Wermelskirchen

ADFC will K 18 zur Radstraße machen

An der Diskussion an der K 18 am vorigen Samstag beteiligten sich auch viele Radfahrer. Foto: ADFC
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An der Diskussion an der K 18 am vorigen Samstag beteiligten sich auch viele Radfahrer.
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Fahrradclub möchte Diskussion neu entfachen und schlägt auch Alternativen vor.

Von Anja Carolina Siebel

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Ortsgruppe Wermelskirchen und Burscheid, rollt die Diskussion um die K 18 als Fahrradstraße wieder auf. Den Ortstermin am vorigen Samstag, zu dem die Grünen eingeladen hatten, nutzten die Radler, um auf ihre Interessen aufmerksam zu machen. Und das wollen sie jetzt weiterhin tun.

Wie berichtet, hatte es vor einigen Monaten einen entsprechenden Antrag der Orts-CDU und der Grünen gegeben, in dem die Ortspolitiker den Vorschlag machten, die Verbindungsstraße zwischen Burscheid-Hilgen und Dabringhausen zumindest am Wochenende umzuwidmen. Das Konzept der Fahrradstraße wurde ursprünglich als innerstädtisches Konzept entwickelt. Zusammen mit der Bürgerinitiative gegen Motorradlärm und Bündnis 90/Die Grünen (Wermelskirchen) verfolgt der ADFC jetzt den Ansatz „Fahrradstraße, Pkw frei“.

„Die K 18 ist wichtiger Bestandteil einer topographisch vergleichsweise einfach fahrbaren, landschaftlich reizvollen Verbindung zwischen dem Panorama-Radweg Balkantrasse beziehungsweise Mobilitätsknoten Hilgen-Raiffeisen-Platz und Dabringhausen, und zwar sowohl für Pendler als auch Freizeitradler“, sagt Sabine Krämer-Kox als Vorsitzende des örtlichen ADFC. Darüber hinaus mache die K 18 Ketzberg/Lindscheid und die Große Dhünn-Talsperre auf einer attraktiven Strecke sicher erreichbar. Die passionierten Radfahrer hätten sich schon länger eine gut erreichbare Verbindung von den Außenbezirken Dhünn und Dabringhausen zur Trasse und den umliegenden Radwegen gewünscht.

Die Alternativen über Waldwege seien in ihrer jetzigen Form indiskutabel, findet die ADFC-Vorsitzende. Ein Ausbau einer der vier zur Verfügung stehenden Strecken zu einem Radweg erfordere zum einen hohen finanziellen Aufwand, zum anderen lägen die Strecken im geschützten Gebiet. Dort seien gerade für Pendler geeignete Wege, die unter anderem gut beleuchtet und breit sein müssten, nicht genehmigungsfähig. „Wir möchten ja nicht nur Freizeitradlern, sondern auch Berufspendlern die Chance geben, mit dem Rad an die Verkehrsknotenpunkte, beispielsweise in Opladen, zu kommen“, unterstreicht Sabine Krämer-Kox.

„Wir möchten für das Konzept werben, sind aber für Alternativen offen.“

Sabine Krämer-Kox, Vorsitzende ADFC

Derzeit sei das Befahren der K 18 für Radfahrende allerdings mit hohem Sicherheitsrisiko verbunden. Kox: „Der Vorschlag der Umwidmung als reine Fahrradstraße wurde auch im Hinblick auf den entstehenden Edeka-Markt in Dabringhausen abgelehnt. Allgemein ist allerdings eine Anbindung Dabringhausens für Radfahrende gewünscht, insbesondere auf den neuen Mobilitätsknoten Raiffeisenplatz.“

Die Bedenken einiger Anwohner, dass es im Falle einer Umwidmung der K 18 besonders an den Wochenenden wegen der dann vielbefahrenen anderen Straßen, wie zum Beispiel der L 492 Richtung Markusmühle, zu hohem Lärmaufkommen kommen könnte, kennt die ADFC-Vorsitzende. „Ich habe aber gehört, dass vor allem Motorradfahrer an den Wochenenden gern Rundfahrten machen, die die K 18 einschließen. Das würde mit einer solchen Umwidmung ja wegfallen.“

Zudem setzt Sabine Krämer-Kox auf Rücksichtnahme aller Beteiligten. „Wir möchten für unser Konzept werben, sind aber natürlich auch für Alternativvorschläge offen“, sagt sie. Zum Beispiel könne sie sich auch gut eine Einbahnstraße vorstellen, bei der die Radfahrer gegenläufig fahren könnten.

Vor allem möchte sie einen Appell an alle Verkehrsteilnehmer richten. „Wenn man sich mit Freundlichkeit und Konstruktivität begegnet, kann man so viel gemeinsam erreichen. Das sollten wir anstreben.“ 

Fahrradstraße

Fahrradstraßen sind gemeinhin für Kraftfahrzeuge gesperrt. Heißt: Autos, Motorräder und Lastwagen dürfen dort in der Regel nicht fahren. Auch Fußgänger, Rollerfahrer oder Inline-Skater sind auf der Fahrbahn tabu. Allerdings erlaubt häufig ein Zusatzschild, dass manche Verkehrsteilnehmer die Straße doch zumindest zeitweise benutzen dürfen. Das kann etwa für Pkw, Motorräder oder Anlieger gelten.

Standpunkt: Diskussion ist konstruktiv

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga-online.de

Sicher gibt es einige, die die Fahrradstraße skeptisch sehen oder sogar ablehnen. Gerade die Stimmen der Anwohner, die sich wegen des zunehmenden Lärms auf den Alternativstrecken sorgen, sollten die Beteiligten auch sicher hören und ernst nehmen. Dennoch hat die Diskussion um die K 18 als Fahrradstraße Potenzial. Denn es geht um die Mobilität der Zukunft, die derzeit so breit favorisiert wird. Es entstehen Stationen mit mobilen E-Bikes, Firmen versorgen ihre Mitarbeiter mit Leih-Fahrrädern, das Radwegenetz wird immer breiter und attraktiver – und nicht zuletzt berichten die Fahrradhändler, die ja an der Quelle sitzen, dass zunehmend Räder gekauft werden. Was sich zuerst wie eine nahezu unerreichbare Vision anhörte, könnte also doch eines Tages Wirklichkeit werden. Zumal eine Radverbindung zwischen den Außenbezirken Dhünn und Dabringhausen und der Balkantrasse als Knotenpunkt für so viele andere Strecken, sowohl für Berufspendler als auch für Freizeitradler, längst überfällig ist. Und wenn auch völlig offen ist, was letztlich draus wird: Gut, dass der ADFC die Idee noch einmal angestoßen hat.

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