Als Auszeichnung gibt’s eine Urkunde

Eine Tapferkeitsurkunde für Martha: Nadine Spiegel von den Johannitern überreichte dem Mädchen eine kleine Belohnung.    Foto: Theresa Demski
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Eine Tapferkeitsurkunde für Martha: Nadine Spiegel von den Johannitern überreichte dem Mädchen eine kleine Belohnung.    Foto: Theresa Demski

300 Kinder ließen sich am Samstag in Wermelskirchen impfen

Von Theresa Demski

Martha hat es geschafft. „Es hat ganz schön gepikst“, sagt das Mädchen, als es aus der Kabine in der alten Sparkassenfiliale am Rathaus kommt. Gedankenverloren reibt sie sich noch über den Arm. Aber ihrem Vater ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Und auch Nadine Spiegel, Koordinatorin der Johanniter strahlt. „Toll gemacht“, lobt sie und übergibt Martha die bunte Tapferkeitsurkunde.

 Der Impftermin am Samstag gehört den Kindern: Nachdem bereits die Hausärzte in Wermelskirchen eine Impfaktion für die Jüngsten organisiert hatten, zieht der Kreis nach. Kinderärzte und auch andere Ärzte aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis sind am Samstag im Einsatz. 300 Familien haben sich angemeldet. „Es wären bis zu 1000 Termine möglich gewesen“, sagt Nadine Spiegel, „dann wären wir oben ins Bürgerzentrum gegangen und hätten das Personal aufgestockt.“ Aber im Moment herrsche eine „Impfflaute“. Man gehe davon aus, dass das vor allem mit den Ferien zusammenhänge. Und so werden am Samstag dann 300 Jungen und Mädchen in der alten Sparkassenfiliale vorstellig – alle mit Termin, der ist am Samstag Pflicht. „Damit wir auch die richtige Menge Impfstoff mitbringen“, erklärt Nadine Spiegel. Die Ärzte nehmen sich so viel Zeit wie möglich, kommen mit den Kindern ins Gespräch und impfen bei Bedarf auch Kuscheltiere.

 Schon am Vormittag bildet sich eine Schlange vor der Türe. „Das hat aber vor allem damit zu tun, dass viele Familien deutlich vor ihrem Termin zur Impfstelle kommen“, erklärt die Koordinatorin der Johanniter. So treffen gelegentlich mehrere Familien zeitgleich ein.

 Martha und ihr Vater werden inzwischen von den Helfern der Johanniter nach nebenan geführt. Hier läuft ein Kinderfilm an der Wand und es gibt Stifte und Malbücher. 15 Minuten sollen die Kinder hier noch warten, falls sie ungewöhnlich auf den Impfstoff reagieren. „Aber wir haben bisher bei unseren Impfaktionen mit den Kindern noch keine einzige medizinische Auffälligkeit erlebt“, sagt Nadine Spiegel. Auch Martha und ihr Vater machen sich 15 Minuten später zufrieden auf den Heimweg.

„Wir sind erst drei Minuten hier und warten auch gerne einen Augenblick.“

Anne Giesen, Mutter

Draußen haben inzwischen Anne Giesen und ihre Tochter einen Platz in der Schlange gefunden. „Wir sind erst seit drei Minuten hier und wir warten auch gerne einen Augenblick“, sagt sie, „Hauptsache geimpft.“ Die erste Impfung hat ihre Tochter bereits beim Kinderarzt bekommen. Um keinen Tag zu verlieren, hat sie den zweiten vorgezogen – dank des Angebots des Kreises.

 Direkt hinter ihr steht Helen Schmitt mit Sohn Nathan (6). „Wir haben zuhause darüber gesprochen, weil wir erst etwas unsicher waren“, erzählt sie, „aber jetzt wollten wir die Impfung so zeitig wie möglich.“ Also habe sie nach Impfmöglichkeiten für Kinder ge-googelt und sei direkt bei der Aktion des Kreises gelandet. „Wir haben online einen Termin vereinbaren können und jetzt sind wir hier“, sagt sie. Der Sechsjährige hat keine Angst vor dem Pieks. „Mama und Papa ziehen aber immer das Pflaster zu schnell ab“, erzählt er. Dieses Mal müsse es eindeutig eine andere Technik geben, um die ganze Sache etwas angenehmer zu gestalten. „Bald wird auch mein Bruder sechs“, sagt Nathan, „dann wird er auch geimpft.“

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