Abschied

Beste Stimmung – und ein Hauch Wehmut

Abschied in Hülsen: Pfarrer Reinald Rüsing und Ehefrau Elisabeth treten nun ihren Ruhestand an. Der Abschied war emotional und fröhlich.
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Abschied in Hülsen: Pfarrer Reinald Rüsing und Ehefrau Elisabeth treten nun ihren Ruhestand an. Der Abschied war emotional und fröhlich.

Festgottesdienst verabschiedet Pfarrer Reinald Rüsing.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Gerade hat Pfarrer Reinald Rüsing zum letzten Mal seine kleine Dorfkirche im Talar verlassen, als die Jungen und Mädchen des Kindergartens gute Wünsche in den Himmel steigen lassen: Unzählige bunte Luftballons steigen in den Himmel über Dhünn auf, Abschied liegt in der Luft. Reinald und Elisabeth Rüsing sehen den bunten Ballons nach, die langsam davonfliegen und schütteln dann unzählige Hände. Zum Abschied des Pfarrers in Dhünn sind viele Gäste gekommen. Während Rüsing nach 36 Jahren in Dhünn in der Dorfkirche von seinen Aufgaben entpflichtet wurde, haben viele fleißige Hände in Hülsen bereits ein stattliches Abschiedsfest vorbereitet.

Im Vereinshaus haben schon Musiker des Posaunenchores und des Männergesangvereins Aufstellung bezogen, viele Ehrenamtliche der Gemeinde haben einen Sektempfang mit einem stattlichen Buffet auf die Beine gestellt. Sie sehen vom Vereinshaus aus auf die Dächer des Dorfes und entdecken schließlich die bunten Ballons. Und dann erreichen nach und nach die Gottesdienstbesucher das Vereinshaus in Hülsen – bis endlich auch Reinald und Elisabeth Rüsing ihre Stühle ganz vorne vor der Bühne finden und beziehen. Die Stimmung ist bestens – auch wenn nach all den Jahren, Begegnungen und gemeinsamen Wegabschnitten Wehmut in der Luft liegt.

Susanne Glaser, Trixi Romeo und Andrea Schmitz haben eine kleine Abschiedsecke vorbereitet, die für viel Heiterkeit sorgt. Neben Sonnenstühlen und Büchern, Teddybären und Gitarre, findet sich in der Erinnerungsecke auch ein kleiner hölzerner Specht. „Er erinnert an den Einsatz im Pfarrhaus“, erzählt Susanne Glaser. Damals machte ein Specht dem Pfarrer die Arbeit schwer, das ständige Klopfen störte die Konzentration und gelegentlich auch den Schlaf. Also rief der Pfarrer um Hilfe, um dem Specht ein neues Zuhause zuzuweisen. „Heute erinnern wir uns auch an diese kleinen heiteren Geschichten, die wir gemeinsam erlebt haben“, sagt Susanne Glaser. In der Erinnerungsecke hängt auch ein großes Poster, von dem Mr. Bean die Besucher anblickt. „Unser Pfarrer hat uns einfach manchmal an Mr. Bean erinnert“, sagt Susanne Glaser lachend. Und es gibt das Gerücht, dass der Pfarrer scherzhaft für einen Sketch auch mal in die Rolle des britischen Schauspielers geschlüpft sei. Unter den Besuchern jedenfalls sorgt der Verweis auf den Schauspieler für große Heiterkeit.

„Heute sind viele Menschen da, die für euch eure Herzen öffnen wollen“, sagt Beno Romeo, der während der Abschiedsfeier die Moderation übernommen hat. „Hinter euch sitzt die ganze Gemeinde“, sagt er und deutet auf die vielen Menschen, die im Vereinshaus Platz genommen haben – es sind vor allem die Dhünner, aber auch Gäste aus den Nachbargemeinden und alte Weggefährten. Und viele haben zum Abschied einen Gruß und gute Wünsche vorbereitet. Im Flur liegt ein großes Gästebuch, in dem sich viele Menschen mit ein paar Worten verabschieden. Daneben können Besucher ihre Grußworte in einen Ordner stecken – als Erinnerung für Reinald und Elisabeth Rüsing.

Den Auftakt macht dann ein Video des Kindergartens: Die Jungen und Mädchen haben ein Lied aufgenommen. „Gottes guter Segen zieht mit dir ins Land“, singen die Kinder und Erzieherinnen des evangelischen Kindergartens und erinnern einmal mehr daran, dass Rüsings nicht nur das Amt, sondern auch das Dorf verlassen. Sie ziehen an den Niederrhein.

Geschenke und Rückblicke auf den gemeinsamen Weg

Die Liste der Grußworte ist anschließend lang: Volker Schmitz von der Vereinshausgesellschaft erinnert an den langen Weg, den man gemeinsam gegangen sei. „Du warst immer dicht an unserer Seite“, bescheinigt er dem Pfarrer, „und du hast Mut gezeigt und nicht gezaudert, als es damals um den Anbau des Vereinshauses ging.“ Vom CVJM über die Freiwillige Feuerwehr, vom Presbyterium bis zu den Freunden aus der freikirchlichen Gemeinde, der Gemeinde in Wermelskirchen und persönlichen Weggefährten aus dem Studium: Viele nutzen die Gelegenheit, um auf gemeinsame Wegabschnitte zurückzublicken und Abschiedsgeschenke zu überreichen. Dino Vieth aus Dabringhausen erinnert an die vergangenen Jahre, in denen die Pfarrer der beiden Gemeinden mit den Presbyterien die pfarramtliche Verbindung auf den Weg brachten.

Künftig teilen sich Dhünn und Dabringhausen einen Pfarrer. Die Dhünner lassen ihren Pfarrer schließlich schweren Herzens ziehen – auch in dem Wissen, dass die Zukunft bestens vorbereitet ist.

Nachfolge

Nachfolge: Mit dem Abschied von Rüdiger und Elke Mielke in Dabringhausen und Reinald Rüsing am Sonntag endet eine Epoche: Künftig gibt es nur noch einen Pfarrer für die Gemeinden Dabringhausen und Dhünn.

Person: Pfarrer Albrecht Keller hat die Pfarrstelle übernommen und ist seit August in den Gemeinden im Einsatz.

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