Anwohner wollen einen runden Tisch

Nach den Unruhen am Jugendfreizeitpark kommen Betroffene in Bürgerhäusern ins Gespräch

Von Theresa Demski

Die Anwohner rund um den Jugendfreizeitpark haben Redebedarf. Bereits in der vergangenen Woche hatte ein Betroffener gegenüber der Redaktion von nächtlicher Ruhestörung auf dem noch gesperrten Platz berichtet. Das Gesprächsangebot der Fraktion „Zukunft Wermelskirchen“ am vergangenen Sonntag nahmen dann auch vier weitere Bewohner an. In den Bürgerhäusern tauschten sie sich über ihre Erfahrungen aus und berichteten von Ruhestörungen vom Jugendfreizeitpark bis zum Busbahnhof.

Seit Ende Mai rufe sie jede Nacht die Polizei, manchmal auch mehrfach, berichtete eine Anwohnerin. Viel Alkohol, laute Musik und auch nächtliches Skateboard-Fahren stünden auf der noch gesperrten Anlage auf der Tagesordnung. Ein anderer Anwohner berichtete, er schreibe jeden Abend Protokoll. Das Ordnungsamt allerdings sei abends und am Wochenende gar nicht erreichbar, die Polizei komme mit großer Verspätung und spreche dann Verwarnungen aus. „Wir brauchen aber Bußgelder oder Arbeitsstunden, damit sich etwas ändert“, forderte ein Anwohner.

„Aber was passiert nach den vier Wochen?“

Eine Anwohnerin zum Sicherheitsdienst

Die Vorwürfe sind vielfältig: Während der Anwohner vor allem nachts wieder ruhig schlafen möchte, beklagte eine Betroffene die regelmäßigen Schlaggeräusche der Boards auf dem Beton, das Verhalten der Nutzer gegenüber Jüngeren und den Alkoholkonsum. Die Anlage hätte von Anfang an in einer Halle geplant werden müssen und nicht unter freiem Himmel, hieß es. Jetzt sei zumindest ein Zaun notwendig, um den Einlass zu kontrollieren.

Ein Anwohner vom Busbahnhof erinnerte unterdessen an große Gruppen von Jugendlichen, die am Wochenende regelmäßig am Busbahnhof „feiern und randalieren“. „Wenn die Stadt hier ein Phantasialand zwischen Bahnhof und Jugendfreizeitpark aufbaut, dürfen wir uns nicht wundern, wenn diese Attraktion auch angenommen wird“, erklärte ein anderer Besucher.

So gilt der Vorwurf vor allem der Stadt: Dort höre man den Betroffenen nicht zu, heißt es. Man fühle sich machtlos. Der Sicherheitsdienst, der seit vergangener Woche im Einsatz sei, sei ein gutes Signal, und eine Nacht sei es nun wirklich ruhiger gewesen. „Aber was passiert nach den vier Wochen?“, fragte eine Dame. Man ziehe inzwischen eine Strafanzeige gegen die Stadt in Betracht, erklärten die Anwohner – wegen Lärmbelästigung. Und wenn es keine andere Lösung gebe, sei man auch bereit zu klagen.

Eine Besucherin gab schließlich zu bedenken: „Wir haben Sommer und Ferien. Irgendwo müssen die Jugendliche nach diesen schweren Monaten des Verzichts doch hin. Es hilft nicht, wenn sie nirgendwo erwünscht sind.“

Fürs Erste wollen die Anwohner nun das Gespräch mit der Stadt suchen: Sie empfehlen einen „Runden Tisch“, bei dem aber auch die Bewohner eine Stimme bekommen.

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