Besonnen handeln und dennoch wieder mutiger werden

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Mein Blick auf die Woche

Mein Blick auf die Woche

Von Anja Carolina Siebel

Rund 50 Wermelskirchener haben am vergangenen Montag einmal mehr vor dem Rathaus demonstriert – für das Impfen und für Solidarität. Vergleichsweise wenig, wenn man bedenkt, dass die Mehrheit der Menschen sich für die Impfung entschieden hat und somit auch für ein Stück Solidarität mit und in der Gemeinschaft. Vielleicht ist es aber auch einfach nicht mehr die Zeit für Demonstrationen, für Widerstand und Auflehnung. Die Menschen sind müde geworden, „pandemiemüde“ nennt man das inzwischen vielfach. Und das ist nur verständlich. Nach rund zwei Jahren mit Einschränkungen und Ungewissheit, Isolation und Entbehrung wird es vielleicht auch wieder ein bisschen Zeit für einen Blick in die andere Richtung, nämlich nach vorn. Allmählich sinkende Zahlen, eine Omikron-Variante, die Krankheitsverläufe weniger schwer macht und die Krankenhäuser somit nicht überlastet, und der Beschluss der Regierung, die Maßnahmen nun sukzessive zu lockern, sind Schritte in Richtung Normalität. Der Satz „Wir müssen mit dem Virus leben“ klingt zwar inzwischen abgedroschen, entspricht aber wohl der Wahrheit. Und das können wir nicht mit dauerhaft strengen Maßnahmen. Zumindest nicht dann, wenn sie unverhältnismäßig sind. Es sollte jetzt, da die Infektionszahlen sinken und die Omikron-Variante der Covid-19-Erkrankung etwas ihren Schrecken genommen hat, eher darum gehen, etwas mutiger zu werden. Aber dabei auch Maßnahmen für den kommenden Herbst und Winter zu überlegen. Und zwar möglichst solche, die intelligenter und durchdachter sind als die der vergangenen Wintermonate. Es geht darum, besonnen zu handeln, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen und sich der Situation zu stellen. Dazu gehört vielleicht auch, mit jenen im Gespräch zu bleiben, die der Impfung immer noch skeptisch gegenüberstehen. Nicht mit jenen, die sich radikal verhalten, anderen drohen, mit kruden Verschwörungstheorien andere versuchen, auf ihre Seite zu ziehen. Aber es gibt durchaus auch Menschen, die schlicht Angst vor einer Immunisierung haben. Weil sie vielleicht falsch oder einseitig informiert sind, schlechte Erfahrungen gemacht oder vom Hörensagen irgendetwas aufgeschnappt haben. Sie pauschal mit Radikalen, Querdenkern oder Coronaleugnern in einen Topf zu schmeißen und somit brutal abzustempeln, kann nicht der konstruktive Weg sein. Denn: Wir müssen auch in Zukunft miteinander leben. Und das möglichst in Harmonie. Und der Hoffnung, dass es eines Tages wieder andere Themen geben wird als Corona.

Schulen lassen Kinder Kinder sein.

Stadt zeigt für Tests an Schulen kein Interesse.

anja.siebel @rga.de

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