Rhombus-Gelände

Besucher strömen zu den Oldtimern

Nicht nur gut gepflegt, sondern richtig herausgeputzt und geschmückt wurde dieser Käfer präsentiert.
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Nicht nur gut gepflegt, sondern richtig herausgeputzt und geschmückt wurde dieser Käfer präsentiert.

Von Käfer oder Corvette bis hin zum Armeefahrzeug: erster Klassikertreff auf dem Rhombus-Gelände.

Von Stephanie Licciardi

Oldie but Goldie lautete wohl an diesem Vormittag das Motto auf dem Rhombus-Gelände an der Ecke Remscheider/ Dellmannstraße. Alles was vier Räder hatte, knatterte oder hupte, rollte auf das rund 3000 Quadratmeter große Areal.

So ziemlich jede bekannte Automarke war auf dem Rhombus-Gelände vertreten.

Von Käfer oder Corvette bis hin zum Armeefahrzeug: Beim ersten Klassikertreffen der Oldtimer gab es für die rund 300 Besucher einiges zu entdecken und bestaunen.

Organisator Sven Schulte, der das Treffen der Oldies gemeinsam mit Walter vom Stein auf das Rhombus-Gelände geholt hatte, zeigte sich zufrieden. „Die Idee zu dem Klassiktreffen stammt von mir selbst. Ich begeistere mich seit jeher für Oldtimer und da wir hier viel Platz haben, bot sich die Durchführung an.“

Bereits an der Einfahrt beginnt das große Schau-„Fahren“. So mancher Hingucker in türkis-blau oder rosa ist dabei, auch PS-Giganten wie ein Porsche Carrera RSR dürfen da nicht fehlen. So manches Schätzchen mit viel Power unter der Motorhaube reiht sich an Unimogs, Feuerwehrfahrzeuge oder US-Cars.

„Ich wäre 1938 fast in einem Ford Eifel zur Welt gekommen.“

Eberhard Engels

Der Wermelskirchener Eberhard Engels ist mit seinem mintblauen Ford Taunus 17 M dabei. „Seit 28 Jahren fahre ich den Taunus“, erzählt Engels stolz. Der Marke sei er stets treu geblieben. Sie prägte ihn von seiner Kindheit an. „Ich wäre 1938 fast in einem Ford Eifel zur Welt gekommen. Den fuhr mein Vater auch während und nach der Kriegszeit und daher kommt meine Faszination für die Marke“, lacht der 82-Jährige. 1992 entdeckte er den Taunus beim Autohändler. Die Lenkradschaltung, die durchgehende Sitzbank und jedes Detail erinnerte ihn an seine ersten Fahrzeuge. Selbst alte Prospekte hat Eberhard Engels über die Jahre gesammelt und aufbewahrt. „Hier kann man noch mal genau nachlesen, welche Sonderausstattung man dazu kaufen konnte“, und deutet auf das Sonderausstattungspaket für 295 DM. Von Weißwandreifen, „aber niemals mit Kunststoffringen, die hielten nicht lange“, bis hin zu Stoßstangenhörnern, der Taunus konnte nach Geschmack und Geldbeutel ausgestattet werden. Wer allerdings nach einem Sicherheitsgurt oder Airbags sucht – Fehlanzeige! Eberhard Engels: „Es gab zwar 1969 vor Einführung der Anschnallpflicht Dreipunktgurte, aber die waren nicht serienmäßig, man musste sie selbst beim Händler kaufen.“ Weiter: „Diese Zeit erlebt zu haben, das ist etwas Besonderes.“

Besucher strömen zu den Oldtimern

 © Michael Schütz
 © Michael Schütz
 © Michael Schütz
 © Michael Schütz
 © Michael Schütz
 © Michael Schütz
 © Michael Schütz
 © Michael Schütz
 © Michael Schütz
 © Michael Schütz
 © Michael Schütz
 © Michael Schütz
 © Michael Schütz
 © Michael Schütz

Dass das Oldtimer-Treffen auf dem früheren Rhombus-Gelände stattfindet, gefällt dem Wermelskirchener. „Zwischen 1951 und 1953 bin ich hier jeden Tag mit der Bahn vorbeigefahren, das weckt wieder Erinnerungen.“

Ein Stück entfernt sitzen Melanie und Thomas Gratzer in ihrem Militärfahrzeug. Der Willys-Overland, Baujahr 1960, „mein Geburtsjahr“, wie der Inhaber verrät, ist ursprünglich im Dienst der französischen Armee gefahren. „Mich haben diese Wagen immer schon fasziniert. Mit Erreichen meines 60. Lebensjahres habe ich mir diesen Traum erfüllt.“

Doch nicht nur Autos jeder Marke und jeder Couleur sind zu bewundern, sondern auch Mopeds und Motorräder. Florian Geisler und Sebastian Zybarth lassen mit ihren Schwalben ein Stück DDR-Verkehrsgeschichte wiederauferstehen. „Die Schwalbe ist ein schönes Fortbewegungsmittel. Nach rund dreieinhalb Monaten Restaurierungsarbeit knattern wir inzwischen bei gutem Wetter über die Straßen im Bergischen“, berichtet Florian Geisler. Seine Schwalbe erstrahlt in strahlendem Weiß, während sich Kumpel Sebastian für eine grüne Lackierung entschieden hat. „Bei der Farbwahl haben wir uns nicht ganz an die der DDR gehalten, hier haben wir eher frei gehandelt.“ Nebenan stehen Vespas, Zündapps und ein Triumph. Mit der Veranstaltung hoffen die Organisatoren Schulte und vom Stein, nicht nur das Gelände mit Leben zu füllen, sondern auch ein Stück Wermelskirchener Industriegeschichte zugänglich zu machen.

Rhombus-Gelände

Logo Im Zuge der Wiederbelebung und baulichen Umgestaltung des Rhombus-Geländes an Remscheider und Dellmannstraße, entwickelten die Eigentümer Sven Schulte und Walter vom Stein eigens ein Logo. Es zeigt den Shedbau mit seiner Ziegelfassade, um das sich ein „R“ schlängelt.

Pläne Künftig hoffen die Eigentümer, neben dem Klassiktreffen der Oldtimer auch Veranstaltungen wie das Weihnachtsdorf dort zu organisieren.

Standpunkt: Oldtimer sind nicht böse

Von Markus Schumacher

markus.schumacher@rga-online.de

Ein altes Auto zu fahren, ist längst nicht so umweltschädlich, wie mancher behauptet. Im Gegenteil: Denn in den Gebieten Ressourcenverbrauch und Stoffstromanalysen arbeitende Wissenschaftler empfehlen, das aufwendige Produkt Auto so lange wie nur möglich zu nutzen. Denn bei der Gewinnung der zu seiner Herstellung nötigen Rohstoffe entstünden erhebliche Umweltschäden, seine Produktion sei ebenfalls energieintensiv und in den Produktionshallen würden zudem zahlreiche problematische Stoffe eingesetzt. Neu ist also nicht automatisch besser für die Umwelt. Auch wer einen alten Diesel beim Verwerter abgibt, sollte sich bewusst sein, dass sein Auto in Afrika oder Osteuropa noch viele Jahre lang die Luft verpesten wird – dann aber ohne Katalysator. Denn die werden vor Ort als allererstes ausgebaut. Auch die Fahrer von Elektrofahrzeugen wissen, dass der Strom zwar aus der Steckdose kommt, dort aber nicht erzeugt wird. Das geschieht oft noch mit Kohle. Für die Akkus wiederum muss Lithium gewonnen werden, was sehr problematisch für die Umwelt ist. Dann vielleicht doch lieber einen alten Taunus.

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