Eintrittskarten gibt es nur online zu kaufen

Besucher sind von ihrem Freibad begeistert

Die Jugendlichen nutzen den Sprungturm.
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Die Jugendlichen nutzen den Sprungturm.

Am Freitag wurde in Dabringhausen die Saison eröffnet.

Von Markus Schumacher

Volker Helfert, Anje und Lia Pai (v. l.) hatten schon vormittags ihre Bahnen gezogen.

„Weich wie Seide ist das Wasser“, schwärmt Lin Pai. Und seine Frau Anje stimmt begeistert zu: „Und genau die richtige Temperatur hat es.“ Um 11 Uhr hatte sich das Ehepaar ins Freibad begeben. Sie gehören seit über 30 Jahren zu den Stammgästen und wissen: „Wenn um 10 Uhr geöffnet wird, schwimmen hier die Stammdamen. Ab 11 Uhr wird es dann meist schon etwas leerer. Das ist dann unsere Zeit.“

Eigentlich wollten die beiden am frühen Nachmittag auch schon wieder weg sein, doch dann bleiben sie doch noch ein Weilchen, um mit Volker Helfert zu plaudern. Der 82-jährige Burscheider ist auch ein Fan des Dabringhauser Freibades: „Seit 40 Jahren komme ich hierher.“ Und vorher? „Da war ich unglücklich - und auf der Suche nach diesem Bad“, sagt er.

Dominik Roenneke hört das gerne. Der Vorsitzende des Betreibervereins erklärt: „Wir machen das ja alles für die Wermelskirchener.“ Und mit „wir“ meinte er vor allem den Betreiber- und den Förderverein. Gestern eröffneten sie die neunte Saison im Freibad unter ihrer Regie.

„Willkommen im schönsten Freibad im Bergischen“

Neuer Flyer

Roenneke hatte die noch druckfrischen, neuen Flyer dabei. „Willkommen im schönsten Freibad im Bergischen“ prangt da stolz drauf. Und die Pais und Helferts stimmen sofort zu: „Dieses Grün hier, das ist doch himmlisch“, sagt Helfert. Auch die Pais könnten sich kein anderes Freibad vorstellen: „Wir warten das ganze Jahr darauf, dass hier wieder geöffnet wird“, berichtet Anje Pai. Fast jeden Tag könne man sie nun dort in den kommenden sieben Wochen antreffen.

Langfristig werden längere Öffnungszeiten angestrebt. „Aber dafür müssen wir noch gewaltig die Kosten drücken“, erklärt Roenneke. Mit dem Biomasseheizwerk sei ein erster, wichtiger Schritt getan, das spare 15 000 bis 20 000 Euro an Energiekosten im Jahr. Als nächster Schritt ist eine Photovoltaikanlage geplant, auch da hoffe man wieder auf eine 70-prozentige Förderung. „Irgendwann müssen wir auch die Pumpen erneuern“, weiß der Vorsitzende. Die jetzige Technik stamme fast komplett aus 1972. Die sieben Pumpen verbrauchen täglich 39 Kilowattstunden. Und dann sei noch ein Batteriespeicher geplant, der für Nachtstrom genutzt werden kann. „Dann haben wir ein klimaneutrales Freibad“, blickt Roenneke weit voraus.

Dann erst seien die Energiekosten so niedrig, dass man auch länger als „nur“ in den Sommerferien öffnen könne. Warme Tage im Mai und Juni könnten dann schon für ein volles Freibad sorgen. Wenn denn Corona auch irgendwann mal Geschichte ist. . .

In diesem Jahr freut sich der Verein über mehr als 1000 verkaufte Saisonkarten. „Ein paar gibt es noch im Kaufzentrum Hübing“, weiß Roenneke. Tageskarten können nur noch online gekauft werden, die Tageskasse vor Ort ist geschlossen.

So ist schon der Zuweg von der Strandbadstraße aus mit einem Schild versehen: „Zutritt nur mit gültiger Saisonkarte.“ Auch drinnen stehen jetzt andere Schilder als vor der Pandemie: „Ab hier mit Mundschutz“ oder „1,5 m: Bitte Abstand halten“. Das „Vom Beckenrand zu springen, ist verboten“ geht da glatt ein bisschen unter.

Annika, Tom und Ralf haben sich in die „Kraken-Buchungsliste“ eingetragen. Thomas Heckel läuft heute noch viel hin und her: Er ist seit sieben Jahren der Pächter des Kiosks und brutzelt seine „original Berliner Currywurst“.

Roenneke ist täglich mehrmals im Linnefetal. „Andere haben eine Eisenbahn im Keller, ich bin eben lieber hier“, beschreibt er sein Hobby. Mitte März begannen die Vorbereitungen für die Öffnung, vor einem Monat wurde entschieden, dass man Wasser einlässt. „Die Lockerungen wie der Wegfall der Testpflicht und dass die Liegewiesen genutzt werden dürfen, haben für uns den Ausschlag gegeben“, sagt Roenneke.

Hintergrund

Das Freibad Dabringhausen, Coenenmühle 1, hat während der Sommerferien täglich von 10 bis 19.30 Uhr geöffnet. Danach folgen noch bis etwa 21.30 Uhr die Vereinssportler, auch eine Wasserballmannschaft aus Bergisch Gladbach trainiert hier. Die Buslinie 263/265 hält am Strandbad. Preise und aktuelle Informationen gibt es im Internet.

www.freibad-dabringhausen

Standpunkt: Pack die Badehose ein

Von Markus Schumacher

markus.schumacher@rga.de

Schlappe 19 Grad war es am Freitag im Linnefetal am ersten Öffnungstag des Freibades Dabringhausen. Ein bisschen sah es auch immer nach Regen aus. Also kein richtiges Freibadwetter. Und doch ließen es sich die wahren Fans nicht nehmen, ihre ersten Bahnen zu ziehen. Für die kommenden Schulferienwochen wird die Sportstätte nicht nur für viele Kinder und Jugendliche zur zweiten Heimat. Auch eine erkleckliche Anzahl älterer Stammgäste scheint dann nur noch zum Schlafen nach Hause zu fahren. Das Freibad ruhe auf vier Säulen, betonte Dominik Roenneke, der Vorsitzende des Betreibervereins: 1. die Bürger, 2. die Politik, 3. die Verwaltung und 4. die Vereine. Zusammen schafften sie auch in diesem Jahr wieder die Öffnung. Zum zweiten Mal unter Corona-Bedingungen. Zwar muss niemand mit Mund-Nase-Schutz ins Wasser, aber die Abstands- und Hygieneregeln führen dazu, dass höchstens 800 Besucher gleichzeitig ins Bad dürfen. Und somit fallen die lohnenden Hitzetage mit bis zu 2000 Besuchern weg. Die Dabringhauser gleichen diesen Verlust aber etwas aus, indem sie so viele Saisonkarten kaufen. Es ist schließlich ihr Bad.

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