Dabringhausen

Abends wird das Freibad zum Paradies für Wakeboarder

Lia ist in ihrem Element: Die Zehnjährige fühlt sich auf dem Wakeboard inzwischen richtig wohl.
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Lia ist in ihrem Element: Die Zehnjährige fühlt sich auf dem Wakeboard inzwischen richtig wohl.

Zweimal in der Woche können auch Anfänger ihr Glück versuchen.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Es regnet. Nach vielen sonnigen Tagen öffnet sich an diesem Donnerstag der Himmel. Lia zieht die Gurte an ihren Füßen fest, prüft, ob ihr Helm richtig sitzt und grinst. „Ich bin die Nächste“, sagt die Zehnjährige, setzt sich auf den Beckenrad und blickt auf das Wasser. Den strömenden Regen nimmt sie gar nicht wahr.

Endlich hat sie freie Bahn. Sie lässt sich mit ihrem Board an den Füßen ins Wasser gleiten und greift dann nach der Schlinge, die Max Dehnen ihr reicht. „Bereit?“, fragt er. Lia ist bereit und schon gibt Max Dehnen dem Sesitec System 2.0 das Kommando, zu starten. Die Zuganlage über dem großen Becken im Freibad beginnt zu laufen, das Seil spannt sich und Lia gleitet in rasender Geschwindigkeit über das Wasser.

Als sie beim zweiten Anlauf am Ende der Bahn die Kurve schafft, jubeln die Wakeboarder, die im strömenden Regen am Beckenrand stehen. Strahlend kommt die Zehnjährige schließlich über das Wasser zurück. „Gut, dass endlich die Saison angefangen hat“, sagt sie, als sie sich das Board von den Füßen streift.

Mit dem Start des Freibadbetriebs in Dabringhausen sind auch die Wakeboarder des Vereins „Infinite“ ins Wasser zurückgekehrt. Zweimal in der Woche werfen sie nach Toresschluss im Freibad die Anlage an. „In den Ferien wollen wir vor allem Anfängern die Möglichkeit geben, ihre ersten Versuche auf dem Wakeboard zu machen“, erklärt Arndt Peddenbruch von „Infinite“.

Das hat sich der Verein auf die Fahnen geschrieben – immer wieder ermöglicht er es auch benachteiligten Kindern und Jugendlichen, Wakeboard zu fahren. Jeden Mittwoch- und Donnerstagabend in den Sommerferien bieten die Ehrenamtlichen Anfängerkurse an – bei jedem Wetter, nur bei Blitz und Donner steht die Anlage still. „Kinder oder Erwachsene: Jeder ist bei den Anfängerkursen willkommen“, sagt Peddenbruch. Es sei von Vorteil, schon mal auf einem Skate- oder Snowboard gestanden zu haben. Aber grundsätzlich seien keine Vorkenntnisse nötig. Der Verein stellt für die Kurse auch das komplette Material zur Verfügung. Einzige Voraussetzung: Teilnehmer müssen schwimmen können.

An diesem regnerischen Donnerstagabend ist es eine kleine Gruppe, die nach dem sonnigen Freibadtag die Gelegenheit nutzt – Lia hat sich den Kursteilnehmern angeschlossen. Sie steht allerdings längst nicht zum ersten Mal auf dem Board. Wer hier an diesem Abend aber zum ersten Mal zum Seil greift, bekommt vorher wertvolle Tipps von Max Dehnen, der die Anlage bedient. „Wir bringen fast alle zum Fahren“, erklärt Arndt Peddenbruch. Der eine brauche eben etwas länger und der andere stehe sofort auf dem Board. Aber am Ende des Abends würden alle ihre Runden drehen. Das sei der große Vorteil der Anlage: „Wir können auf jeden Einzelnen individuell reagieren“, erklärt Peddenbruch. Während die großen Wasserskianlagen im gleichen Tempo weiterfahren, passt sich Max Dehnen auch an diesem Abend den Fähigkeiten der Kursteilnehmer ein. Ein Junge, der gerade erfolgreich die erste Bahn geschafft hat, ruft etwas außer Atem: „Etwas langsamer bitte.“ Und schon reagiert Max Dehnen. Man ermutige die Teilnehmer dazu, genau zu sagen, was sie brauchen. Die Erfolge würden sich dann meistens schnell einstellen. „Das motiviert natürlich“, sagt Arndt Peddenbruch. Der Anfängerkursus im Freibad sei deswegen auch das perfekte Training für den Besuch einer größeren Anlage – wie etwa in Langenfeld.

Wakeboarder aus der ganzen Welt kommen zu den Camps

Wenn die Saison im Freibad nach der letzten Ferienwoche endet, rüsten die Wakeboarder auf: Dann werden Features installiert, die beide Becken durch ein „Bridge“ miteinander verbunden und zu Sprüngen und Tricks eingeladen.

Und für gewöhnlich kommen dann auch Wakeboarder aus der ganzen Welt zu den beliebten Camps – um das weltweit einzigartige Freibad-Modell zu testen und um die besondere Atmosphäre bei Infinite zu erleben. Es gibt Workshops für Fortgeschrittene, selbst Profis kommen dann nach Dabringhausen.

Häufig mieten Vereine oder Sportler die Anlage tageweise. Zum ersten Mal soll es in diesem Jahr auch Angebote für die Teilnehmer der Anfängerkurse geben, um die Features zu testen. Auch Lia will dann wieder ins Wasser.

Hintergrund

Termine: Die Anfängerkurse finden während der Sommerferien jeden Mittwoch- und Donnerstagabend von 19.30 bis 21.30 Uhr statt. Die Teilnahme kostet 25 Euro – das Material wird gestellt.

Anmeldung: Interessierte können sich auf der Internetseite des Vereins für einen Kursus anmelden. Die Teilnehmerzahl ist auf zehn Wakeboarder begrenzt. Online ist auch ersichtlich, wie viele freie Plätze es für den jeweiligen Anfängerkurs noch gibt.

www.infinite-camp.com

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