Metallbearbeitung

3-D-Druck: Die Möglichkeiten sind riesig

Volker Suermann (v.l.) und Dr. Hermann-Josef Tebroke informierten sich bei Arnd Meller und Klaus Stöcker.

Klaus Stöcker Metallbearbeitung ist Vorreiter bei der Technologie. Das interessiert auch Wirtschaftsförderer und Politiker.

Von Bernd Büllesbach

Als einen glücklichen Zufall bezeichnet Klaus Stöcker den Umstand, dass er 2017 die Gewerbe-Immobilie in der Wustbacher Straße 10 kaufen konnte. Stehen ihm dort doch 2500 Quadratmeter Produktionsfläche für die konventionelle Metallbearbeitung zur Verfügung. Die ganze Bandbreite mechanischer Fertigungsverfahren wird hier angeboten.

„Die vormals drei Standorte haben doch auf Dauer zu Reibungsverlusten geführt“, gestand Stöcker am Donnerstagmittag bei einer Betriebsbesichtigung. Daran nahmen Volker Suermann, Geschäftsführer der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (RBW) aus Bergisch Gladbach, und Dr. Hermann-Josef Tebroke, Bundestagsabgeordneter für den Rheinisch-Bergischen Kreis, teil. Auch sie wollten sich von dem Entwicklungspotenzial und der Innovationsfähigkeit des 1990 gegründeten Unternehmens überzeugen.

Die Gründung der Metallbearbeitungsfirma durch Klaus Stöcker und Ralf Kirschsieper erfolgte auf einem ehemaligen Bauernhof in Wermelskirchen-Dabringhausen. Das Provisorium hat das Unternehmen längst verlassen und bedient mit seinen etwa 40 Mitarbeitern und 5 Auszubildenden seine Kunden im Umkreis von 80 Kilometern.

Das eigentliche Interesse von Volker Suermann und Hermann-Josef Tebroke fokussierte sich jedoch auf das additive Fertigungsverfahren der Firma Stöcker. Diese Fertigungstechnologie basiert auf dem Prinzip der Schichttechnologie mit selektivem Laserschmelzen und 3-D-Druck.

„Das Laserschmelzen ist ein Produktionsverfahren, bei dem Bauteile aus feinem Metallpulver unter Einwirkung eines Laserstrahls schichtweise hergestellt werden“, erklärte Mitarbeiter und Diplom-Kaufmann Arnd Meller. Durch den schichtweisen Aufbau lassen sich hochkomplexe, funktionsoptimierte Geometrien umsetzen.

Vier 3-D-Drucker sind im Einsatz, der fünfte folgt bald

Der Metall-3-D-Druck ermöglicht wesentlich höhere Freiheiten in der Gestaltung von Bauteilen, als sie die konventionelle Fertigung bietet. Die Herstellung erfolgt direkt aus 3-D-CAD Daten. In kürzester Zeit entstehen so voll funktionsfähige Bauteile aus hochwertigen Metallen und Kunststoffen. Vier 3-D-Drucker sind bei Stöcker im Einsatz, der fünfte wird im September in Betrieb genommen. „Die konsequente Anwendung der additiven Fertigung hat uns zu einem Wettbewerbsvorteil verholfen“, ist sich Klaus Stöcker sicher.

„Die Konstrukteure erhalten deutlich mehr Freiheiten für eine anwendungsoptimierte Gestaltung von intelligenten Bauteilen“, erklärt Meller. So ist es auch zu erklären, dass im Dentalbereich Zahnersatz aus dem 3-D-Drucker kommt. „Ein idealer Einsatzbereich. Einmalig, individuell gefertigt, steht der Zahnersatz in kurzer Zeit zur Verfügung“, erklärt Stöcker eine von vielen medizinischen Anwendungen. Da wird Production-On-Demand zu einer echten Option.

Da sich Stöcker mit der Anwendung der additiven Fertigung einen großen Erfahrungsvorsprung erarbeitet hat, steht er auch als Referenzbetrieb der Druckerhersteller zur Verfügung. „Ich halte Vorträge zu diesem Verfahren vor interessiertem Fachpublikum und gebe wertvolle Tipps an Techniker und Ingenieure weiter, damit sie die gesamte Fertigungstiefe auch Nutzen“, verriet Meller seinen Weg zum verkaufenden Berater. Durch die direkte Herstellung aus 3-D-CAD Daten sind keine Werkzeuge und Formen erforderlich. Prototypen und Kleinserien können so sehr kostengünstig umgesetzt werden.

AUSZEICHNUNG

HINTERGRUND Der Förderverein Mannesmann-Haus verleiht seit 2006 jährlich zur Erinnerung an die genialen Erfinder und Industriepioniere Reinhard und Max Mannesmann eine Auszeichnung für innovative Leistungen.

STÖCKER Im Jahr 2017 verlieh die Jury die Auszeichnung an Klaus Stöcker Metallverarbeitung. Sie begründete das mit zukunftsweisenden Investitionen in die 3-D-Drucktechnologie, die Erprobung dieser neuen Fertigungstechnik zur Herstellung von Metall- und Kunststoffteilen und die Bereitstellung von Dienstleistungen dieser Druckverfahren für andere Unternehmen.

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