Autobahnbrücke

Baustelle Hünger erhitzt die Gemüter

Eigentlich sollten die Arbeiten bis Ende 2022 abgeschlossen sein. Nun sollen sie ein Jahr länger dauern.
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Eigentlich sollten die Arbeiten bis Ende 2022 abgeschlossen sein. Nun sollen sie ein Jahr länger dauern.

FDP schrieb an Bundesverkehrsminister – Bürgerforum macht Autobahn GmbH konkrete Vorschläge.

Von Anja Carolina Siebel

Eines herrscht inzwischen vor bei den Anliegern an der Autobahnbrücke Hünger: Verzweiflung. Vor allem deshalb, weil es einfach nicht weiterzugehen scheint mit der dortigen Baustelle. Die Anwohner in Hünger und den umliegenden Bezirken müssen zum Teil kilometerlange Umwege über Preyersmühle in Kauf nehmen. Und das oft sogar mehrfach am Tag.

Die Autobahn GmbH als Baulastträger hält sich nach Rückfrage bedeckt. Bereits vor einigen Tagen hatte sie vermeldet, dass die Baustelle noch bis mindestens Ende 2023 bestehen bleiben würde. Auf die konkrete WGA-Nachfrage, warum die Arbeiten sich derart verzögern, antwortet bei der Autobahn GmbH indes derzeit niemand.

Bürgermeisterin Marion Lück und der Technische Beigeordnete Thomas Marner hatten während der jüngsten Ratssitzung vor den Herbstferien bereits gesagt, dass die Verwaltung zwar wisse, was der Grund für die Verzögerungen sei, dass diese Begründung aber der Baulastträger selbst liefern müsse.

Thomas Marner erklärt auf Nachfrage aber noch mal die Zuständigkeit der Stadt. „Wir sind in Kontakt mit der Autobahn GmbH“, sagt er. „Auf die Dauer der Arbeiten haben wir allerdings keinen Einfluss.“ Auch habe die Stadt nicht allein entscheiden können, wie die Verkehrsführung an der Baustelle läuft. „Wir haben aber direkt zu Anfang eine verkehrsrechtliche Anordnung veranlasst, so dass wir gewisse Einflussmöglichkeiten hatten und haben“, erklärt Marner. „Wir hatten Bedenken, dass sich die Situation an der Baustelle sonst noch schlimmer hätte darstellen können.“ Nach WGA-Informationen hätte das zum Beispiel eine Vollsperrung der Brücke sein können, was unter Umständen noch mehr Ärger hätte nach sich ziehen können.

Um die Situation zu entschärfen und die Arbeiten möglicherweise zu beschleunigen, hatte sich Stefan Leßenich (CDU) wie berichtet mit einem Schreiben vorige Woche an NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer gewandt und darin „um Klärung, einen geregelten Informationsfluss – auch an die Anlieger – sowie rasche Beendigung dieser Baustelle“ gebeten.

FDP macht Unternehmern und Pendler aufmerksam

Die FDP-Fraktion hatte Ende der Woche nachgezogen – mit einem Schreiben an den Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing. Fraktionsvorsitzender Marco Frommenkord weist darin vor allem auf die Situation der Unternehmer und Pendler, aber auch beispielsweise der Bürgerbusfahrer, die ihre Dienste ehrenamtlich verrichten, hin. Oliver Platt, Fraktionsvorsitzender des Bürgerforums (Büfo) unterbreitet nun der Autobahn GmbH konkrete Vorschläge zur möglichen Entschärfung des Problems in Hünger.

Nach Ansicht Platts möge die Autobahn GmbH zum Beispiel prüfen, inwieweit es beispielsweise möglich wäre, die Autobahnabfahrt Wermelskirchen aus Richtung Dortmund zu sperren, während die Auffahrt in Wermelskirchen auf die Autobahn A1 in Richtung Köln möglich bliebe. Zudem könne es laut Platt eine vorübergehende, ausgeschilderte neue Abfahrt von der Autobahn A1 am Rastplatz Remscheid (bis 3,5 t) inklusive Umleitungsbeschilderung nach Wermelskirchen geben. „Hiermit wäre für die Verkehrsteilnehmenden kein Umweg verbunden“, sagt Platt. „Wenn das umgesetzt würde, Einrichtung eine Ampelschaltung an der Baustelle, damit aus dem Ortsteil Hünger Richtung Innenstadt kommend die Brücke passiert werden kann.“

Wie berichtet, hatte die Stadtverwaltung im Namen der Autobahn GmbH bereits zuvor erklärt, dass unter gegebenen Umständen die mehrfach erwähnte Ampelschaltung nicht möglich wäre, weil sich ansonsten ein Rückstau bilden würde, der bis auf die Autobahn reiche. Das würde sich laut Platt mit der Sperrung der Abfahrt aus Richtung Köln erübrigen.

Hintergrund

Anfang März hat die Autobahn GmbH als zuständige Behörde mit entsprechenden Arbeiten an der Gewölbebrücke über der Autobahn 1 begonnen, so dass die Straße seitdem nur noch einspurig Richtung Burg befahrbar ist. Verkehrsteilnehmer, die aus dieser Richtung kommen oder die Autobahn aus Richtung Köln kommend verlassen, müssen einen großen Umweg in Kauf nehmen. Sie gelangen nur über die Umleitung Preyersmühle in die Innenstadt.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Man darf gespannt sein

anja.siebel@rga.de

Unhaltbare Zustände, das ist wohl die treffendste Beschreibung für das, was derzeit an der Autobahnbrücke Hünger vor sich geht. Anlieger und Pendler üben sich jetzt seit Monaten in Geduld, nehmen bei ohnehin überhöhten Benzinpreisen enorme Umwege in Kauf, und das zu Stoßzeiten im Straßenverkehr. Dass die Kommunalpolitiker nun in einer – etwas ungewollt – konzertierten Aktion Schreiben an Entscheidungsträger richten, kann im Grund nur positiv sein. Denn je mehr Aufmerksamkeit das Thema bekommt desto wahrscheinlicher ist es, dass endlich eine Lösung herbeigeführt wird.

Die kann nämlich unmöglich sein, noch bis Ende 2023 und womöglich noch länger auszuharren. Und das bei nicht vorhandener Information vonseiten des Baulastträgers Autobahn GmbH. Ohne Erklärung, eine solche Baustelle um ein Jahr zu verlängern, ist eine Zumutung. Gut, dass nicht nur die Anwohner und Anlieger jetzt aufstehen, sondern auch die Ortspolitiker.

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