Corona-Virus

50 Bürger melden sich für Novavax-Impfung

Der Impfstoff von Novavax wird ab heute auch in Wermelskirchen verimpft. Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
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Der Impfstoff von Novavax wird ab heute auch in Wermelskirchen verimpft.

Im Kreis stehen 1470 Dosen des neuen Vakzins gegen das Coronavirus zur Verfügung.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Die Themen Coronavirus und Impfen sind angesichts des verheerenden Krieges in der Ukraine derzeit in den Hintergrund gerückt. Und doch sind sie aktuell, denn ab dem heutigen Freitag bietet der Rheinisch-Bergische Kreis die Möglichkeit, sich mit dem neuartigen Impfstoff Nuvavoxid der Firma Novavax impfen zu lassen.

Der Kreis hatte zunächst darauf hingewiesen, dass ein Großteil des neuartigen Impfstoffs jenen vorbehalten sein solle, die bisher ungeimpft seien und in Pflegeeinrichtungen arbeiten, bei denen es ab dem 16. März eine einrichtungsbezogene Impfpflicht gibt. Ein anderer Teil wiederum für jene, die ein ärztliches Attest für eine Unverträglichkeit gegen die mRNA-basierten Impfstoffe vorweisen können. Das habe sich nun geändert, teilt eine Sprecherin des Rheinisch-Bergischen Kreises mit. Wie das Land Nordrhein-Westfalen am Mittwoch verfügte, können sich nun alle bisher ungeimpften Menschen ab 18 Jahre mit Nuvavoxid immunisieren lassen können.

Bisher ist das indes nur bei den zentralen Impfstellen des Kreises möglich, unter anderem im Wermelskirchener Bürgerzentrum, und nur mit zuvor vereinbartem Termin. Wie die Sprecherin des Kreises berichtet, hätten derzeit 50 Bürger Termine für die Novavax-Impfung gebucht (Stand 3. März, 12 Uhr). Insgesamt stehen an den Impfstellen des Kreises laut Mitteilung zurzeit 1470 Novavax-Dosen zur Verfügung.

Vorige Woche habe ich zwei 100-Jährige positiv getestet.

Tobias Hopff, Sprecher der Hausärzte

Tobias Hopff, der Sprecher der Hausärzte in Wermelskirchen, sieht den neuartigen Impfstoff, nicht als „Gamechanger“, um viele noch nicht geimpfte Menschen zum Umdenken zu bewegen. „Die Nachfrage in unserer Praxis ist zurzeit zumindest noch sehr gering bis gar nicht vorhanden“, sagt der Dabringhauser Hausarzt.

Er erklärt, was den neuen Impfstoff von den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna unterscheidet: „Die Wirkung basiert auf einem nicht mehr lebendigen Teil des Virus’, deshalb wird er auch landläufig Totimpfstoff genannt.“ Bei den mRNA-Impfstoffen gehe es hingegen darum, dass der Körper ein sogenanntes Spike-Protein bilde, durch das der Virus erkannt werden solle. Beide Impfstoffe haben das Ziel, die körpereigene Immunabwehr in Gang zu setzen. Hopff: „In unserer Praxis gab es bisher zwei Anfragen für Nuvavoxid; davon hat sich eine Person aber zwischenzeitlich mit dem Coronavirus infiziert, so dass das obsolet ist.“ Ohnehin sei es so, dass die Hausarztpraxen erst ab dem zweiten Quartal, also ab Anfang April, mit dem Vakzin von Novavax beliefert würden.

Er bemerke aber einen „geringen Wiederanstieg der Corona-Infektionen“, sagt der Mediziner. „Das liegt vermutlich an den Karnevalstagen oder auch daran, dass sich die Menschen in der momentanen Situation wieder etwas näherkommen möchten“, sagt er. „Von zwölf Testungen bei mir in der Praxis waren gestern jedenfalls zehn positiv.“ Und: Die Infektionszahlen in den Senioreneinrichtungen würden wieder merklich ansteigen. „Ich hatte vorige Woche zwei 100-Jährige, die sich infiziert hatten. Die haben mich nur mit großen Augen angeschaut und gefragt: Und jetzt?“ Am Ende blieb es auch bei den Hochbetagten aber bei leichten Erkältungssymptomen. Die in der Regel milder verlaufende Omikoron-Variante sowie der hinreichende Impfschutz bei den meisten, gerade älteren Menschen, habe dem Virus vorerst seinen Schrecken genommen.

Zeitgleich laufen die Viertimpfungen für die Geboosterten bei Hopff in der Praxis an. Die sind zurzeit für Menschen in Pflegeberufen und jenen, die über 70 Jahre alt sind, empfohlen. „Das wird gut nachgefragt“, sagt Tobias Hopff.

Derzeit würden diese Immunisierungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer durchgeführt. Für jüngere, nicht immunschwache Menschen empfiehlt der Mediziner die vierte Auffrischungsimpfung indes noch nicht.

Corona-Zahlen

Im Rheinisch-Bergischen Kreis sind am Donnerstag 603 weitere Corona-Fälle erfasst worden, davon 88 in Wermelskirchen und 65 in Burscheid. Zudem gab es 241 in Bergisch Gladbach, 30 in Kürten, 67 in Leichlingen, 25 in Odenthal, 45 in Overath und 42 in Rösrath. 54 Personen, die an Covid-19 erkrankt sind, befinden sich laut Mitteilung in einem Krankenhaus im Kreisgebiet in stationärer Behandlung, davon zwei in intensivmedizinischer Betreuung, aber keiner an einem Beatmungsplatz.

Standpunkt: Kein „Gamechanger“

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Angesichts der dramatischen Kriegssituation in der Ukraine ist der Trubel um das Coronavirus in den Hintergrund gerückt. Das ist verständlich. Zu tun haben wir aber immer noch damit. Und die Debatte um die – zunächst – einrichtungsbezogene Impfpflicht ist gerade möglicherweise etwas verstummt, vom Tisch ist sie aber noch nicht. Nun können sich jene, die bisher von einer Impfung mit den mRNA-Impfstoffen abgesehen haben, mit einem andersartigen Impfstoff impfen lassen. Nach derzeitigem Stand der Dinge scheint die Nachfrage danach aber eher gering zu sein. Das zeigt, dass die Argumente, sich nicht impfen zu lassen, weil man Bedenken vor den mRNA-Vakzinen habe, in der Mehrzahl eher haltlos sind. Die Mehrzahl derer, die bisher nicht immunisiert sind, wird wohl auch in Zukunft kein Interesse daran haben. Zumal aufgrund der derzeit kursierenden Omikron-Variante des Coronavirus die Krankheitsverläufe zumeist eher milde zu sein scheinen. Ein „Gamechanger“ wird der neue Impfstoff also vermutlich nicht sein, auch nicht in Wermelskirchen und Umgebung.

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