Posaunenchor

Zum 123. Geburtstag schallt Musik durchs Dorp

Barbara Halbach und Wolfram von Borzeszkowski spielten vom Turm des Lüttringhauser Rathauses aus die Posaunenklänge ins Dorp. Auch an weiteren Orten traten die Musiker auf. Foto: Michael Schütz
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Barbara Halbach und Wolfram von Borzeszkowski spielten vom Turm des Lüttringhauser Rathauses aus die Posaunenklänge ins Dorp. Auch an weiteren Orten traten die Musiker auf.

Mitglieder des Lüttringhauser Posaunenchors spielten an verschiedenen Orten.

Von Peter Klohs

Remscheid. Das bergische Wetter scherte sich am Samstag nicht im Geringsten um seinen angeknacksten Ruf und sandte stattdessen Dauerregen mit unangenehmen Windböen über den Landstrich. Das Musizieren von Mitgliedern des Posaunenchores Lüttringhausen von vier markanten Landschaftspunkten aus wurde so schwierig, aber keineswegs unmöglich. „Wir haben die Idee des Spielens in kleinen Gruppen innerhalb des Posaunenchores bereits am Muttertag praktiziert“, berichtet Dirigent Philipp Jeßberger. „Auf den Tag genau hat sich der Posaunenchor Lüttringhausen vor 123 Jahren gegründet. Das war natürlich auch ein guter Grund für diese Aktion. Die Pläne ließen natürlich niemals außer Acht, was unter Coronabedingungen möglich ist und was nicht.“ Und Musikerin Ulrike Donner ergänzte: „Bei den zurzeit geltenden Coronaregeln sind zwei Musiker ja schon ein Posaunenchor.“

Vier Duos machten sich so am späten Nachmittag auf, um nacheinander jeweils fünf kurze musikalische Beiträge über den beschaulichen Stadtteil zu senden. Philipp Jeßberger und Ulrike Donner begannen, beinahe zentral auf dem evangelischen Friedhof platziert. Gerne hätte man vom Turm des Unternehmens Pipersberg GmbH gespielt, aber aus versicherungstechnischen Gründen sei dies nicht möglich gewesen, was den Umzug zum Friedhof nötig machte. Jürgen Kammin und Stefan Roßenbach musizierten vom Turm der evangelischen Kirche, die Brüder Marc und Sebastian Brüninghaus spielten ihre zwei Trompeten von Heilig Kreuz, der katholischen Kirche. Vom Turm des Lüttringhauser Rathauses gesellten sich Barbara Halbach und Wolfram von Borzeszkowski hinzu.

„Im Optimalfall hört man sich natürlich“, weiß Sebastian Brüninghaus, aber eben dieser wollte sich am Samstag nicht einstellen. Am besten hörte man die Musik vom Friedhof aus: Aus der nahen evangelischen Kirche war sie deutlich zu vernehmen, von der katholischen Kirche aus klang sie leicht verweht, und die Musik aus dem Rathausturm war in Teilen zu ahnen. Nur gelegentlich vernahm man mehr als zwei zusammenhängende Töne. Gespielt wurde leichte, christliche Literatur wie „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Zweimal das Thema gespielt, was im Durchschnitt zwischen 60 und 80 Sekunden dauert, kurze Whatsapp-Mitteilung an die Kollegen „Wir sind fertig“ – und das nächste musikalische Paar spielte ein kurzes Stück. „Die Literatur für Bläser ist wegen Corona deutlich auf eine Zweierbesetzung ausgerichtet“, erzählte Philipp Jeßberger. „Seit dem vergangenen Jahr gibt es explizit die Noten für eine Duo-Besetzung.“

„Was für eine schöne Aktion“, sagte Ursula von Borzeszkowski, Mutter des auf dem Rathausturm spielenden Wolfram und dem Posaunenchor sehr verbunden. Sie ließ es sich im strömenden Regen nicht nehmen, auf dem Friedhof der Musik zu lauschen.

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