„Besitz bekommt man nicht zum Festhalten“

Ein Geistlicher macht sich Gedanken

Von Pfarrer Klaus-Peter Suder, Ev. Kirchengemeinde Hückeswagen

Und wer spendet am meisten? Eine Befragung ergab wenig Überraschendes. Auf Platz eins der spendenfreudigsten Länder lag 2019 die USA. Nirgendwo sonst werden Spenden für all das gebraucht, für das der Staat keine Verpflichtung übernimmt. Deutschland belegte Platz 18 der 126 Länder und wird gewiss durch das hohe Spendenaufkommen des vergangenen Jahres ein wenig nach oben geklettert sein.

Adventszeit ist Spendenzeit. In vielen Briefkästen liegen jetzt Bitten um Unterstützung. In vielen Fernsehprogrammen werden Shows veranstaltet, um Menschen zum Spenden zu bewegen. Viele Untersuchungen stellen fest, dass sich die Schere zwischen Armen und Reichen entweder nicht verändert oder sogar größer wird. Ganz klar ist aber in jeder Untersuchung: Wer arm ist, hat kaum eine Chance, seine Armut jemals zu überwinden. Und die Kinder von armen Menschen bleiben meist arm. „Geben ist seliger als nehmen“, schreibt der Apostel Paulus, als er sich in Ephesus verabschiedet und nach Hause segelt. Damit ist natürlich nicht zuerst die Größe des Gebens gemeint, sondern die innere Haltung. Was ich habe, verdanke ich nicht mir, sondern der Gnade Gottes, sagt diese. Gott beschenkt uns mit Gaben, die es möglich machen, in der Welt und in unserem Leben einigermaßen zurecht zu kommen.

Diese Gnade teile ich mit anderen. Mit ein paar Euros oder mit einer größeren Spende für soziale Einrichtungen und die Kirche. Natürlich treffe ich auch Vorsorge für mich selbst. Aber meine innere Haltung zeigt mir auch, was ich darüber hinaus entbehren kann und mit denen teile, die weniger und manchmal auch gar nichts haben.

Besitz bekommt man nicht zum Festhalten, sondern zum Teilen. Wer die Gnade Gottes erkennt, die er empfangen hat, freut sich daran, sie mit anderen teilen zu können. Und das gewiss nicht nur in der Adventszeit.

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