Städtische Kinderarztpraxen

Kinderarztpraxen: MVZ gesichert

Nach ihrem Umzug hat die Lüttringhauser Praxis, hier Sandra Kunz, Marta Wiczling und Agata Sadowy, inzwischen wieder geöffnet. Zum 1. Oktober soll die Praxis zur „Filiale“ eines MVZ mit der „Zentrale“ in der Innenstraße werden, so sieht es die aktuelle Vorlage vor. Archivfoto: Michael Schütz
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Nach ihrem Umzug hat die Lüttringhauser Praxis, hier Sandra Kunz, Marta Wiczling und Agata Sadowy, inzwischen wieder geöffnet. Zum 1. Oktober soll die Praxis zur „Filiale“ eines MVZ mit der „Zentrale“ in der Innenstraße werden, so sieht es die aktuelle Vorlage vor.

Die beiden Kinderarztpraxen, die perspektivisch von der Stadt übernommen werden sollen, laufen inzwischen im Übergangsbetrieb.

Remscheid. Der Übernahme der beiden kinderärztlichen Praxen in der Innenstadt und in Lüttringhausen in die alleinige Verantwortung der Stadt zum 1. Oktober steht nun nichts mehr im Wege. Der Rat stimmte einer zusätzlichen Ausgabe von rund 115 000 Euro für eine neue Software und neue Möbel zu. Zudem seien alle Mitarbeiter gefunden, berichtet Sozialdezernent Thomas Neuhaus im Gespräch mit dem RGA.

Nur eine Ärztin mit 30 Wochenstunden trete ihre Stelle etwas später an. Die Stadt übernimmt beide Praxen in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), um deren Schließung zu verhindern. wey

Unser Artikel vom 12. Mai: Zwei Praxen werden zu einem medizinischen Versorgungszentrum

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die an der Peterstraße in Kooperation mit dem Sana-Klinikum, die in Lüttringhausen zusammen mit dem bisherigen Träger Diakonie Bethanien. „Wir haben mit Hochdruck an den Übergangslösungen gearbeitet, nun arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Praxen für die Zukunft aufzustellen“, sagt Sozialdezernent Thomas Neuhaus. Inzwischen steht fest, wie sich die Verwaltung diese Zukunft vorstellt, eine entsprechende Beschlussvorlage wurde eingebracht und wird unter anderem im Hauptausschuss am 20. Mai beraten.

Für wann ist eine endgültige Übernahme geplant?

Zum 1. Oktober. Lange hieß es von der Stadt, man steige im Sommer ein, doch dieser Zeitplan erwies sich wohl als zu ambitioniert. Zudem empfiehlt die Beraterfirma, die die Stadtverwaltung bei der Übernahme der Praxen begleitet, einen Wechsel zum neuen Quartal, „da die Zulassungsausschüsse der Kassenärztlichen Vereinigungen erfahrungsgemäß nur in Ausnahmefällen wie beispielsweise dem Tod eines Arztes einen Inhaberwechsel während eines laufenden Quartals zulassen“. Zudem seien bei einem früheren Übergang Probleme bei der Abrechnung zu befürchten.

Wie werden die beiden Praxen organisiert?

Beide Kinderarztpraxen werden ab Oktober in ein gemeinsames Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) zusammengefasst, dieses wiederum soll als sogenannter Regiebetrieb geführt werden, nicht wie es zunächst hieß als Anstalt des öffentlichen Rechts. Dabei soll die Praxis in der Innenstadt die „Zentrale“ des MVZ werden, die Lüttringhauser Praxis deren „Filiale“. Eine solche Zweigpraxis zu führen, sei nicht genehmigungs-, sondern nur anzeigepflichtig, schreibt die Beraterfirma.

Warum werden für zwei Praxen nicht zwei MVZ gegründet?

Der „bürokratische Aufwand durch das Führen zweier separater Einrichtungen ohne einen entsprechenden Mehrwert“ erscheine unzweckmäßig und unwirtschaftlich, heißt es von der Beraterfirma. Zwei MVZ bräuchten auch zwei ärztliche Leiter, zudem müssten alle Verträge, zum Beispiel für Software und Reinigung, doppelt abgeschlossen werden, auch Abrechnung und Buchhaltung wären strikt zu trennen. Gehören beide Praxen zum gleichen MVZ, kann hingegen flexibel Personal ausgetauscht werden. So können Mitarbeiter in der jeweils anderen Praxis aushelfen.

Wieso soll das MVZ als Regiebetrieb geführt werden?

Diese Rechtsform gewährleiste „eine enge Anbindung an die Organe der Stadt und die städtische Verwaltung“, empfiehlt die Beraterfirma. Damit sei „eine unmittelbare Kontroll- und Einflussnahmemöglichkeit“ gegeben, zudem könnten Synergieeffekte mit der restlichen Verwaltung genutzt werden, zum Beispiel bei der EDV oder durch interne Dienstleister. Auch der Gründungs- und Verwaltungsaufwand sei im Unterschied zu den anderen möglichen Rechtsformen wie GmbH, AöR oder Genossenschaft am geringsten. Die ursprünglich geplante Anstalt des öffentlichen Rechts habe zum Beispiel „aufgrund ihrer rechtlichen Selbstständigkeit eine organisatorische Verselbständigung und damit einen gewissen Organisationsaufwand zur Folge, der für die relativ geringe Größe der Einheit nicht notwendig ist“.

Wie geht es nun weiter?

Die jetzt vorliegende Beschlussvorlage wird in der Politik in verschiedenen Ausschüssen beraten. Stimmt der Stadtrat zu, können anhand dieser Grundsatzentscheidung die weiteren Schritte eingeleitet werden. Das wird unter anderem die Gründung des Regiebetriebs, die Übernahme der Praxisräume und der Mitarbeiter sowie die Bewerbung um die sogenannten Ärztesitze der Praxen sein.

Hintergrund

Gleich zwei Remscheider Kinderarztpraxen, eine in der Innenstadt, eine in Lüttringhausen, standen zum Jahreswechsel vor dem Aus, weil die bisherigen Betreiber sie abgeben wollten. Nachdem sich auf dem sonst üblichen Weg keine Nachfolger fanden, sprang die Stadt ein, ein entsprechender Beschluss des Rates wurde mit breiter Mehrheit gefasst. Die beiden Kinderarztpraxen betreuen zusammen rund 3000 Kinder und Jugendliche.

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