Verkehr

Baustelle verunsichert die Anlieger

Die Baustelle auf der L101 verursacht eine Vollsperrung bis Ende September in drei Bauabschnitten. Anwohner sind unter anderem unglücklich mit der Beschilderung.
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Die Baustelle auf der L101 verursacht eine Vollsperrung bis Ende September in drei Bauabschnitten. Anwohner sind unter anderem unglücklich mit der Beschilderung.
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Die Sperrung an der L 101 sorgt nach wie vor für Ärger.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Die Sperrung der L 101 zwischen Wermelskirchen-Stumpf und Sonne sorgt nach wie vor für Aufregung unter den Anwohnern. Begonnen haben die Arbeiten am 4. Juli. Sie sind erst einmal für zehn Wochen geplant.

„Ich bin nicht glücklich hier mit der Situation“, sagt Michael John, der am Kreckersweg einen Blumenladen führt. „Der Durchgangsverkehr fehlt uns, wir haben gemessen an unseren sonstigen Kundenzahlen derzeit nur ein Viertel unserer Einkünfte auf diesem Gebiet.“ Darüber hinaus sei es schwierig, Kundinnen und Kunden richtige Angaben zu machen. Die Beschilderung lasse zu Wünschen übrig. „Wer sich nicht auskennt, findet den Kreckersweg nicht“, sagt Michael John.

Überhaupt halte sich der Baubetrieb nicht an das, was den Anwohnerinnen und Anwohnern im Rathaus kurz vor Beginn der Bauphase gesagt worden sei. „Danach wären wir erst in etwa fünf Wochen dran, es wird aber jetzt schon teilweise vor unserer Haustür gearbeitet.“ Seines Erachtens seien auch zu wenige Menschen zur Arbeit eingesetzt. „Ich habe bei der Mannschaft teilweise höchstens fünf Leute beobachtet.“

Ein weiterer Nachteil aus seiner Sicht: „Es gibt immer noch Menschen, die das Verbot umgehen und trotzdem durchfahren“, sagt er. „Die Polizei hat zwar Knöllchen verteilt, aber dennoch passiert es weiter.“ Er persönlich wünscht sich jetzt nur, dass die Baustelle wie geplant fertiggestellt wird. „Nicht, dass wir noch mit unvorhersehbaren Ereignissen rechnen müssen.“ Ähnlich verunsichert ist der Anwohner Dennis Dörpfeld. „Die Informationspolitik über diese Baustelle ist meines Erachtens von Anfang an nicht gut gelaufen“, sagt er. „Wir haben zuallererst von einer Freundin davon gehört, die eine E-Mail von ihrem Busfahrtunternehmen bekommen hat, das war Anfang des Jahres. Und uns dann im Bekannten und Freundeskreis umgehört.“

Beide Informationsveranstaltungen seien für ihn terminlich schwierig gewesen. „Und ich bin jetzt schon gespannt, wie die Polizei und die Stadt Wermelskirchen reagieren, wenn alle Anwohner vom Kreckersweg und vom Wöllersberg für zwei Tage nicht zu ihren Häusern können und am Eichholz parken müssen. Werden dann Knöllchen verteilt?“ Er wisse auch noch nicht, wann das sein wird. „Dabei habe ich letztens mit einem Vorarbeiter gesprochen und er sagte, dass sie mit den Arbeiten voll im Soll liegen“, sagt Dennis Dörpfeld. „Er konnte mir dann aber nicht mitteilen, für wann die zweitägige Durchgangssperre geplant ist.“ Auch er ist als Anwohner irritiert, wie viele Menschen er bei der Arbeit sieht. „Gestern hat die Gruppe schon sehr früh aufgehört zu arbeiten. Und ich finde, es sind sehr wenige.“

Straßen NRW will sich der Kritikpunkte annehmen. Rainer Herzog, Pressesprecher der Regionalniederlassung Rhein-Berg von Straßen NRW betont aber, dass er von den Kritikpunkten bisher noch nichts gehört habe. „Ich werde mich vor Ort noch einmal umhören. Ich denke aber, dass es Missverständnisse sind, die zu diesen Urteilen führen.“ Er wolle mit den Mitarbeitern an der Baustelle sprechen und sich auch noch einmal mit der Beschilderung befassen. „Ich hoffe, dass wir das zu einem guten Ende führen.“

Hintergrund

Die Landesstraße 101 ist dringend sanierungsbedürftig. An diversen Stellen gibt es tiefe Risse im Asphalt. Sie wird nach den neuesten technischen Standards instandgesetzt, um auf Jahre nach den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Zu diesem Zweck muss der Landesbetrieb den Asphalt bis in die tieferen Schichten auskoffern und neu aufbauen. Die geringe Breite der L 101 lässt eine halbseitige Sperrung nicht zu.

Standpunkt von Susanne Koch: Bürger wollen Klarheit

susanne.koch@rga.de

Dass so eine große Baustelle wie die an der L 101, die zu Sperrungen von Wegstrecken führt, nicht kritiklos geschieht, liegt in der Natur der Sache. Die Menschen müssen sich auf unbequeme Zeiten einstellen: Bushaltestellen werden nicht angefahren, Autofahrer müssen Umwege in Kauf nehmen. Doch da einzelne Kritikpunkte nicht nur von einer Person benannt werden, sondern gleich von mehreren aufgelistet werden, scheinen ja wenigstens Körnchen daran zu sein. Auch wenn der Landesbaubetrieb Straßen NRW aus seiner Sicht meint, alles richtig zu machen, muss doch wenigstens darüber nachgedacht werden, ob nicht für die Zukunft doch eine offensivere Bürgerbeteiligung bei derart einschneidenden Maßnahmen richtig sei. Zum einen könnten vielleicht die Anwohner äußern, was ihnen bei solch einer Baustelle, die sich nicht vermeiden lässt, wichtig ist. Und sie könnten Hinweise auf die Beschilderung geben.

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