Energie

BEW bietet der Stadt Kauf-Alternativen für Strom

Nicht nur Wermelskirchen, sondern auch viele andere Kommunen sogen sich wegen der Energiepreise.
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Nicht nur Wermelskirchen, sondern auch viele andere Kommunen sogen sich wegen der Energiepreise.

Hohe Preise werden zur Belastung für den Haushalt.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Hohe Wellen hat die außerordentliche Ratssitzung vom Dienstagabend noch Tage später geschlagen. Wie berichtet, hatte die Stadt dazu eingeladen, weil die Preisentwicklung für Strom und Gas derzeit so unkalkulierbar ist, dass die Preise zum Teil in schwindelerregende Höhen schnellen. Das bedeute, dass die derzeitige städtische Praxis der Strombeschaffung nicht mehr ohne Probleme möglich sei.

Die Entscheidung, wie die Stadt nun den immensen Preissteigerungen für Öl und Gas begegnen wolle, bekam die Öffentlichkeit nicht mehr mit, weil sie von der Sitzung ausgeschlossen wurde.

Später machte eine Aussage die Runde, die irritierte. Die Stadt wolle nun an sogenannten Spot-Märkten Strom beschaffen, hieß es aus Politikerkreisen. Aber was heißt das genau? Würde das das Ende der Zusammenarbeit mit dem Energieversorger BEW bedeuten, der bisher die städtischen Gebäude und Anlagen mit Strom und Gas belieferte? Nein, sagt BEW-Geschäftsführer Jens Langner auf WGA-Nachfrage deutlich. „Wir haben laufende Verträge mit der Stadt Wermelskirchen und die werden auch weiterlaufen. Wir werden die Stadt Wermelskirchen auch weiterhin mit Gas und Strom beliefern.“

Allerdings könne die BEW der Stadt – wie auch anderen Kunden – alternative Beschaffungswege anbieten. „Dazu gehört eben auch der Kauf an Spot-Märkten.“

BEW: Stadt ist zu 25 Prozent beteiligt

Neben dem Terminmarkt, bei dem Energie zu bestimmten Zeiten geordert und dann auch geliefert wird, seien auch für die BEW die Spot-Märkte eine Option, sich beliefern zu lassen. Langner: „Da besteht dann der Vorteil, dass man heute bestellen kann und morgen wird geliefert.“ Für den führenden Energielieferanten BEW, an dem die Stadt Wermelskirchen mit 25 Prozent beteiligt ist, sei das ein durchaus gängiges Geschäftsmodell. „Wir können dann jederzeit, wenn sich die Lage wieder beruhigt hat, wieder auf dem Terminmarkt kaufen“, sagt Jens Langner. Die Verwaltung äußerte sich auf Nachfrage wortkarg. Inhalte aus der nicht öffentlichen Sitzung wolle man „nicht preisgeben“, sagte der technische Beigeordnete Thomas Marner.

Aus der Politik werden indes Rufe nach Sparmaßnahmen laut. Oliver Platt (BüFo) forderte sogar eine Schließung des Hallenbades als „größtem Energiefresser“.

Andere sind da vorsichtiger. „Das wäre sicher eine der letzten Optionen, die wir haben“ , sagt Jochen Bilstein (SPD). „Aber wir müssen den Gürtel enger schnallen, das ist klar.“

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Sparen ist angesagt

anja.siebel@rga.de

Es ist kein alleiniges Wermelskirchener Problem. Die extrem schwankenden und zum Teil in schwindelnde Höhen steigenden Energiepreise bereiten vielen Kommunen Kopfzerbrechen. Klar, Energieversorger können reagieren, sich auf dem Markt flexibler bewegen und damit die Kunden entlasten. Aber das wird nicht reichen. Auch die Kommunen selbst werden den Gürtel enger schnallen müssen.

Und dabei gilt es, abzuwägen. Was kann man den Bürgern zumuten? Wo schmerzt es möglicherweise am wenigsten, wo kann man etwas abknapsen? Es wird Aufgabe von Politik und Verwaltung sein, diese Stellschrauben zu finden und dabei sensibel zu bleiben, auch für die Bedürfnisse der Bürger.

Auf jeden Fall sollten die Entscheidungen nicht im stillen Kämmerlein getroffen werden. Dass Vertragsinhalte in nicht-öffentlichen Sitzungen besprochen werden, ist nachvollziehbar. Über alles andere sollten auch die Bürger informiert werden.

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