Balkantrasse

Bahnanschluss wird Regionale-Konzept

Zurzeit dient die Balkantrasse dem Freizeitvergnügen: radeln, joggen, walken, spazieren gehen und skaten kann man dort. Schon bald könnte das anders werden. Foto: Roland Keusch
+
Zurzeit dient die Balkantrasse dem Freizeitvergnügen: radeln, joggen, walken, spazieren gehen und skaten kann man dort. Schon bald könnte das anders werden.

Die Vision von Christian Klicki (CDU) nimmt Fahrt auf. Auch die Kreisverwaltung ist jetzt mit im Boot.

Von Anja Carolina Siebel

Am Anfang stand eine Vision. Und die stammte vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Christian Klicki. Es ging um Schienenverkehr oder etwas Ähnliches auf der Balkantrasse. Aufgenommen hatte Klicki die Idee vom früheren Geschäftsführer der Regionale 2010 und heutigen Geschäftsführer des Verein Region Köln/Bonn über Zukunftsperspektiven für Rheinschiene und Rheinischen-Bergischem Kreis. Inzwischen ist daraus ein Beschluss und somit ein Auftrag für die Stadtverwaltung geworden, den alle Fraktionen mitgestaltet haben: „Überprüfung und gegebenenfalls Entwicklung alternativer Verkehrskonzepte für die Anbindung der Stadt Wermelskirchen sowohl an die Rheinschiene als auch an die Stadt Wuppertal.“

Und genau dieser Auftrag scheint jetzt konkretere Formen anzunehmen. Wie der Technische Beigeordnete Thomas Marner am Freitag mitteilte, gab es bereits positive Gespräche mit der Kreisverwaltung. Bei Anne Hölzer als Leiterin des Amtes für Infrastruktur und regionale Projekte vom Rheinisch-Bergischen Kreis und Kreisdezernent Gerd Wölwer sei die Idee auf großes Interesse gestoßen. „Wir können uns vorstellen, uns mit dem Projekt als Förderprojekt für die Regionale 2020/25 zu bewerben“, sagt Marner.

„Dass der Kreis unsere Idee positiv aufgenommen hat, ist ein erster Schritt.“

Thomas Marner, Beigeordneter

Gefördert werden soll erst einmal die Machbarkeitsstudie für die Verkehrsanbindung. Marner: „Die Kosten dafür werden im ungünstigsten Fall schon im mittleren sechsstelligen Bereich liegen.“ Geprüft werden soll unter anderem, ob und wie eine erneute Erschließung der Trasse überhaupt durchführbar wäre. Aber auch, wie viele Menschen eine solche Verkehrsanbindung nutzen würden.

REGIONALE 2020/25

PROGRAMM Der südliche Teil des Bergischen Landes mit dem Rheinisch-Bergischen-Kreis, dem Oberbergischen Kreis und angrenzend dem Rhein-Sieg-Kreis sowie das Bergische Städtedreieck und der Kreis Mettmann hatten sich für die Regionale 2020/2025 beworben. Das „Bergische Rheinland“, zu dem auch Wermelskirchen zählt, wurde dabei sogar als beste Bewerbung ausgewählt. Die „Regionale“ ist ein Strukturförderungsprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen, bei dem verschiedene Projekte gefördert werden.

Und danach: „Zum einen könnte einer positiven Machbarkeitsstudie auch gleich die Umsetzung folgen, schon innerhalb der Regionale 2020/25“, erläutert Marner. „Zum anderen würden wir, sobald sich das Projekt durch die Machbarkeitsstudie als irgendwie durchführbar erweisen sollte, Klinken putzen gehen: bei Verkehrsbetrieben, beim Landschaftsverband, und so weiter.“ Für Christian Klicki hatte der Antrag, den er in den Gremien gestellt hatte, einen guten Grund: „Weil bundesweit zurzeit die Mobilitätswende diskutiert werde und die Regionale 2025 der Region die Chance bietet, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben“, hatte er im Rat der Stadt konstatiert. Er räumte allerdings zugleich ein: „Es geht um ein Vorhaben, das wohl frühestens in 15 bis 20 Jahren realisiert werden kann.“

Gestern war Christian Klicki indes guter Dinge. Die Nachricht, dass seine anfängliche Vision auch bei der Kreisverwaltung Zuspruch fand, beflügelte ihn: „Das ist sehr erfreulich. Ich muss mich bei der Verwaltung bedanken, dass sie meine Idee aufgegriffen hat und offensichtlich damit arbeiten will.“

Welche Form der Mobilität es auf der Balkantrasse künftig geben soll, steht noch in den Sternen. Fakt ist, dass Klicki und seine Fraktion sich sowohl eine erneute Bahnanbindung, einen Schnellbus, aber auch so genannte Skytrains, ähnlich einer Schwebebahn als Mobilitätsfaktoren vorstellen könnten. Daneben dann, eventuell, auch noch den Radverkehr.

„Dass der Kreis unsere Idee so positiv aufgenommen hat, ist für uns ein erster Schritt“, sagt Beigeordneter Thomas Marner, der die Vision von Anfang an mit unterstützt hatte. „Jetzt geht es an die Umsetzung.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Grünstraße: Radfahrer kritisiert Ampel
Grünstraße: Radfahrer kritisiert Ampel
Grünstraße: Radfahrer kritisiert Ampel
Falscher Bankmitarbeiter trickst Seniorin am Telefon aus
Falscher Bankmitarbeiter trickst Seniorin am Telefon aus
Falscher Bankmitarbeiter trickst Seniorin am Telefon aus
Fachstelle Sucht ist komplett
Fachstelle Sucht ist komplett
Wunschbaum steht wieder im Rathaus
Wunschbaum steht wieder im Rathaus

Kommentare