Alkohol-Fahrt sorgt für Führerschein-Entzug

Die Polizei wurde von Tankstellen-Mitarbeitern alarmiert. Archivfoto: Roland Keusch
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Die Polizei wurde von Tankstellen-Mitarbeitern alarmiert. Archivfoto: Roland Keusch

65-jähriger Wermelskirchener war mit 2,87 Promille unterwegs

Von Wolfgang Weitzdörfer

Es war einmal nicht die Polizei, die einen betrunkenen Autofahrer im Zuge einer Verkehrskontrolle auffliegen ließ. Im Fall eines 65-jährigen Mannes aus Wermelskirchen waren es vielmehr die Mitarbeiter einer Tankstelle an der Berliner Straße, die im Februar dieses Jahres auf ihn aufmerksam wurden, als er am frühen Abend bei ihnen in den Verkaufsraum kam. Wie sich später bei der Blutalkoholkontrolle herausstellte, hatte der Angeklagte einen Blutalkoholwert von 2,87 Promille. „Was soll ich dazu sagen? Es stimmt, was in der Anklageschrift steht“, sagte der Angeklagte reumütig, nachdem der Staatsanwalt die Anklage vorgelesen hatte. „Wenn ich hier jetzt lüge, dann bringt das doch nichts“, sagte der Angeklagte.

Er wisse allerdings nicht mehr, wie viel er getrunken habe, nur, dass es sich dabei um Wodka und Korn gehandelt habe. „Haben Sie damals gedacht, dass Sie noch fahren könnten?“, wollte die Richterin wissen. Dies bejahte der 65-Jährige.

Es musste nur einer der beiden Tankstellenmitarbeiter als Zeuge gehört werden, ein 28-jähriger Informatiker aus Wermelskirchen. „Mein Bekannter kam nach seinem Feierabend immer wieder zu mir in die Tankstelle“, sagte der 28-Jährige. Der Angeklagte habe den Verkaufsraum betreten, der Zeuge habe den Mann gekannt. „Er ist Stammkunde und kauft regelmäßig bei uns ein.“

„Wenn ich jetzt hier lüge, bringt das doch nichts.“

Der reumütige Angeklagte

An diesem Abend sei der Angeklagte jedoch anders drauf gewesen sein, wie der Zeuge während der Hauptverhandlung vor dem Wermelskirchener Amtsgericht angab. „Er war ganz offensichtlich betrunken. Wir haben eine Popcorn-Maschine hier, dort wollte er sich eine Portion ziehen. Aber er hat es nicht geschafft, das Geld einzuwerfen oder den Knopf zu drücken“, sagte der 28-Jährige. Sein Bekannter habe dem Angeklagten dabei geholfen. Im Anschluss habe der Angeklagte noch eine Flasche Hochprozentiges gekauft.

Nachdem der Angeklagte die Tankstelle verlassen habe, hätten die beiden Männer gesehen, wie der 65-Jährige in seinen Wagen eingestiegen und losgefahren sei. „Wir haben dann die Polizei gerufen.“

Der Staatsanwalt forderte eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 40 Euro sowie eine zwölfmonatige Führerscheinsperre. Letztere fand sich auch im Urteil wieder, allerdings ließ die Richterin Milde walten und verurteilte den 65-Jährigen zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 20 Euro. „Lassen Sie das künftig sein“, gab sie dem Angeklagten mit auf den Weg.

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