Prozess

Axt-Prozess: Polizistin schildert Einsatz

Relativ schnell leiteten die Polizisten am Tatort eine Fahndung nach dem Angeklagten ein.
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Relativ schnell leiteten die Polizisten am Tatort eine Fahndung nach dem Angeklagten ein.

Beamtinnen beschreiben im Landgericht eine „kuriose Situation“.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Wermelskirchen. Es war ein kurzer dritter Verhandlungstag, der schon am Freitagmorgen begann. Am Landgericht Köln wird wie berichtet derzeit vor einem Schöffengericht gegen einen 29-Jährigen verhandelt, dem vorgeworfen wird, seine Eltern im Schlaf mit mehreren Axthieben schwer verletzt zu haben. Der Tat, die im Oktober des vergangenen Jahres geschehen sein soll, folgte ein Sprung des vermeintlichen Täters von einer Autobahnbrücke in Hünger, bei der dieser sich so schwer verletzte, dass er derzeit im Rollstuhl sitzt.

So umfangreich die Aussagen der beiden Elternteile zuvor gewesen waren so kurz ging es am Freitag zu.

Geladen war eine 25-jährige Polizeibeamtin, die zusammen mit einer Kollegin am frühen Morgen des 1. Oktobers 2021 als erste am Tatort gewesen war. „Wir waren auf Streife und wurden durch die Leitstelle zu einer etwas seltsam klingenden Situation gerufen – der Anrufende sei wohl der Schwiegersohn der Geschädigten gewesen, der diese nach dem Angriff gefunden habe“, sagte die Polizeibeamtin. Die Beamtinnen seien zeitgleich mit dem Rettungswagen angekommen. „Der Schwiegersohn erwartete uns schon“, sagte die 25-Jährige. Sie habe zusammen mit ihrer Kollegin die eine Hälfte des Doppelhauses durchsucht, den Rest des Hauses dann nach Eintreffen der Verstärkung.

„Wir haben die Geschädigte angetroffen. Sie hatte ein Handtuch am Kopf, das war voller Blut. Es war überhaupt sehr viel Blut im Haus“, sagte die Zeugin. Der Vater des Angeklagten sei blutend und ohne Bewusstsein im Bett liegend angetroffen worden.

Die Fahndung nach dem Sohn sei zunächst erfolglos verlaufen, bis die Meldung eingegangen sei, dass sich auf der Autobahnbrücke in Hünger jemand befinde – und wenig später gesprungen sei.

Prozess wird am 8. August fortgesetzt

Bei der Durchsuchung des Tatorts hätten die Polizeibeamten eine Axt vorgefunden. „Sie sah neu aus, war aber mit Blut befleckt“, sagte die Zeugin. Der Schwiegersohn habe sie im Hausflur liegend vorgefunden und auf einen Wohnzimmertisch gelegt. „Er sagte, dass er sie noch nie gesehen habe und davon ausgegangen sei, dass der Angeklagte sie neu gekauft habe“, führte die Polizistin weiter aus. Sie gab auch an, dass die Mutter, die sie als „sehr benommen, verwirrt und unter Schock stehend“ beschrieb, angegeben habe, dass sie durch die Axtschläge wach geworden sei.

Der Prozess gegen den Wermelskirchener wird am Montag, 8. August, um 13 Uhr fortgesetzt. Dann soll unter anderem die Schwester des Angeklagten als Zeugin vor dem Landgericht in Köln gehört werden.

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