Barbarazweige als Zeichen der Hoffnung

Pfarrerin Ursula Buchkremer. Archivfoto: Michael Schütz
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Pfarrerin Ursula Buchkremer. Archivfoto: Michael Schütz

Eine Geistliche macht sich Gedanken

Von Ursula Buchkremer, Stadtkirchengemeinde Remscheid

Ich bin aufgewachsen in einer Bergbauregion. Da kommt man an der Schutzpatronin der Bergleute, der heiligen Barbara, nicht vorbei. Heute, am 4. Dezember, ist ihr Gedenk- oder Namenstag. Die Legende erzählt, dass die junge Frau, die zu Beginn des dritten Jahrhunderts lebte, ihren christlichen Glauben ganz offen zeigte. Deshalb wurde sie während der Christenverfolgung an ein Gericht ausgeliefert und zum Tode verurteilt. Auf dem Weg ins Gefängnis verfing sich ein trockener Zweig in ihrem Kleid. Sie stellte ihn in ihr Trinkgefäß, und am Tag ihrer Hinrichtung blühte er. Diese Legende berührt Menschen seit jeher.

So hat sich bei uns der Brauch eingebürgert, am Barbaratag Zweige vom Kirsch-, Birnen- oder Pflaumenbaum zu schneiden und in die warme Wohnung zu holen. Und zu Weihnachten kann man sich dann über strahlendhelle Blüten freuen.

Wir erleben gerade eine Zeit, die von vielen als dunkel und bedrückend empfunden wird, zumal die verschärften Corona-Maßnahmen nun auch in den Advent hinein verlängert wurden. Da kommt mir der Brauch der Barbarazweige wie ein leuchtendes Hoffnungszeichen vor. Aus den scheinbar toten Zweigen bricht zartes neues Leben hervor.

Die blühenden Zweige mitten im Winter lassen uns hoffen: Das Leben wird wieder zu blühen anfangen. Von dieser Hoffnung zehre ich in diesen Tagen. Und die Aussicht, dass bald ein Impfstoff ausreichend zur Verfügung steht und die lähmende Macht der Pandemie gebrochen sein wird, nährt diese Hoffnung, wenn auch noch ganz zaghaft.

Die Zweige vom Barbaratag lehren mich, geduldig zu sein. So wie die Zweige ihre Zeit brauchen, bis sie ihre Blütenpracht öffnen, werden auch das Licht und die Lebensfreude wiederkehren, wenn es auch noch eine Zeit dauern wird.

Bis dahin: Holen Sie sich mit Barbarazweigen ein Stück Hoffnung ins Haus.

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