Verwaltung ruft zur Grippeimpfung auf

Zweite Corona-Welle in Remscheid scheint abzuklingen

Unter anderem im Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung können sich Reiserückkehrer testen lassen. Foto: Roland Keusch
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Unter anderem im Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung können sich Reiserückkehrer testen lassen.

Beherrschbar möchte Thomas Neuhaus das Coronavirus nicht nennen.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. So hatte FDP-Chef Christian Lindner die Krise bei seiner Stippvisite in Remscheid in der vergangenen Woche bezeichnet. „Das suggeriert, dass die Situation steuerbar ist. So weit sind wir noch nicht“, entgegnet der Sozialdezernent und Leiter des Corona-Krisenstabs im RGA-Gespräch. Trotzdem blickt er angesichts der bisher gelösten Herausforderungen durchaus optimistisch nach vorn: „Im Moment sehe ich keinen akuten Grund, warum die Zahlen noch mal enorm steigen sollten.“

Derzeit sind laut Angaben der Verwaltung 13 Remscheider nachweislich mit Covid-19 infiziert. Damit ist die Zahl weiter rückläufig. Sie war seit Ende Juli sukzessive angestiegen, nachdem es im Juni zwischenzeitlich keinen aktiven Fall in der Stadt gab.

In Dr. Frank Nevelings Augen markiert das zwischenzeitliche Hoch die zweite Infektionswelle. Die sei bislang zwar weniger heftig gewesen als die Ausbreitung im Frühjahr, habe den Leiter des Gesundheitsamtes und seine Kollegen aber vor andere Herausforderungen gestellt: „Weil Schulen, Kitas und Sportvereine wieder geöffnet sind, haben Infizierte deutlich mehr Kontaktpersonen, die wir nachverfolgen müssen.“

Vor allem eine Gruppe hat Thomas Neuhaus in den vergangenen Wochen Bauchschmerzen bereitet: Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Rund 50 positive Testungen seien in Remscheid auf diesen Personenkreis zurückzuführen. Bei den meisten verlief die Infektion glimpflich. Der letzte von bislang 18 Remscheider Corona-Toten starb vor ziemlich genau drei Monaten.

Remscheid: Corona- Krisenstab tagt nur noch einmal wöchentlich

Man könne von Glück sprechen, dass sich das Virus mit der Rückkehr von Schulen und Kitas in den Regelbetrieb – abgesehen von wenigen Ausnahmen – nicht weiter verbreitet hat. Das sei nicht zuletzt auf die „tolle Arbeit“ in den Bildungseinrichtungen zurückzuführen, die der Dezernent ausdrücklich lobt.

Das soll so weitergehen. Deswegen hat der Krisenstab, der inzwischen nur noch einmal wöchentlich tagt, empfohlen, in den Schulen weiterhin Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Pflicht dazu wurde von der Landesregierung aufgehoben. „Laut den Rückmeldungen, die mich erreichen, halten sich viele Schüler daran“, erklärt Thomas Neuhaus.

Trotz aller positiven Entwicklungen warnt Dr. Frank Neveling: „Die Lage bleibt fragil.“ Gespannt blickt der Mediziner auf die Entwicklungen in der bevorstehenden kalten Jahreszeit. Thomas Neuhaus geht es nicht anders. Wenn die Erkältungssaison beginnt, erwartet er mit Blick auf die Testkapazitäten Herausforderungen. Ebenfalls belastend für das Gesundheitssystem wäre eine starke Grippewelle bei gleichzeitiger Corona-Ausbreitung. „Damit diese doppelte Lage nicht eintrifft, möchten wir in den kommenden Wochen einen größeren Aufruf zur Grippeimpfung starten.“

Gleichzeitig appelliert er an die Vernunft der Remscheider. Bei allem Verständnis für die Sehnsucht nach Normalität liege die größte Gefahr derzeit darin, sich auf der aktuellen Situation auszuruhen. Es sei weiterhin notwendig, sich an die geltenden Infektionsschutzmaßnahmen zu halten. Besonders wichtig bleiben demnach in erster Linie Abstand, Masken und Handdesinfektion.

Frank Neveling behält derweil die Impfstoffentwicklung genau im Blick. Der Mediziner hält es nicht für ausgeschlossen, dass das Medikament noch in diesem Jahr vorliegt. „Dann haben wir es geschafft.“

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Remscheid erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

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