Im eigenen Heim kann man einiges an Energie einsparen.
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Im eigenen Heim kann man einiges an Energie einsparen.

Häufig lauern die Energiefresser im Haushalt dort, wo man es nicht unbedingt erwartet

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Eine Duschuhr, sagt BEW-Chef Jens Langner, brauche er nicht. „Ich dusche seit jeher kurz“, verrät er lachend. Ansonsten empfiehlt er als Fachmann des größten Stromversorgers im Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreises den Gas- und Stromkunden aber schon, auf den eigenen Energieverbrauch zu achten. „Man kann da schon einiges einsparen“, sagt er.

Beispiel alte Elektrogeräte: „Einige haben ja noch so einen alten Kühlschrank von Oma im Abstellraum oder Keller, um Getränke zu kühlen; da empfiehlt es sich, den abzustellen und nur bei Bedarf laufenzulassen“, rät Langner. Generell seien es oft veraltete Elektrogeräte, die besonders viel Energie fressen würden.

Aber auch auf die kleinen Dinge komme es im Haushalt an: „Vielen ist gar nicht so bewusst, dass das Ladegerät für das Smartphone auch Strom frisst, wenn es ungenutzt eingestöpselt bleibt.“ Da gilt also am besten: Stecker ziehen.

Viele Haushaltsgeräte sind richtige Stromfresser, auch wenn sie nur selten genutzt werden. Die BEW verleiht deshalb Strommessgeräte. Damit können Nutzer ganz einfach ihre Haushaltsgeräte bis zu einem Anschlusswert von 4000 Watt überprüfen und feststellen, wo der Stromverbrauch am höchsten ist und was vielleicht eingespart werden kann.

Am besten beim Heizen sparen

Am wirksamsten lasse sich indes im Haushalt Energie einsparen, wo der Verbrauch am höchsten sei: beim Heizen. „Es hilft, die Heizung regelmäßig zu entlüften, aber auch, bei Bedarf warten zu lassen“, sagt Langner. Allerdings könne jeder auch mit seinem Nutzerverhalten dazu beitragen, dass nicht unnötig viel Heizenergie verbraucht wird.

Bei der BEW wird bereits Energie gespart, indem die Heizperioden angepasst wurden. Langner: „Wir beginnen später mit dem Heizen und drehen die Heizung früher ab. Und wir ziehen uns eben auch während der Arbeitszeit ein wenig wärmer an.“

Klingt profan, Jens Langner ist aber überzeugt, dass schon mit wenig angepassten Schritten viel einsparen lässt – auch in privaten Haushalten.

Das Doppelte an Abschlag, damit muss wohl im kommenden Jahr fast jeder rechnen, prophezeit Langner. Die Menschen sollen aber auch entlastet werden. In einem ersten Schritt soll der Staat die Abschlagszahlungen für diesen Dezember übernehmen, wie der Bund bereits vor mehreren Wochen kommuniziert hat. Die Einmalzahlung soll auf der Basis des Verbrauchs ermittelt werden, der der Abschlagszahlung im September zugrunde lag. Für Industrie-Gaskunden solle es ab Januar für 16 Monate für 70 Prozent des Vorjahresverbrauchs einen festen und damit gedeckelten Preis von sieben Cent pro Kilowattstunde geben.

Gaspreisdeckel soll Verbraucher entlasten

Und: Es gibt den sogenannten Gaspreisdeckel. Heißt: Für private Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen soll es ab März für 14 Monate einen Deckel von 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs für zwölf Cent geben. Oberhalb dieses Kontingents sollen Marktpreise gelten. Das Grundkontingent soll bei 80 Prozent des Verbrauchs liegen, der der Abschlagszahlung für September 2022 zugrunde lag.

Langner ist für die Zukunft optimistisch: „Ich denke, dass sich die Preise auf dem Energiesektor langfristig wieder einpendeln werden. Dafür spricht derzeit viel auf dem Weltmarkt.“

Die Verbraucher seien indes stark verunsichert. „Wir haben so viele Anfragen wie nie zuvor. Und die können wir natürlich nur sukzessive abarbeiten.“ Deshalb verweist die BEW auf ihre zahlreichen Infos auf der Website und in den sozialen Medien wie Facebook oder Instagram, wo der Energieversorger regelmäßig Energiespartipps veröffentlicht.

Der Wechsel zu erneuerbaren Energien sei zudem immer empfehlenswert. Photovoltaik-Anlagen etwa würden sich für Eigenheimbesitzer anbieten. Allerdings müssen die derzeit mit langen Wartezeiten rechnen. „Sechs bis zwölf Monate sind die Regel“, sagt Langner, „denn die Zulieferfirmen haben bekanntlich alle Lieferprobleme. Aber das Warten lohnt sich. Der Umstieg auf erneuerbare Energie wird ja auch mit Förderprogrammen bezuschusst und zahlt sich langfristig sehr sicher auch für Privatleute aus.“

Mehr Infos

Die BEW gibt unter der Internetadresse https://www.bergische-energie.de/energiesparen regelmäßig Tipps zum Energiesparen und verlinkt dort auch auf entsprechende Seiten. Zudem gibt es Infos in den Social-Media-Kanälen auf Facebook und Istagram des Stromversorgers aus dem Bergischen Land.

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