Betagte Orgel schwächelt

Andreas Pumpa an der in die Jahre gekommenen Orgel.
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Andreas Pumpa an der in die Jahre gekommenen Orgel.

STADTKIRCHE Alle Register muss Kantor Andreas Pumpa ziehen, wenn er - bei gut besuchtem Gottesdienst - seine Orgel in der gesamten Stadtkirche ertönen lassen will. Die in die Jahre gekommene Orgel in der Stadtkirche schwächelt und kann ihre volle Klangfarbigkeit nicht mehr nutzen.

"Es ist schwierig, Lautstärke zu erzeugen."

Andreas Pumpa

Kantor Andreas Pumpa, der seit knapp zwei Jahren in Wermelskirchen an der Orgel-Tastatur sitzt - und darüber hinaus für die gesamte Kirchenmusik in der Stadtkirche verantwortlich zeichnet - hat sich für eine Renovierung des etwa 50 Jahre alten Instrumentes ausgesprochen. "Es ist schwierig, Lautstärke zu erzeugen", bemängelt der Kantor.

In den 60er Jahren war die Orgel der Stadtkirche zuletzt restauriert worden. Einen "technischen Neubau unter Verwendung des Orgel-Prospekts" nennt es der Fachmann. Der Prospekt der Orgel stammt noch aus der Barockzeit, erweitert wurde das Instrument mit SchleiflackSchränken.

In vier Werken, die von drei Tastaturen und einem Pedal angesteuert werden, beherbergt die Wermelskirchener Orgel weit über 1000 Orgelpfeifen. Aus Zinn-Blei-Legierungen, Holz oder Kupfer sind die Pfeifen gefertigt.

Pumpa vergleicht "seine" Orgel gern mit einem Auto, dessen Motor nicht mehr richtig rund läuft. "In der Orgel steckt mehr Potenzial, als man herausgeholt hat beim Bau", erklärt Andreas Pumpa. Der Kantor ist zwar selbst auch Orgel-Sachverständiger, aber für die "eigene" Orgel wurde ein Kollege mit der Erstellung des Gutachtens beauftragt.

Das Erstgutachten liegt inzwischen vor, ebenfalls ein Gutachten über die elektrischen Teile. "Das ist zwar seitens der Landeskirche optional, aber wichtig", so der Kantor.

"Ein wunder Punkt ist die sorglos verlegte Elektrik", sagt Pumpa, auf die Kabel im Orgelschrank deutend. Das ist ein wichtiger Teil der Renovierung. Weiterhin müssten Orgelpfeifen herausgenommen, gereinigt und klanglich optimiert werden. Auch das elektrische Windgebläse sei zu schwach. "Die Orgel geht in die Knie, wenn ich alle Register kräftig spiele", hat Pumpa festgestellt.

Auf mehrere zehntausend Euro schätzt Andreas Pumpa die Renovierungskosten für die Orgel. Aber auf eine Dauer von 50 Jahren umgerechnet, relativiere sich die Summe, hält der Kantor dagegen.

Der nächste Schritt im Weg zur Renovierung wird sein, den Sachverständigen mit der Aufstellung eines Leistungsverzeichnisses zu beauftragen. Sobald das Presbyterium dieses erhält, werde es an verschiedene Orgelbauer gesandt, die dann Angebote erstellen.

KANTOR

ANDREAS PUMPA Der Kirchenmusiker hat am 1. Mai 2013 seine Stelle in der Kirchengemeinde Wermelskirchen angetreten. Er ist außerdem im Auftrag des Landeskirchenamtes als Sachverständiger im Orgelbau tätig.

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