Angeklagter muss 3000 Euro zahlen

Der Prozess fand vor dem Landgericht in Wuppertal statt.Foto: lho
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Der Prozess fand vor dem Landgericht in Wuppertal statt.Foto: lho

41-Jähriger wegen Exhibitionismus vor Gericht

Von Dirk Lotze

Ein 41 Jahre alter Familienvater aus Remscheid zahlt in einem Prozess um exhibitionistische Handlungen in seinem Auto 3000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Damit vermeidet der Mann eine Verurteilung.

Grund für die glimpfliche Wendung im Berufungsprozess vor dem Landgericht Wuppertal ist die Coronavirus-Krise: Die beiden Opfer konnten Mittwoch überraschend nicht im Zeugenstand erscheinen.

„Sie wartet auf ihr Testergebnis. Bis dahin geht bei ihr erst mal gar nichts.“

Richterin zum Fernbleiben einer Zeugin

Laut früheren Feststellungen des Amtsgerichts fuhr der Mann im Februar 2019 abends allein durch Remscheid. Er habe gehalten und ein Seitenfenster abgesenkt, als er zwei Frauen zu Fuß entgegenkommen sah. Er habe gefragt, ob sie nicht „Bock haben“, einzusteigen. Während dessen habe er mit offener Hose an sich manipuliert. Die Passantinnen hätten seinen Penis gesehen.

Auf den Übergriff gingen die Frauen nicht ein – sondern zeigten den Mann an. Das Amtsgericht verhängte nicht rechtskräftig eine Geldstrafe entsprechend zwei Monatseinkünften – in diesem Fall 3600 Euro. Dagegen hatte der 41-Jährige Berufung eingelegt. Im Landgericht wartete seine Frau auf dem Gang, mit einem Kleinkind, während er mit einem Anwalt den Saal betrat. Drinnen allerdings stellte sich heraus: Eine der Zeuginnen hatte sich abgemeldet, weil ihr Kind mit Erkältungszeichen erkrankt sei und niemand die Betreuung übernehmen könne, ein Attest werde nachgereicht. Die zweite Zeugin musste zu Wochenbeginn in einem anderen Gerichtsprozess im Ausland aussagen – in einem Corona-Risikogebiet. Die vorsitzende Richterin stellte klar: „Sie wartet auf ihr Testergebnis. Bis dahin geht bei ihr erst mal gar nichts.“

Die Lösung des Gerichts: Die Straftat liege am unteren Rand der Kriminalität. Durch 3000 Euro lasse sich das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung beenden. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft stimmten zu.

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