Alten Burgen, Schlössern und Herrenhäusern auf der Spur

Die Route führt an malerischen Schlössern und Burgen vorbei: Das Schloss Waldhof (o.), das Wasserschloss Hackhausen (v. l.), das Haus Berg und die Wasserburg Haus Graven sind tolle Ausflugsziele.
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Die Route führt an malerischen Schlössern und Burgen vorbei: Das Schloss Waldhof (o.), das Wasserschloss Hackhausen (v. l.), das Haus Berg und die Wasserburg Haus Graven sind tolle Ausflugsziele.

Unsere heutige Wanderung in Ohligs und Wiescheid führt uns von der Schwanenburg über Schwanenmühle bis zur Wasserburg Haus Graven

Von Andreas Erdmann (Text und Fotos)

In und um Solingen gab es früher eine ganze Reihe herrschaftlicher Häuser, Schlösser und Burgen. Allein fünf Standorte im Ohligser und Wiescheider Raum lassen sich auf einer Wanderung erkunden.

Wir starten unseren Rundweg vom Wanderparkplatz an der Ecke Haus-Gravener-Straße/Zur Schwanenmühle in Richtung Schwanenmühle. Im Wald- und Sumpfgebiet links von der Wegkreuzung stand die mittelalterliche Holz- und Turmhügelburg Motte Schwanenmühle. Sie wurde im Volksmund auch „Schwanenburg“ genannt und gilt als Vorgängerburg der nahe gelegenen Wasserburg Haus Graven.

Von der etwa im elften Jahrhundert errichteten Befestigungsanlage sind noch Wälle und Gräben sowie der Turmhügel vom Wohnturm des Burgherrn erhalten. Fachleute des Landesmuseums Bonn, welche die Burg 1968 vermaßen, hielten sie für „eine der besterhaltenen Wehranlagen dieses Typs im vorderbergischen Raum“.

150 Meter davon entfernt steht zwischen einem Gasthaus und einem Wohnhaus die Schwanenmühle. Vermutlich 1554 erbaut, gibt es Hinweise, dass es vor Ort schon 1341 eine Getreidemühle gab. Die Mühle stand damals ausschließlich im Dienst des Rittersitzes Haus Graven. Der Ortsname ist nicht auf „Schwäne“ sondern auf das Wort „Schwenden“ zurückzuführen, das auf eine bestimmte Art des Rodens – das Anhauen von Bäumen, die darauf absterben, „schwinden“ – hinweist. 1937 war die Schwanenmühle noch Mahlmühle. Zugleich betrieb man ein Restaurant und eine „Sommerfrische“.

Wir durchqueren die Hofschaft. Am letzten Haus zweigt rechts ein Wanderweg ab, der entlang eines Feldes in den Ort Krüdersheide führt. 1488 wurde dieser als „Krudersbergh“ erstmals schriftlich erwähnt. Das Wort „Krüder“ spielt wohl auf Kräuter oder einen Apotheker und Kräutersammler an.

Waldhof steht an einer prächtigen Gartenanlage

Nach dem markanten Haus Krüdersheide 4 geht es links zum Waldhof Hackhausen. Das schlossähnliche Herrenhaus wurde 1910 nach den Plänen des Architekten Paul Schultze-Naumburg im neo-klassizistischen Stil mit Biedermeier- und neubarocken Elementen errichtet, der drei Jahre zuvor das ausgebrannte Wasserschloss Hackhausen wieder aufbaute. Bauherr war Eugen Berg. Der Waldhof, zu dem zwei Rosskastanienalleen führen, steht an einer prächtigen Gartenanlage mit Rosen und Rhododendren. Neben Schwimmbad, Seerosenteich und Springbrunnen gehört ein Kutscherhaus zum Anwesen.

Wir gehen zurück durch den Ort – linkerhand liegen der Krüdersheider Hof und die frühere Ölmühle. Nach Überquerung des Viehbachs folgen wir links dem Klingenpfad durch den Wald. Wir passieren den Tränkebach, kommen entlang eines Feldes. Links hinter Wiesen, teils von Bäumen verdeckt, erblicken wir das schlossähnliche Herrenhaus Haus Berg. Kaufmann Richard Berg ließ den neuzeitlichen Herrensitz mit mehreren Türmen, großem Hof und Wirtschaftsgebäuden 1896 als „das neue Schloss Hackhausen“ errichten. Umsäumt von einer stattlichen Parkanlage, hat es seinen Zugang von der Bonner Straße.

Rechts am Pfad, hinter Bäumen, liegt der Hackhauser Hof. Der Gutshof ist auf einer Karte von 1715 verzeichnet, die Ursprünge liegen aber im Dunkeln. Seit 1961 beherbergt er eine evangelische Jugendbildungsstätte.

Wir überqueren die Bonner Straße und gelangen auf dem gegenüberliegenden Weg zum Wasserschloss Haus Hackhausen, das mit seinem hohen Dach und mittigem Turm bald Linkerhand hinter dem Schieferhaus Hackhausen 9 auftaucht. Errichtet wurde der von einem Teich und Wirtschaftsgebäuden umgebene Bau 1772 durch den Freiherrn von Bottlenberg-Kessel.

1887 wurden das Schloss, angrenzende Bauten, so eine aus dem 17. Jahrhundert stammende Mühle, durch Brandstiftung großteils zerstört. Nachdem man das Untergeschoss gleich wieder herrichtete, ließ Kaufmann August von Recklinghausen das Bauwerk 1907 in seiner ursprünglichen Form von 1772 rekonstruieren. Wir folgen dem Feldweg, der vor Haus Hackhausen 9 am Wegkreuz ansetzt, zum Hackhauser Busch. Wer einen Abstecher zu einer Wallfahrtsstätte unternehmen mag, folgt links dem Waldweg. Die Wallfahrt mit einer Marienstatue liegt etwas zurückgesetzt hinter der Wegkurve.

Weiter geht es vom Ende des Feldwegs aus rechts. Wir überqueren den Börkhauser Bach und kommen zur Straße Bodlenberg, in die wir rechts einbiegen. Sie stößt auf die Bonner Straße, der wir linksum bis zur Haus-Gravener-Straße folgen. Links davon zweigt der Graf-von-Mirbach-Weg ab. Er führt am Segelflug-platz Wiescheid entlang bis zur alten Wasserburg Haus Graven. Während der Ortsname Graven schon 1334 urkundlich auftaucht, erscheint die Burganlage selbst erst 1341 schriftlich, als Knappe Adolf von Graven vom Kölner Erzbischof Walram von Jülich mit ihr belehnt wurde. Die Burg gilt als Nachfolgeburg der 800 Meter entfernten Motte Schwanenmühle.

Nach schweren Zerstörungen des Rittersitzes im Dreißigjährigen Krieg ließ Conrad Gumprecht von Velbrück die dreiflügelige Vorburg mit ihren flachen Ecktürmen 1656 wieder instand setzen. Diese ist bis heute erhalten. Auf die Hauptburg weisen nur Reste der Grundmauern hin. Das Herrenhaus mit sechs Türmen soll 1790 abgebrochen worden sein. Von der Burg aus folgen wir rechtsum der Straße Im Schwanenfeld, die uns zurück zum Ausgangspunkt führt.

Route 8

Die Route 8 führt an malerischen Schlössern und Burgen vorbei:

Dauer: etwa 90 Minuten

Schwierigkeitsgrad: leicht, auch für Familien mit Kindern geeignet

Ausrüstungstipp: festes Schuhwerk

Wasserburg Haus Graven: Langenfeld, Haus Graven 1, Gastronomiebetrieb aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen, Öffnungszeiten: sonntags und samstags 11 bis 18 Uhr, mittwochs bis freitags 13 bis 18 Uhr – bitte vorher telefonisch erfragen: Tel. (02 12) 65 19 76,

www.haus-graven.de

Restaurant-Café Schwanenmühle: Langenfeld, Zur Schwanenmühle 1, Öffnungszeiten: freitags und samstags 15 bis 24 Uhr, sonntags 11 bis 21 Uhr – bitte vorher telefonisch erfragen: Tel. (02 12) 38 21 94 10. Besuche erst nach dem Lockdown.

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