Behindertenbeirat will zweites Impfzentrum

Petra Sprenger und Rainer Blom sind Beiratsvorsitzende. Foto: acs
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Petra Sprenger und Rainer Blom sind Beiratsvorsitzende. Foto: acs

Für Menschen mit Einschränkungen sei der Weg nach Bergisch Gladbach viel zu weit

Von Anja Carolina Siebel

Auch der Vorstand des Behinderbeirats setzt sich jetzt aktiv für eine Impfzentrum-Dependance in Wermelskirchen ein. „Gerade für Menschen mit Einschränkungen ist dieser weite Weg in die Kreishauptstadt zum Teil unüberwindbar“, betont Beiratsvorsitzende Petra Sprenger.

Viele betroffene Wermelskirchener hätten sich aus diesem Grund in den letzten Wochen an sie gewandt. Sprenger: „Die Kritik betraf sowohl die schlechte Erreichbarkeit für Wermelskirchener Bürger mit dem Öffentlichen Nahverkehr, die große Entfernung, aber auch viel Unsicherheit und Angst, wie Betroffene sich in einem solch großen Impfzentrum zurechtfinden können.“ Gerade für Menschen mit psychischen Erkrankungen sei es eine „riesige Hürde“, in eine unbekannte Stadt mit großem Impfzentrum zu fahren und sich dort medizinisch behandeln zu lassen.

„Wir vom Beirat für Menschen mit Behinderung in Wermelskirchen können durchaus nachvollziehen, dass aufgrund der erforderlichen starken Kühlung des Impfstoffes und um möglichst viele Menschen in kurzer Zeit impfen zu können, große Impfzentren eingerichtet werden“, räumt Petra Sprenger ein.

Auch psychische Barrieren sollen abgebaut werden

Die Beiratsmitglieder seien aber eben auch „der festen Überzeugung, dass Menschen mit Einschränkungen Möglichkeiten angeboten werden müssen, sich barrierefrei impfen lassen zu können.“ Dabei müssten mobilitätsbedingte Barrieren, aber auch psychische Barrieren und Unsicherheiten abgebaut werden.

Um eine hohe Impfbereitschaft unter den Bürgern zu erreichen, dürften Verunsicherungen und Ängste der Betroffenen nicht ignoriert werden, sondern es müsse viel mehr eine praktikable aber auch eine für Menschen mit Behinderung akzeptable Lösung gefunden werden.

„Der Beirat für Menschen mit Behinderung unterstützt daher ausdrücklich den Vorschlag des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Stefan Leßenich, Bürgermeisterin Marion Lück sowie den niedergelassenen Ärzten Dr. Hans-Christian Meyer, Harald Bergerhoff und Tobias Hopff von kleineren dezentralen Impfstellen, solange eine Impfung gegen Covid-19 in Hausarztpraxen noch nicht möglich ist“, sagt Petra Sprenger.

Sicheres Gefühl ist für Menschen mit Einschränkung wichtig

Kleinere, dezentrale Impfstellen in barrierefreien Räumlichkeiten würden die Wege für Betroffene zum einen verkürzen. Aber auch die Impfung in einer vertrauten Nachbarschaft schaffe für viele Menschen ein sicheres Gefühl. „Und dass sollten doch alle Bürger, egal ob mit oder ohne Einschränkung, bei der Impfung haben, oder?“, meint Sprenger.

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