Freizeitpark

ADFC: Stadt vergibt einmalige Chance

Noch ist der Fußweg entlang der Dellmannstraße für Radfahrer gesperrt. Genau auf diesem Trampelpfad soll die Balkantrasse verlängert werden
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Noch ist der Fußweg entlang der Dellmannstraße für Radfahrer gesperrt. Genau auf diesem Trampelpfad soll die Balkantrasse verlängert werden

Drei Architekten arbeiten in Abstimmung mit der Stadt an einem Plan, der die Freizeitpark- und Gewerbeinteressen verbindet.

Von Karsten Mittelstädt

Wermelskirchen vergibt eine einmalige Entwicklungschance, wenn das Gelände zwischen Lidl und Am Wasserturm ausschließlich an die zwei anliegenden Autohäuser verkauft wird. Davon ist der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) in Wermelskirchen, Frank Schopphoff, überzeugt. Er ist sich sicher: „Sowohl die Wünsche der Autohäuser als auch der Freizeitpark an der Balkantrasse sind vereinbar.“ Aktuell arbeiten drei Fachleute ehrenamtlich in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung an der planerischen Entwicklung eines Vorschlags, der die Erweiterung der Autohäuser Messink und Hildebrandt und den Freizeitpark erlaubt.

Dass sich seit vergangenen Jahres mit dem Verein Rollrausch, dem CVJM und dem ADFC drei sehr unterschiedliche Gruppen zusammengetan haben, um ein Ziel, nämlich den Freizeitpark zu realisieren, liegt am EU-Förderprojekt Leader. Unabhängig von Rollrausch entwickelte der ADFC das Projekt „Bahn-Gleis-Bistro“. Zunächst allerdings als größer gefasstes, regionales Projekt, erklärt Schopphoff, denn die Bedeutung der Bahntrassen-Radwege wächst landesweit.

„Als ich den Rollrausch-Antrag zur Skateranlage sah, dachte ich, halt!“
Frank Schopphoff, ADFC

Die Idee, auf das Gelände entlang der Dellmannstraße, wo sich früher - und zum Teil heute noch - die Rangiergleise des Bahnhofes befanden, einen Waggon als Bistro zum Verweilen zu stellen und die Balkantrasse bis Zenshäuschen zu verlängern, präsentierte Schopphoff bei einem Leader-Treffen. Zu dem Projekt gehören Tafeln an den jeweiligen Ortseingängen, die die Radfahrer über die touristischen Möglichkeiten der Stadt, aber auch über die Historie des Ortes, an dem sie sich gerade befinden, aufklären. So ähnlich, wie es beispielsweise an der mit erheblichen Landeszuschüssen gebauten Nordbahntrasse in Wuppertal, bereits gebaut wurde.

Standpunkt von Karsten Mittelstädt

„Als ich dann den Rollrausch-Antrag mit der Skateranlage gesehen habe, dachte ich, halt! Da gibt es ja viele Parallelen und mögliche Synergieeffekte." Gemeinsam mit CVJM-Vorsitzenden Jonas vom Stein, dessen Inline-Hockeyteam nach einer Sportmöglichkeit sucht und sich deshalb mit Rollrausch in Verbindung setzte, entwickelten Rollrausch, CVJM und ADFC dann die Leitmaßnahme für das Leaderprojekt: den Freizeitpark.

Leader ist ein Projekt zur Förderung des ländlichen Raumes. Dennoch will Schopphoff nicht ausschließen, dass der Freizeitpark dennoch Zuschüsse erhalten kann. „Das Projekt ist von Leader ganz klar als förderungswürdig eingestuft worden“, sagt Schopphoff. „Die Bedeutung des Freizeitparks für Wermelskirchen wird also anerkannt.“ Aber aus formalen Gründen ist eine Förderung durch Leader nicht möglich. Da ist für Schopphoff das letzte Wort noch nicht gesprochen. Zum einen würden bei Gesprächen mit dem Regierungspräsidenten gerade offene Fragen geklärt, die eine Förderung durch Leader doch noch ermöglichen könnten, zum anderen wolle das Leader-Büro bei der Suche nach anderen Fördermöglichkeiten helfen. Schopphoff: „Aber selbst wenn die Finanzierung des Freizeitparks derzeit noch offen ist, Wermelskirchen vergibt eine riesengroße Chance, wenn das Gelände verkauft wird. Da müssen wir einfach weiter denken als ein, zwei Jahre.“

Plan der Architekten wird nach der Sommerpause vorgestellt

Zur Zeit arbeiten der Wermelskirchener Architekt Timo Hilverkus, sowie der Kölner Landschaftsarchitekt Ralf Maier, Spezialist für den Bau von Skateranlagen, und der Wermelskirchener Landschaftsarchitekt Sven Berkey an Plänen, wie die Autohäuser erweitern können und trotzdem noch genug Platz bleibt, um die Balkantrasse bis Zenshäuschen zu verlängern und den Freizeitpark zu bauen. „Das machen wir ehrenamtlich in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung“, bestätigte Timo Hilverkus auf Anfrage des WGA. In den Ratsgremien nach der Sommerpause sollen die Pläne in den Ratsgremien vorgestellt werden. 

FREIZEITPARK

PLÄNE Die bisherigen Pläne von Rollrausch, CVJM, ADFC sehen ein Mehrzweckfeld, eine Skateranlage, einen Ruhebereich, einen Trinkwasserspender, ein Bahn-Gleis-Bistro vor. Letzteres sei sinnvoll aber nicht zwingend notwendig, sagt ADFC-Vorsitzender Schopphoff. Wichtig sei ein Unterstand für Radfahrer. 

SCHWANEN Das zweite Einfalltor für Radler sei am Schwanen. Dort sollten die gleichen Hinweisschilder zu touristischen Einrichtungen der Stadt aufgestellt werden wie an dem geplanten Freizeitpark.

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