Baustelle

L 101: Große Kritik an Straßen NRW

Aus Richtung Habenichts geht es in Sonne nicht mehr geradeaus, sondern nur links nach Dhünn oder rechts nach Wermelskirchen.
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Aus Richtung Habenichts geht es in Sonne nicht mehr geradeaus, sondern nur links nach Dhünn oder rechts nach Wermelskirchen.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Seit Montag besteht die Vollsperrung der Verbindungsstraße – Dabringhauser blicken mit Sorge auf die Zeit.

Wermelskirchen. Gisela Ehmann kann herrlich auf den Punkt bringen, was sie gerade fühlt. „Es ist zum Brechen“, spricht die Friseurin, die in Petras Haarshop an der Altenberger Straße in Dabringhausen arbeitet, wohl vielen Dabringhausern aus der Seele. Es geht um die Sperrung der L 101 zwischen Stumpf und Sonne, die seit diesem Montag besteht. Wie berichtet, saniert der Landesbetrieb Straßen NRW in einer voraussichtlich zehn Wochen dauernden Aktion die Fahrbahn.

Für Gisela Ehmann hat es, wie für viele andere Anwohner Dabringhausens, vor allem an der Kommunikation vonseiten des Landesbetriebes Straßen NRW gehakt. „Als Anwohner wurde man doch praktisch erst auf die letzte Minute informiert. Und die Fragestunde für Anwohner und Anlieger, die vorige Woche im Rathaus stattfand, das war doch nur pro forma; gebracht hat uns das doch nichts.“

In Wermelskirchen gibt es nut ein Schild, das an der Dellmannstraße auf die Sperrung hinweist.

Die Dabringhauserin pflegt ihren Vater, der in Wermelskirchen lebt. „Der Umweg, den ich jetzt für meine täglichen Fahrten zu ihm nach Feierabend in Kauf nehmen muss, ist über sechs Kilometer lang. Und das bei den Benzinpreisen. Ich kann das wirklich nicht entspannt sehen, zumal wir ja gar nicht wissen, wie lange das Ganze tatsächlich dauern wird.“

Im Ortsteil Stumpf herrscht noch ein wenig mehr Nervosität. „Wir haben sogar ein bisschen Existenzangst“, gibt eine Unternehmerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, unumwunden zu. Gleichwohl sie froh ist, dass sie auch als Anwohnerin nicht direkt von den Bauarbeiten betroffen sein wird, denn sie lebt und arbeitet im von Dabringhausen aus gesehen vorderen Teil von Stumpf. „Die Straße hier wurde erst 2005 saniert“, sagt sie. Die Vollsperrung jetzt beginnt erst kurz vor der Einfahrt zur Hofschaft Hollkotten. „Aber wenn ich die leere Straße hier so sehe, dann wird mir schon mulmig. Wir sind ja sonst ein absoluter Durchfahrtsort.“

Enttäuscht sei sie – von der Kommunikation vor dem Start der Baustelle. „Wir hätten uns einfach gewünscht, dass wir ein bisschen früher vom Landesbetrieb informiert worden wären. Es geht ja auch darum, was das für den Einzelnen für Konsequenzen hat. Die Anwohner hier zum Beispiel, die müssen doch wissen, zu welcher Seite sie am jeweiligen Tag auf ihr Grundstück oder wegfahren können. Hätten sie die Kontaktdaten der Baufirma nicht, wären sie aufgeschmissen.“

Spätestens ab der Ortschaft Hollkotten dürfen die Fahrzeuge nicht mehr weiter fahren.

Über diesen Kontakt zu der die Arbeiten ausführenden Firma freut sich auch Torsten Mühlinghaus. Der Wermelskirchener Ortslandwirt hatte noch bei der Anwohner-Veranstaltung vorige Woche massive Kritik und Bedenken geäußert, weil er als Landwirt seine Felder in Grunewald und Sonne nicht mehr ohne weite Umwege anfahren könne. „Wir haben uns jetzt aber mit dem zuständigen Mitarbeiter der Baufirma getroffen“, erzählt Mühlinghaus auf WGA-Nachfrage. „Nach seiner Aussage sind es nur drei oder vier Tage, an denen die Straße wirklich komplett unbefahrbar ist“, berichtet er. „An den anderen Tagen besteht wohl immer eine Möglichkeit, dass wir die Baustelle mit unseren Fahrzeugen passieren können. Das beruhigt mich und meine Kollegen aus der Landwirtschaft schon mal sehr. Denn es wäre wirklich zu Problemen gekommen, hätten wir diese Umwege praktisch täglich in Kauf nehmen müssen. Man muss nur miteinander reden. Das kam aber wirklich im Vorfeld zu kurz“, beklagt auch Mühlinghaus. Alle hoffen nun, dass sich erträgliche Lösungen finden, die Zeit zu überstehen. „Und dass es schnell geht“, sagt die Stumpfer Unternehmerin.

Hintergrund

Kontakt: Fragen der betroffenen Anwohner beantwortet während der Bauphase Robert Irnstetter vom Landesbetrieb Straßenbau NRW, Baubüro Wermelskirchen, vorzugsweise per E-Mail an Robert.Irnstetter@strassen.nrw.de oder telefonisch unter Tel. (0 21 96) 88 62 14.

L 101: Die L 101 ist dringend sanierungsbedürftig. An diversen Stellen gibt es wohl tiefe Risse im Asphalt. Laut Straßen NRW ist die Tragfähigkeit der Landesstraße langfristig nicht mehr sichergestellt.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Sehr bitter

anja.siebel@rga.de

Das hätte besser laufen können. Darüber sind sich wohl alle einig, die gerade unmittelbar von der Sperrung der L 101 zwischen Stumpf und Sonne betroffen sind. Und das sind viele Menschen. Anwohner, Geschäftsleute, Landwirte, letztlich auch die Feuerwehr, die als wohl wichtigste Instanz auf eine freie Durchfahrt zu allen Bereichen Dabringhausens angewiesen ist.

Die meisten beklagen, dass sie viel zu wenig und viel zu spät informiert worden seien. Und sie berichten, dass sich um die Anwohnerfragestunde einer von ihnen bemüht habe. Erst nach mehrmaligem Nachhaken habe die Veranstaltung stattfinden können. Das ist bitter. Gerade, weil es sich bei der L 101 um eine Art Lebensader für die ländliche Region um Dabringhausen und Dhünn handelt. Und das in vielerlei Hinsicht.

Ein sensibleres Vorgehen von Straßen NRW wäre da angebracht gewesen. Nun setzen die Anwohner ihre Hoffnung auf den Kontakt zur Baufirma. Hoffentlich zu Recht.

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