Gutachten soll Schuldfähigkeit feststellen

Zwei Remscheider wegen Diebstahls vor Gericht

Auf der Anklagebank ein 58-Jähriger und sein ehemals guter Freund.
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Auf der Anklagebank ein 58-Jähriger und sein ehemals guter Freund.

Wie sich ein Diebstahlprozess im Amtsgericht Remscheid entwickelte, kam selbst für die Richterin überraschend.

Von Jana Peuckert

Remscheid. Auf der Anklagebank ein 58-Jähriger und sein ehemals guter Freund.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Duo vor, am 19. September vergangenen Jahres in einem Autohaus in Remscheid Kaufinteresse für einen Jeep vorgegaukelt zu haben. Als der Mitarbeiter kurz das Büro verließ, sollen die beiden Angeklagten die Gelegenheit genutzt haben, und den Schlüssel für einen 30 750 Euro teuren Kombi gestohlen haben. Zwei Tage später sollen die Männer den Wagen dann vom Hof des Autohauses entwendet haben. Der 58-Jährige soll zudem am 27. August vergangenen Jahres im Netto-Markt in Remscheid eine Zeitung, Kaffee und Süßigkeiten im Gesamtwert von 23,76 Euro in eine Plastiktüte getan, an den Wagen gehängt und nicht bezahlt haben.

Direkt zu Beginn seiner Einlassung, erklärte der 58-Jährige, dass der Mitangeklagte nichts mit der Sache zu tun habe. Den Diebstahl bei Netto gab der Mann sofort zu. Auch, dass er und sein Kumpel in dem Autohaus gewesen seien und er dort den Schlüssel gestohlen hatte, räumte der Angeklagte ein.

Was den Diebstahl des Wagens anging, gab der Remscheider vor, sich nicht erinnern zu können. „Ich kann überhaupt nicht Auto fahren. Ich habe keinen Führerschein. Was soll ich mit einem Auto“, zweifelte der Angeklagte an dem Vorwurf. Aber er werde es wohl getan haben, schob er hinterher. Denn: Er leide unter manischen Depressionen. Immer wieder kämen ihm Sachen in den Kopf. So habe er zum Beispiel einmal geglaubt, der König von Remscheid zu sein. Zudem habe Erinnerungslücken.

Etwas, das die Richterin durchaus in Betracht ziehen musste. Am Morgen vor der Verhandlung hatte sie nämlich erfahren, dass es noch einige weitere Verfahren gegen den Mann gibt. Dabei soll es sich um äußerst merkwürdige Taten handeln. Jetzt soll ein Gutachten bezüglich der Schuldfähigkeit erstellt werden. Da das Gutachten zum Prozess noch nicht vorlag, sah sich die Richterin nicht in der Lage, ein faires Urteil zu fällen: „Sonst würde man Ihnen nicht gerecht werden.“ Und so endete der Prozess zumindest für diesen Tag ohne Urteil. Beide Angeklagten müssen zu einem neuen Termin, dann aber mit Gutachten, noch einmal im Gericht erscheinen.

4211,60 Euro hatte eine Frau aus Remscheid zu Unrecht vom Jobcenter kassiert. Den Betrag muss sie nun zurückzahlen. 900 Euro Geldstrafe hat die Frau aus Sicht der Richterin im Amtsgericht Remscheid zu Recht wegen Betruges kassiert. Auch dieses Geld muss die 37-Jährigen zahlen.

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