Sanierung

L 101: Landwirt wirbt um Verständnis für Bauarbeiter

Mit einer Sondergenehmigung darf Torsten Mühlinghaus während der Ernte durch den Baustellenbereich fahren.
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Mit einer Sondergenehmigung darf Torsten Mühlinghaus während der Ernte durch den Baustellenbereich fahren.

Thorsten Mühlinghaus stört es, „dass die Leute nur meckern“.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Die Straßensanierungsarbeiten der L 101 sorgen für Ärger. Viele Bürger und vor allem betroffene Anlieger zeigen kein Verständnis dafür, dass eine Vollsperrung von Straßen NRW und der beauftragten Straßenbaufirma „Eurovia“ als alternativlos angesehen wird. Unmut bricht sich in der Bürgerschaft bahn mit Äußerungen wie: „Die arbeiten langsam“, „Es sind zu wenig Arbeiter auf der Baustelle aktiv“ oder „Die machen ja schon mittags Feierabend“.

Dagegen stellt sich Ortslandwirt Thorsten Mühlinghaus. Mühlinghaus ist persönlich von der L 101-Sperrung betroffen, weil er bewirtschaftete Flächen über die Landesstraße erreichen muss. „Ich komme gut zurecht“, sagt Mühlinghaus: „Ich habe selber durch die Baustelle große Einschränkungen. Mich stört es, dass die Leute nur meckern.“ Der Landwirt bricht eine Lanze für die Arbeiter: „Auch die haben ein Recht auf Urlaub in der Ferienzeit.“ Während andere große Töne spuckten, sich Hitzefrei nähmen und die Klimaanlage anschalteten, müssten die Arbeiter bei 40 Grad und mehr auf dem heißen Asphalt schwer körperlich arbeiten.

Landwirte bringen den Bauarbeitern Eis vorbei

Er wisse aus eigener Erfahrung: „Dann ist man mehr als platt. Ich habe volles Verständnis dafür, wenn die Arbeiten dann mittags mal ruhen.“ Die Verleumdungen und Behauptungen, die er aus Reihen der Bevölkerung höre, seien nicht fair: „Alle sollen die Kirche mal im Dorf lassen“. Thorsten Mühlinghaus appelliert zur Kooperation: „Wir Landwirte bringen den Arbeitern mal ein Eis oder eine Kiste Mineralwasser vorbei. Kleine Gesten erleichtern das Zusammenleben.“

Auf die Palme bringt Mühlinghaus das gefährliche, verbotene und unsägliche Verhalten mancher Verkehrsteilnehmer, die er beobachtet. Unlängst habe ein Autofahrer seinen Erntemaschinenzug bei einer seiner Touren vom Feld innerhalb der L 101-Baustelle überholt: „Wenn Autofahrer, die dort gar nicht fahren dürften, meinen, mich in der Baustelle zu überholen, dann kann ich nachvollziehen, warum die verantwortlichen Betriebe der Meinung sind, dass eine Vollsperrung nötig ist.“

Die Straßen-NRW-Regionalniederlassung Rhein-Berg hat Anfang Juli mit der Sanierung der L 101 zwischen Stumpf und Dreibäumen begonnen. Die Baumaßnahme auf dem rund 5,5 Kilometer langen Abschnitt der L 101 ist in drei Abschnitte unterteilt. Zuerst wird derzeit die Straße zwischen Stumpf und Sonne saniert. Diese Arbeiten werden voraussichtlich zehn Wochen dauern. Im Anschluss wird die Sanierung der Landesstraße zwischen Sonne und Habenichts in einem Zeitraum von etwa zwölf Wochen durchgeführt. Im Frühjahr 2023 erfolgen abschließend die Sanierungsarbeiten zwischen Habenichts und Dreibäumen.

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