Besonders Schulkinder gefährdet

Anwohner fordern Querungshilfe

Rund 6000 Fahrzeuge passieren täglich die L 409. Nur wenige halten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Foto: Anja Carolina Siebel
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Rund 6000 Fahrzeuge passieren täglich die L 409. Nur wenige halten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung.

Die Verkehrssituation in Eipringhausen ist weiterhin belastend.

Von Anja Carolina Siebel

Nicola Hugen erinnert sich noch genau an einen Wintermorgen im Jahr 2017. „Wir wollten zu mehreren Eltern damals unsere Kinder zur Bushaltestelle bringen. Weil es eben so dunkel war und die Straße unübersichtlich“, erzählt die Eipringhauserin. „Damals“, berichtet sie, „wären fast zwei unserer Kinder angefahren worden.“

Seitdem engagiert ich Nicola Hugen zusammen mit einigen anderen Eltern aus Eipringhausern für eine zweite Überquerungshilfe im Ortsteil. In Untereipringhausen hatte der für die dortige L 409 zuständige Landesbetrieb Straßen NRW bereits eine solche installiert. Und im Herbst 2020 sah es auch so aus, als könnte in Obereipringhausen eine entstehen. Bisher tat sich aber nichts.

Die Wermelskirchener Grünen hatten einen entsprechenden Antrag bereits im Frühjahr 2020 eingereicht. „Es ist wirklich absolut unübersichtlich dort“, bestätigt Stefan Janosi noch einmal. „Zu der ohnehin für Autofahrer sehr schlecht einsehbaren Kuppel, hinter der die Ortschaft liegt, kommt die fehlende Beleuchtung.“

„Brenzliche Situationen gibt es hier zur Genüge“

Nicola Hugen, Anwohnerin

Mehrere Ortstermine mit Anwohnern hatte es wegen der schlechten Verkehrssituation, insbesondere für Schulkinder, bereits vor Ort gegeben. Täglich passieren nach Messungen rund 6000 Fahrzeuge die Straße. Und das nicht immer mit angepasster Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern. „Es hat ja auch Geschwindigkeitsmessungen gegeben“, erinnert sich Nicola Hugen. „Das Ergebnis war deutlich: Die meisten fahren einfach zu schnell.“ Sie wäre schon froh, sagt sie, wenn es eine Beleuchtung gäbe.

„Meine Kinder sind mit 13 und fast 15 zwar schon recht groß. Aber selbst meine Tochter sagt immer wieder, dass sie ein ungutes Gefühl hat, wenn sie die Straße überquert“, berichtet die Mutter zweier Kinder.

Nicola Hugen merkt zudem an, dass gerade in Eipringhausen viele Familien mit kleineren Kindern leben würden. „Die Stadtverwaltung hat uns gegenüber betont, dass es den Grundschülern zuzumuten sei, mit dem Bus nach Wermelskirchen zu fahren. Das wäre es ja auch, wenn die Verkehrssituation hier besser wäre“, sagt sie.

Baulastträger der L 409 ist eigentlich der Landesbetrieb Straßen NRW. Die Stadt Wermelskirchen hatte sich aber bereits im Oktober 2020 bereiterklärt, selbst für die Querungshilfe aufzukommen. 50 000 Euro soll die Maßnahme kosten. In mehreren Fachausschüssen und im Rat wurde damals darüber diskutiert. „Der durch die Landstraße 409 stark belastete Ortsteil Eipringhausen bekommt eine zweite Querungshilfe“, hieß es dann auch im Oktober 2020 in einem Zeitungsbericht. Diese Querungshilfe sollte insbesondere für die Wohnsiedlung nahe dem Feuerwehrgerätehaus gebaut werden. Bei der Stadtverwaltung hieß es damals, dass man diese Notwendigkeit sähe, weil dort täglich 6000 Fahrzeuge über die L 409 fahren und an beiden Fahrbahnseiten Bushaltestellen stehen würden.

Der Landesbetrieb Straßen NRW besitze für Landstraßen keine Mittel und Kapazitäten, hieß es in der Vorlage zum Fachausschuss. So müsse die Stadt als Planer und Finanzier einspringen.

Das will sie auch heute noch, bestätigt Thomas Marner, Technischer Beigeordneter der Stadtverwaltung. Entsprechend sei die Maßnahme die nächste Haushaltsplanung eingebracht worden. „Weil das aber erst im Sommer dieses Jahres möglich war, haben wir uns auch dann erst an den Landesbetrieb Straßen NRW gewandt“, erklärt der Beigeordnete. Die Landesbehörde muss als Baulastträger genehmigen, dass dort gebaut wird. „Wir warten jetzt auf diese Genehmigung“, sagt Marner. Auch wenn die da sei, müssten aber erst Planung und Ausschreibungen erfolgen.

Es wird also dauern. Für Nicola Hugen ist das ein schwacher Trost. „Wir hoffen nicht, dass etwas Schlimmes passiert und erst dann gehandelt wird. Brenzlige Situationen gibt es hier zur Genüge.

Standpunkt: Ein sinnvolles Angebot

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Ob man sein Kind nun impfen lässt oder nicht, bleibt freilich jedem und jeder selbst überlassen. Es ist nachvollziehbar, dass Eltern sich erst umfassend informieren und mehrere Meinungen einholen möchten, bevor sie – Nutzen und Risiken abwägend – diesbezüglich zur Tat schreiten. Nachdem die Ständige Impfkommission (Stiko) ihr Okay zur Impfung von Kindern ab fünf Jahren gegeben hat, ist das aber nun möglich. Und jene Eltern, die das befürworten, werden erleichtert sein. Denn gerade in Kindergärten und Schulen ist es zuletzt häufiger zu Corona-Ausbrüchen gekommen. Ganze Schulklassen oder Kita-Gruppen mussten deshalb geschlossen werden. Aktuell kursiert die Omikron-Variante in zwei Kindergärten und einer Schulklasse. Das war absehbar, denn gerade dort sitzen Kinder und Jugendliche dicht beieinander, spielen, toben und haben sicher oft andere Gedanken, als Abstand zu halten und die Maske zu tragen. Deshalb sollten jene Eltern, die für sich und ihr Kind entschieden haben, zu impfen, das Angebot schnell wahrnehmen. Je mehr Menschen geschützt sind, desto besser.

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