Abwassergebühr könnte höher werden

Die Kläranlage in Wermelskirchen eine der für das Stadtgebiet zuständigen Werke.
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Die Kläranlage in Wermelskirchen eine der für das Stadtgebiet zuständigen Werke.

Wasserreinigendes Eisen-3-Chlorid wird knapp. Gestiegene Energiekosten machen sich auch bemerkbar.

Von Jakub Drogowski

Wermelskirchen. Die anhaltenden Krisen machen nun auch vor Kläranlagen nicht halt. Bundesweit werden vielerorts Lieferengpässe der für die Wasserreinigung essenziellen Chemikalien beklagt. Insbesondere das Phosphor bindende Fällmittel Eisen-3-Chlorid wird knapp.  Dazu machen die steigenden Energiekosten den Unternehmen zu schaffen. Ob die Mehrkosten an die Verbraucher im Bergischen Land weitergegeben werden, wie es andernorts in Deutschland bereits konkret erwogen wird, steht bislang nicht fest.

„Fällmittel machen rund ein Prozent der Kosten aus, die beim Wupperverband im Abwasserbereich anfallen. Wir versuchen, die Mehrkosten durch Einsparungen und Optimierungen auszugleichen“, sagt die Pressestelle des Wupperverbandes, der auch für die Klärwerke in Wermelskirchen, Dhünn und Burg zuständig ist: „Wir verzeichnen schon Lieferschwierigkeiten für alle Fällmittel. Diese haben sich aber bislang glücklicherweise auf zeitlich geringfügige Verzögerungen beschränkt.“

Auf allen Anlagen des Wupperverbandes werde deshalb derzeit mit reduziertem Fällmittel-Einsatz gearbeitet, so dass „nur noch so viel  Phosphor aus dem Abwasser entfernt wird, wie gesetzlich vorgeschrieben ist“. Die behördlich festgeschriebenen Grenzwerte werden weiterhin eingehalten.

Die chemische Reinigung des Wassers von Phosphor spielt neben der Gesundheit der Bevölkerung vor allem beim Schutz natürlicher Gewässer eine immense Rolle. Zu hohe, durch den Menschen zugeführte zusätzliche Nährstoffe können in Gewässern zu großen Problemen führen. Im schlimmsten Fall kann Biomasse, die durch Phosphor gefördertes Pflanzenwachstum entsteht, nicht mehr kompensiert werden. Dadurch sinkt der Sauerstoffgehalt des Wassers und das Gewässer kann „umkippen“.

Wie sich die Preise auf die Gebühren auswirken ist unklar

Der Wupperverband schließt dieses Szenario bei hiesigen Gewässern jedoch aus: Auch wenn die Reinigungsleistung zurückgefahren werden müsse, „in den Gewässern wird dies aber keine kurzfristigen Probleme verursachen, nur die weitere positive Entwicklung der Gewässergüte wird leider ein wenig verzögert.“

Neben der chemischen Reinigung werde parallel versucht, den biologischen Abbau von Phosphor im Wasser zu erhöhen, betont die Pressestelle. Dabei sollen in den Kläranlagen „besondere Mikroorganismen“ gezielt vermehrt werden, die in der Lage seien, „besonders viel Phosphor in ihre Zelle einzubauen und so aus dem Abwasser zu entfernen“.

Beim Verband konnte man dennoch nicht ausschließen, dass die erwartungsgemäß entstehenden Mehrkosten zu einer zeitlich absehbaren Erhöhung der Abwassergebühren führen könnten. Die stellvertretende Pressesprecherin des Verbandes, Ilona Weyer, betonte: „Abwassergebühren werden nicht vom Wupperverband selbst erhoben. Die jeweilige Kommune erhebt diese, darin sind auch die Leistungen des Wupperverbandes enthalten. Der Ukraine-Krieg hat auf viele Faktoren Einfluss. Inwiefern er sich mittel- und langfristig auf die Abwassergebühren auswirkt, ist heute noch nicht abzusehen.“

Zum Jahresbeginn mussten die Gebühren erhöht werden. Grund dafür waren insbesondere Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen.

Info

Klärwerke: Die für Wermelskirchen zuständigen Kläranlagen reinigten 2021 folgende Abwassermengen in Kubikmetern:  Burg: 6,6 Millionen, Dhünn: 273.975 und Wermelskirchen: 2,5 Millionen.

Gebühren: Daraus ergaben sich 2021 Gebühren für Schmutzwasser und dessen Durchleitung von 6,11 Euro je Kubikmeter. Hinzu kam die Gebühr für Niederschlagswasser von 1,58 Euro je Quadratmeter befestigter Fläche.

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