Zukunft der Müngstener Brücke bleibt ungewiss

Ist das Ende der Müngstener Brücke bereits besiegelt? ©
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Ist das Ende der Müngstener Brücke bereits besiegelt? <br /><i>©

Mit einem Stoßseufzer quittierte Sylvia Löhrmann die Nachricht des Tages: "Nach all den Pannen und Peinlichkeiten kann man nun hoffentlich aufatmen", erklärte die grüne Ministerin und Landtagsabgeordnete aus Solingen zur Wiederfreigabe der Müngstener Brücke durch das Eisenbahnbundesamt und die Ankündigung der Deutschen Bahn AG, den "Müngstener" ab dem kommenden Montag wieder über die Brücke fahren zu lassen.

Doch das Misstrauen gegenüber dem einstigen Staatsunternehmen ist groß. Das zeigen auch die übrigen Reaktionen zur Müngstener Brücke. Politik und Wirtschaft sind sich einig: Sie wollen, dass das historische Bauwerk für den Schienenverkehr und die Menschen erhalten bleibt. Dass die Bahn das auf Dauer auch will, muss sie erst noch beweisen.

Da hilft es auch nichts, dass ihre Arbeiter mit verstärkten Koppellaschen und Verstrebungen die Brücke so weit sicherten, dass die Züge der Regionalbahn bis 2014 fahren dürfen. Zumal: Der Güterverkehr bleibt von der Erlaubnis ausgenommen. Wie will die Bahn die Versorgung der Unternehmen sicherstellen? "Wir erwarten hier endlich klare Aussagen", sagt Thomas Wängler, Verkehrsexperte der Industrie- und Handelskammer.

Auch Jürgen Hardt (CDU), Mitglied des Bundestages, und der Remscheider Landtagsabgeordnete Sven Wolf (SPD) erinnern die Bahn an ihre Zusagen. "In den kommenden Jahren sollen rund 30 Millionen Euro in die Sanierung investiert werden", berichtet Hardt. Und ergänzt: "Dabei müssen bei Sperrungen die Fahrgäste weitaus besser und frühzeitiger informiert werden, als dies der Fall war."

Dazu drängt die Zeit. Denn ab 2014 will nicht mehr die Bahn AG, sondern das Unternehmen Abellio den "Müngstener" über die Brücke rollen lassen. Deren Züge sollen allerdings rund 100 Tonnen und eine maximale Achslast von 18 Tonnen auf die Schienen bringen. Das ist weitaus mehr als die 98,6 Tonnen Gesamtgewicht und die 13,7 Tonnen Achslast, die das Eisenbahnbundesamt jetzt genehmigt hat.

Auch das lässt die Vision einer neuen Betonbrücke wieder Gestalt annehmen. "Wir werden weiter für eine umfassende Sanierung und gegen einen Betonneubau kämpfen", kündigt Jutta Velte (Grüne), Vorsitzende des städtischen Bauausschusses, deshalb an.

Jochen Siegfried, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion, unterstützt dagegen den Vorschlag des Solinger OB Norbert Feith: Die Aufnahme in die Unesco-Welterbe-Liste soll das Bauwerk unantastbar machen. Am 14. Juli will Siegfried im Stadtrat einen entsprechenden Antrag formulieren.

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