Bauvorhaben

Balkantrasse wird vier Meter breit

Zum Teil reichen die Grundstücke des Floraweges bis an die Trasse. Die letzten Meter sind aber von der Stadt gepachtet. Die Eigentümer möchten die Flächen verkaufen. Das lehnt die Stadt ab, unter anderem weil die Verbreiterung der Trasse geplant ist. Foto: Karsten Mittelstädt
+
Zum Teil reichen die Grundstücke des Floraweges bis an die Trasse. Die letzten Meter sind aber von der Stadt gepachtet. Die Eigentümer möchten die Flächen verkaufen. Das lehnt die Stadt ab, unter anderem weil die Verbreiterung der Trasse geplant ist.
  • Karsten Mittelstädt
    VonKarsten Mittelstädt
    schließen

Anrainer möchten schon seit Jahren gepachtete Flächen entlang des Radweges kaufen, doch die Stadt lehnt das ab.

Von Karsten Mittelstädt

Schon seit 2008 versucht Wolfgang Berg ein kleines, nur etwa 120 Quadratmeter großes Grundstück von der Stadt zu erwerben. Die 15 mal 8 Meter große Fläche liegt zwischen dem Ende seines Grundstücks am Floraweg 42 und dem Balkantrassen-Radweg. Gepachtet hat er die Fläche, ähnlich wie zahlreiche andere Anrainer der Balkantrasse schon seit 2007. Doch sein Wunsch, durch den Grundstücksankauf endlich klare Verhältnisse zu schaffen, wird wohl nicht Wirklichkeit. Denn die Stadt hat noch Großes mit der Balkantrasse vor.

Standpunkt von Markus Schumacher

Verschiedene Anlieger haben Flächen entlang der Trasse gepachtet, zunächst von der Deutsche Bahn-Service Immobilien GmbH in Köln. Seit die Trasse 2009 in den Besitz der Stadt Wermelskirchen überging, wird die Pacht an die Stadtkasse überwiesen. „Ich habe schon Herrn Weik 2008 und 2011 erneut die Stadtverwaltung angesprochen und versucht, die Fläche anzukaufen. Doch in beiden Fällen wurde der Kauf von der Kämmerei abgelehnt“, sagt Berg. Eine Begründung habe es nicht gegeben. Lediglich 2011 nach dem Bau des Radweges habe es geheißen, vor Ablauf von fünf Jahren dürfe die Stadt nicht verkaufen. Nach Meinung von Wolfgang Berg müsse die Stadt Wermelskirchen, die sich ja schließlich im Haushaltssicherungskonzept befinde und deshalb auf jede Einnahme angewiesen sei, ein Interesse am Verkauf der Grundstücke haben. Zumal Berg gehört hat, dass Flächen entlang der Bahntrasse am Distelweg wohl verkauft wurden.

„Ich kenne das Problem und weiß, dass in der Vergangenheit Anwohner bereits versuchten, die Flächen zu erwerben“, sagt Bürgermeister Rainer Bleek auf Anfrage. Er könne ihnen aber keinerlei Hoffnung machen. „Die Stadt hat nicht die Absicht, diese Flächen zu veräußern“, sagt er deutlich. Und es seien bislang auch keinerlei Flächen am Distelweg verkauft worden.

Selbst wenn die Stadt es wolle, könnte sie die Flächen nicht verkaufen, erklärt Bleek weiter: „Für die Trasse ist die Zweckbindung noch nicht abgelaufen. Würden wir Gelände verkaufen, müssten wir Fördermittel, die wir für den Ausbau erhalten haben, an das Land Nordrhein-Westfalen zurückzahlen.“

„In diesem Fall geht Gemeinwohl vor Eigeninteresse der Anrainer.“

Rainer Bleek, Bürgermeister

DIE BALKANTRASSE

VERBINDUNG Die Balkantrasse ist ein Rad-Gehweg, der die Rheinschiene mit dem Bergischen Land verbindet. Er verläuft größtenteils auf der Trasse der ehemaligen Schienenverbindung „Balkan-Express“. Auf der 28 Kilometer langen Strecke zwischen Leverkusen und Remscheid-Lennep ist nur ein Höhenunterschied von etwa 50 Meter auf 330 Meter zu überwinden. Im Frühjahr 2012 wurde die Balkantrasse zwischen Burscheid und Remscheid-Lennep eröffnet. Nur an einigen Tunnelzuschüttungen und größtenteils bei der Stadtdurchfahrt durch Wermelskirchen wird der Radweg, der größtenteils abseits der Hauptverkehrsstraßen verläuft, unterbrochen.

Aber davon ganz abgesehen, wolle sich die Stadt alle Nutzungsmöglichkeiten offenhalten. Bleek: „Geplant ist, den Querschnitt der Balkantrasse von drei auf vier Meter zu verbreitern, so wie es in Leverkusen bereits der Fall ist.“ Im Rahmen des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept (IKEHK) mit Burscheid sollen entsprechende Förderanträge zum Ausbau gestellt werden. Jetzt noch Flächen entlang der Trasse zu veräußern, stehe dem entgegen.

Durch die Verbreiterung auf vier Meter soll die Trasse, die jetzt schon intensiv genutzt wird, touristisch noch weiter aufgewertet werden. Auf dem derzeit drei Meter breiten Rad- Gehweg kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Spaziergängern, Radfahrern und anderen Nutzern. Das soll durch einen breiteren Rad-Gehweg vermieden werden. Außerdem, so Bleek weiter, stünden ja Ideen im Raum, die Trasse möglicherweise für innovative Verkehrsmittel der Zukunft zu nutzen, um eine schnellere Anbindung an die Rheinschiene zu ermöglichen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Klicki hatte das ins Gespräch gebracht, wobei die Trasse erhalten bleiben solle. Es gebe also keinen Grund, jetzt Flächen zu verkaufen. „In diesem Fall“, sagt Bleek, „geht das Gemeinwohl vor das Einzelinteresse der Anlieger.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

WiW lässt Weihnachtsmarkt aufleben
WiW lässt Weihnachtsmarkt aufleben
WiW lässt Weihnachtsmarkt aufleben
Netzwerk versorgt Kranke zu Hause
Netzwerk versorgt Kranke zu Hause
Netzwerk versorgt Kranke zu Hause
Eine Plane über dem Motorrad reicht nicht
Eine Plane über dem Motorrad reicht nicht
Eine Plane über dem Motorrad reicht nicht
Vorletzter Jahrgang erhält seine Zeugnisse
Vorletzter Jahrgang erhält seine Zeugnisse
Vorletzter Jahrgang erhält seine Zeugnisse

Kommentare