Entlastungspaket

Spritpreise sinken: An Tankstellen herrscht Hochbetrieb

An der „Star“-Tankestelle in Stumpf machten viele Autofahrer Halt, um von den gesunkenen Spritpreisen zu profitieren.
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An der „Star“-Tankestelle in Stumpf machten viele Autofahrer Halt, um von den gesunkenen Spritpreisen zu profitieren.

Betreiber gehen von weiteren Preissenkungen aus.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. In Stumpf herrscht am Mittwochmittag Hochbetrieb. Gegen 13 Uhr bildet sich eine Schlange an den Zapfsäulen. 1,86 Euro kostet der Liter Super in diesem Moment, Diesel 1,90 Euro. Für Preise, die vor einem Jahr noch als astronomisch hoch galten, stehen die Autofahrer nun Schlange. Pünktlich zum 1. Juni hat die Bundesregierung den Steuernachlass umgesetzt.

„Bei uns hat sich das um 7 Uhr heute Morgen bemerkbar gemacht“, sagt Maximilian Mohr an der freien Tankstelle „bft“ an der Berliner Straße: Kostete der Liter Benzin bis dahin 2,22 Euro, bezahlten Autofahrer danach nur noch 1,92. 30 Cent gespart. „Und die Kunden haben auch sofort reagiert“, erzählt Mohr. Bis 9.30 Uhr habe Hochbetrieb geherrscht, dann sei es etwas ruhiger geworden. „Die Menschen sind allerdings lange nicht zufrieden“, sagt er, „sie halten die Preise immer noch für viel zu überhöht.“

Das bekommt auch Inga Munder an der Aral-Tankstelle mit: Fast jeder Kunde spricht sie auf die Spritpreise an – und auch auf ihren Ärger über die nach wie vor hohen Summen. Der Diesel kostet am Mittwochmittag an der Aral 1,92 Euro, für den Liter Super bezahlen die Kunden 1,94 Euro. „Bis 9 Uhr war richtig viel los“, sagt Inga Munder. Obwohl der Dieselpreis zu diesem Zeitpunkt noch über 2 Euro lag. „Es gab schon enttäuschte Kunden, die sich von diesem Tag mehr erhofft hatten“, sagt sie, „aber wenigstens sind wir jetzt mal wieder unter den 2 Euro pro Liter.“ Einfluss auf die Preisanzeige hat sie nicht. Regelmäßig geht ihr Blick zu den aktuellen Preisen. „Wir gehen davon aus, dass es nach den Feiertagen etwas weiter runtergeht“, sagt Inga Munder. Erfahrungsgemäß würden die Preise vor langen Wochenenden anziehen, weil die Nachfrage durch Kurzurlauber steige.

Unterdessen fordert Thomas Müther, Sprecher des ADAC Nordrhein: „Wir erwarten von den Tankstellenketten, dass sie die Preise zum langen Pfingstwochenende nicht wieder nach oben schrauben, um durch die Hintertür selbst Kasse zu machen und vom Tankrabatt zu profitieren.“ Der ADAC beobachtete am Mittwochmorgen unterdessen ganz unterschiedliche Entwicklungen: Die Senkung der Energiesteuer habe zu teils extremen Preisunterschieden an den Tankstellen geführt. Bei den Spritpreisen gebe es teilweise Unterschiede von 20 bis 40 Cent je Liter und das auch an Tankstellen, die sehr nah beieinander liegen. „Es gibt auch Tankstellen, an denen vom Tankrabatt noch wenig bis gar nichts zu sehen ist“, beklagt Müther. Das könne an Logistikproblemen liegen oder daran, dass zunächst der teuer eingekaufte Sprit aus dem Mai noch zu höheren Preisen abverkauft werden soll. „Gerade bei Super-Benzin sind wir aktuell häufig noch ein ganzes Stück von der vorgesehenen Reduktion entfernt“, erklärt der ADAC-Sprecher.

Der Club rate dringend dazu, die Spritpreise mit Hilfe entsprechender Apps zu vergleichen und zu schauen, wo rund um den Wohn- oder Arbeitsort oder entlang der Route die günstigsten Tankstellen seien. „Wer noch genug Sprit im Tank hat, der sollte versuchen, immer am Abend zu tanken. Zwischen 18 und 19 und 20 und 22 Uhr ist es am günstigsten. Ansonsten bietet es sich an, auch noch den einen oder anderen Tag zu warten; dann sollte der Rabatt an allen Tankstellen in vollem Umfang ankommen“, so Müther.

Die Mühe machen sich viele Autofahrer in Wermelskirchen am Mittwoch allerdings nicht: „Ich tanke, weil der Tank leer ist“, sagt ein Autofahrer an der Aral-Zapfsäule. Viele Autofahrer, die am Mittwochmittag unterwegs sind, sehen das ähnlich. „Meine Freundin und ich fahren in den Urlaub nach Renesse, da brauchen wir einen vollen Tank“, sagt ein junger Mann, „wir können nicht darauf warten, dass die Preise sinken.“

Auch an der freien Tankstelle sind die meisten Kunden eher desillusioniert: „Zu den Preisen sag ich lieber nichts“, erklärt ein Autofahrer, der gerade den Tankdeckel abschraubt.

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