Konzert

Bayerischer Bluesrock im Eifgen

Die Formation „Muddy What“? begeisterte am Freitagabend im Garten des Haus Eifgen. Sängeri Ina Spangs Markenzeichen sind ihre wilden Haare.
+
Die Formation „Muddy What“? begeisterte am Freitagabend im Garten des Haus Eifgen. Sängeri Ina Spangs Markenzeichen sind ihre wilden Haare.

Das Trio Muddy What? aus Nürnberg und München spielte den perfekten Sommer-Soundtrack.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Für viele Menschen gehören zu einem gelungenen Abschluss der Arbeitswoche drei Dinge: gute Atmosphäre, gutes Wetter und gute Musik. Diese drei Faktoren waren am Freitagabend erfüllt. Dass der Biergarten im Haus Eifgen für viele Menschen zu den schönsten Örtlichkeiten in Wermelskirchen gehört, steht außer Frage. Auch das Wetter war nach dem Kälte- und Regeneinbruch vom Donnerstag wieder sommerlich-schön und warm - und für die Musik sorgte dann auch noch das Blues-Trio Muddy What? aus Bayern.

Fabian und Ina Spang, beide an der Gitarre, und der Schlagzeuger Michi Lang stiegen in ihren Set mit  Delta-Blues-Klängen ein. Man fühlte sich problemlos in die irgendwie verwunschenen und geheimnisvollen Sümpfe im Mississippi-Delta versetzt, wenn Michi Lang sein minimalistisches Schlagzeug mit Paukenschlegeln bearbeitete, während Ina Spang ihrer Stratocaster-Gitarre kreischende  Wah-Wah-Soli entlockte und Fabian Spang inbrünstig jammernd „Lord Have Mercy On My Soul“ in die Tonabnehmer seiner Steel-Gitarre statt ins Mikro sang. Das Ganze war für den Zuhörer hypnotisch, mitreißend und absolut perfekt dargeboten.

Trio kann auch„ganz normal“ rocken

Aber das Trio konnte auch „ganz normal“ rocken. Da war der 12-Bar-Blues, der dem klassischen Schema folgte, und von jeder Menge Wucht lebte, die Michi Lang, jetzt mit normalem Schlagzeugstöcken, in sein Spiel legte. Aber genauso von jener Art von Soli, die vom großen und ganz individuellen Leiden Zeugnis ablegten. Jeder Ton, der aus den Gitarrensaiten gekitzelt, gelockt wurde, war ein einziges tongewordenes Sinnbild irgendeines Unbills. Und Ina Spang musste davon ganz offensichtlich schon jede Menge erlebt haben, so wie sie ihre Strat zum Wah-Wah-getränkten Weinen brachte. Der warme Klang ihres Instruments erinnerte dabei oft an einen dreckigen Eric Clapton. Wunderbar, was diese zierliche Frau mit der Löwenmähne aus der Gitarre holte, die in ihren Händen geradezu riesig wirkte. 

Zu hören gab es nicht nur Eigenkompositionen, wie „Spider Legs“ mit seiner düsteren Spinnenphobie-Stimmung und dem wundervollen Solo, sondern auch den einen oder anderen Klassiker aus dem unerschöpflichen Fundus des Blues.

Die waren aber absolut eigenständig und bisweilen nur am Text zu erkennen. Wie etwa der eher unbekannte Bob-Dylan-Song „New Pony“ oder der Jimi-Hendrix-Hit „Fire“, den Michi Lang zu einem mehrminütigen Exkurs in Sachen möglichst kreativer und solistischer Schlagzeugbearbeitung machte. Wer glaubte, ein derart ausgedehntes Schlagzeugsolo sei nur Zeitverschwendung und egoistische Selbstbeweihräucherung des Musikers, wurde von Michi Lang in mehreren Minuten eines Besseren belehrt. Deep Purples Ian Paice, selbst überaus kreativer Trommelsolist, wäre stolz gewesen. Entsprechend laut und begeistert war im Anschluss der Applaus der rund 80 Zuhörer im Konzertgarten.

Weiter geht es mit dem Konzert-Juli im Eifgen am Donnerstag, 7. Juli, mit der Greyhound George Band. Weil Keyboarder Dieter Kozak in Urlaub ist, springt „Eifgen-Chef“ Michael Dierks ausnahmsweise für diesen Abend an der Hammond-Orgel ein.

Konzert

Die Greyhound George Band spielt am Donnerstag, 7. Juli, ab 20 Uhr im Garten von Haus Eifgen. Der Eintritt zum Konzert ist für die Besucher frei. Das ist Musik voller Spielfreude, lebendig und dynamisch mit Groove und viel Gefühl, geradlinig und trotzdem virtuos, heißt es in der Einladung.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Aus „Café Tilley“ wird „Süßes Leben“
Aus „Café Tilley“ wird „Süßes Leben“
Aus „Café Tilley“ wird „Süßes Leben“
Pflegekräfte bestehen ihre Ausbildung
Pflegekräfte bestehen ihre Ausbildung
Pflegekräfte bestehen ihre Ausbildung
Er will die Obi-Geschichte fortführen
Er will die Obi-Geschichte fortführen
Er will die Obi-Geschichte fortführen
CVJM Hünger veranstaltet Trödel
CVJM Hünger veranstaltet Trödel
CVJM Hünger veranstaltet Trödel

Kommentare