Aprilwetter hat auch etwas Gutes

Ein Geistlicher macht sich Gedanken

Von Pfarrer Dr. Dieter Jeschke, Ev.-ref. Kirchengemeinde Radevormwald

Aprilwetter! Während ich schreibe, prasselt ein Hagelschauer an mein Fenster. Was für ein Aprilwetter in diesem Jahr! Als ich vormittags einkaufen ging, schien noch schön die Sonne. Während ich den vollbepackten Einkaufswagen nach draußen schiebe, sehe ich, wie dunkel der Himmel geworden ist! Schnell wieder nach Hause! Und schon prasselt es los.

Ich blicke verträumt in den Himmel, genieße den heißen Espresso und hänge meinen Gedanken nach. Ein Moment der Stille, mitten am Dienstagnachmittag! Gestern war es ähnlich. Während zweier Videokonferenzen zeigt das Aprilwetter, was es dieses Jahr alles drauf hat: ein feiner Landregen. Eigentlich gut für die Natur, aber schlecht für meine Stimmung. Ganz unverhofft bricht die Sonne für einen Moment durch! Im Garten hat das Rotkehlchen ein Nest gebaut. Ja, so fährt es mir in den Sinn, die Brutzeit beginnt! Die Sonnenstrahlen machen den „Vogel des Jahres 2021“ aktiver. Ich schaue ihm zu. Gleich beginnt die nächste Konferenz, aber ich bin innerlich ruhiger geworden.

Klingt das reizlos? Tja, ich würde mich heute auch lieber auf den Wein- und Käseabend mit Freunden freuen oder wieder einmal ein schönes Konzert besuchen. Es fehlt mir sehr in der Corona-Zeit. Aber ich merke auch, wie mir die Stille guttut. Reizlos? Mag sein. Aber meine Zeit ist ansonsten völlig reizüberflutet. Ich komme ansonsten viel zu selten zur Ruhe, zur Besinnung, zum Innehalten.

Das Aprilwetter hat also doch etwas Gutes! Automatisch lenkt es meine Sinne auf die stillen Momente. Und auf wertvolle Augenblicke, die mir guttun. Sie bringen mich dazu, mir im Alltag meine Gedanken zu Gott zu machen und zu „Wir in dieser Welt“. Abends im Bett spreche ich mein Nachtgebet. Beim Aprilwetter tue ich es heute mit einem Liedvers: „Umringt von Fall und Wandel leben wir. Unwandelbar bist du: Herr, bleib bei mir“ (Ev. Gesangbuch, Nr.488.2).

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