Katt

Ausbildungstag stößt nur auf geringes Interesse

Alessio Akkad (17) informierte sich bei Simon Klooß am Stand von Tente Rollen.
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Alessio Akkad (17) informierte sich bei Simon Klooß am Stand von Tente Rollen.

Namhafte Aussteller präsentierten sich im Berufskolleg und in der Katt.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Alessio Akkard (17) und Luca Nickl (16) verstauen gerade das neue Infomaterial in ihren Taschen. Lange haben die beiden Schüler mit Christin Börner von Kuhn Edelstahl aus Radevormwald gesprochen. „Ich bin auf der Suche nach einem Praktikumsplatz“, sagt Luca Nickl. Und sein Mitschüler nickt. Die beiden machen ihr Fachabi am Berufskolleg und nutzen am Samstag die Einladung zum Bergischen Ausbildungstag, um Betriebe kennenzulernen.

„Es soll in die Richtung Mechatroniker gehen“, sagt Luca Nickl, „ich kann mir allerdings auch einen Beruf mit mehr Kundenkontakt gut vorstellen.“ Es sei gut, viele verschiedene Arbeitgeber und damit die Möglichkeiten in der Region kennenzulernen. Alessio Akkard hat an diesem Tag noch ein anderes Ziel: „Ich habe noch keine Berufsentscheidung getroffen und schaue mich noch in viele Richtungen um“, sagt er.

Die beiden jungen Männer treffen dabei auf offene Ohren und vor allem auf Betriebe, die sich um sie bewerben. „Natürlich merken wir, dass die Unternehmen hier auf der Suche sind“, sagen die beiden. Und es sei gut zu wissen, dass sie sich keine großen Sorgen um freie Stellen oder Ausbildungsplätze machen müssten. „Das sind für uns natürlich gute Perspektiven“, sagt Luca Nickl. Tatsächlich sitzen die meisten Aussteller beim fünften Bergischen Ausbildungstag bei diesem Thema im gleichen Boot. Egal ob Christin Börner von Kuhn Edelstahl oder Jaqueline Liebe von der BEW, ob Cora-Lee Halbach von der Stadt oder Claudia Mira Juric aus dem Seniorenpark: Die allermeisten Betriebe suchen inzwischen händeringend Auszubildende. Also zeigen sie beim Ausbildungstag großen Einsatz: Mit aufwendigen und originellen Präsentationen und einem hohen Personalaufwand bewerben sich die meisten Betriebe bei den Schülern.

Die Mannschaft von „BGS technic“ aus Wermelskirchen spielt den Jugendlichen gut gelaunt einen Ball zu – im wörtlichen, aber auch im übertragenen Sinne. Die AOK lädt zum Tippspiel ein, das Küchenteam aus dem Seniorenpark „carpe diem“ hat kleine Burger vorbereitet.

Die meisten Schüler werden von ihren Eltern angetrieben

Die Stimmung am Samstagmittag ist allerdings verhalten: Denn so einig sich die Unternehmen in ihrer Not sind, so einig stellen sie auch fest, dass das Interesse am Ausbildungstag offensichtlich mager ist. „Es ist sehr ruhig heute“, sagt Jaqueline Liebe von der BEW. Und die meisten Vertreter der heimischen Aussteller stimmen ihr zu. Nur wenige Jugendliche seien unterwegs. Viele seien noch sehr jung und stünden am Anfang der Berufsorientierung. Abschlussschüler, die schon auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz seien, finde man kaum. „Und die meisten Schüler werden eher von ihren Eltern angetrieben, als selbst auf der Suche zu sein“, sagen viele der Aussteller.

Auch Michael und Anja Witkowski haben Sohn Fynn dazu animiert, gemeinsam den Ausbildungstag zu besuchen. „Um Ideen für die Ausbildung oder das Studium zu finden“, sagt der Vater, „wir hoffen, das hilft ein bisschen.“ Fynn ist noch skeptisch. „Ich weiß noch nicht, in welche Richtung es gehen soll“, sagt er, „aber ich habe hier heute viele Informationen bekommen. Das ist nicht schlecht.“

Schulleiter Thilo Mücher und seine Stellvertreterin Cathrin Hans hätten sich auch mehr Zulauf gewünscht. Die Schüler seien womöglich noch in einer Art „Dornröschenschlaf“, sagt Cathrin Hans.

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