Rundweg

Zwölf Tafeln erinnern an die Geschichte

Das Interesse war groß am ersten Tag: Andreas Frie führte über den neuen Rundweg.
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Das Interesse war groß am ersten Tag: Andreas Frie führte über den neuen Rundweg.

Historischer Rundweg um die Hofschaft Hasten eröffnet.

Von Sabine Naber

Remscheid. Es war ein großer Kreis von Interessierten, der sich Freitagnachmittag vor dem Werkzeugmuseum zu einem historischen Rundgang entlang der Hofschaft rund um die Alte Straße getroffen hatte.

Zwölf Stationen waren es, für die Historiker Hans Jürgen Roth Informationstafeln entworfen hatte. Ein Projekt, das von einem Initiativkreis kundiger Bürger und dem Stadtführerkreis „Bergisch Erlebnis“, zu dem auch Gästeführer Andreas Frie zählt, begleitet wurde. Er leitete den Rundgang und erinnerte daran, dass die Hofschaft die Keimzelle für den Hasten war, der sich von hier aus nach oben ausgebreitet habe.

„Wir stehen vor dem schönsten Haus Remscheids“, sagte Frie mit Blick aufs Haus Cleff. „Und in der Kurve unten auf der Hastener Straße war früher die Endstation der Remscheider Straßenbahn. Aber ab 1929 war sie auch für die Straßenbahn, die aus Wuppertal kam.“ Frie erinnerte an einen Tante-Emma-Laden, eine Gaststätte und einen Friseursalon, den es hier ebenso gab wie eine überdachte Wartehalle.

Start des Rundweges ist die Alte Straße, die früher Alte Poststraße hieß. Über sie führte einst der Weg von Remscheid nach Wuppertal. Kleineisenbetriebe und Handwerkerwohnungen hatten sich angesiedelt. Ein Schild zeigt beispielsweise ein Fachwerkhaus und erinnert an einen Milchladen. Hier bediente Frau Schneider ihre Kunden durchs „Rütschchen“, wie das aufklappbare Fenster genannt wurde. Im ersten Obergeschoss konnte man Brot kaufen. Weil die Kaufleute breitere Transportwege brauchten, entstand im 18. Jahrhundert die heutige Hastener Straße.

Ein anderes Schild erinnert daran, dass hier einmal die Werkzeugfabrik „Schweflinghaus Sägen und Fräsen“ beheimatet war. Ein paar Schritte weiter steht ein typisches Fachwerkhaus. Die Verstrebungen zeigen ein „Y“, volkstümlich gedeutet als „Wilder Mann“ mit hochgestreckten Armen. „Man glaubte damals, er würde das Haus vor Unheil bewahren“, erklärte Frie. In der Löf habe es auch eine Seilwinde gegeben, mit der Heu und Stroh direkt auf den Dachboden gezogen werden konnten.

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