Unternehmen hoffen auf Besserung

Zugausfälle nehmen kein Ende: Müngstener ab Montag betroffen

Bei der S7 kommt es zu Zugausfällen.
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Bei der S7 kommt es immer wieder zu Zugausfällen.
  • Andreas Tews
    VonAndreas Tews
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S-Bahn 7 und Regionalexpress 47 fallen weiter häufig aus.

Auch im neuen Jahr sind die Bahnpendler im Bergischen Land genervt. In den ersten Wochen 2023 fiel die einst so zuverlässige S-Bahn 7 ähnlich häufig aus wie in den Monaten zuvor. Ab Montag trifft es den Müngstener erneut. Verdruss bereitete zudem neben der S-Bahn 1 auch der neu eingeführte Regionalexpress 47. Auch die Gründe sind die alten: Personalausfälle durch Krankheit und Urlaub sowie häufig defekte Züge. Die betroffenen Eisenbahnunternehmen Vias Rail (S 7) und Regiobahn (RE 47) hoffen auf Besserung, wollen vor allem durch Einstellungs- und Ausbildungsprogramme dem Fachkräftemangel bei den Lokführern entgegenwirken.

Auf die drei Bahnlinien sind Tausende Pendler aus Solingen, Remscheid und Umgebung auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit angewiesen. Dies gilt nicht nur für Verbindungen zwischen den bergischen Großstädten, sondern auch für Wege in Richtung Köln oder Düsseldorf. Die Beschwerden reißen kaum ab.

Sollte eigentlich die Nahverkehr auf der Schiene verbessern: Der neue Re 47 nach Düsseldorf sorgt jedoch für Probleme.

Beim Anbieter Vias Rail kann man den Frust der Kunden nach Angaben eines Sprechers verstehen. Beim Betreiber der S 7 führt man die Ausfälle vor allem auf kurzfristige krankheitsbedingte Ausfälle zurück. „Auch bei uns schlägt in diesen Tagen die Grippesaison durch“, erklärt der Unternehmenssprecher. Auch Urlaube im Zuge der Weihnachtsferien hätten eine Rolle gespielt. Die aktuelle Situation sei zwar nicht mit der dramatischen Lage im Herbst zu vergleichen. „Wegen der anhaltenden Krankheitssaison kann es dennoch weiterhin zu einzelnen Zugausfällen kommen“, räumt der Vias-Sprecher ein.

Wie viele andere Unternehmen auch, beschäftige Vias zudem der Fachkräftemangel. Im Herbst und Winter sei das Team der Lokführer verstärkt worden, man bemühe sich auch weiterhin um Neueinstellungen.

„Für 2023 muss eine Verbesserung erreicht werden.“

Dino Niemann, Sprecher des VRR

Einen ungewöhnlich hohen Krankenstand beklagt auch die Regiobahn. Vor allem im Bereich der Fahrzeuginstandhaltung führe dies zu „spürbaren Engpässen“, berichtet Sprecherin Sabine Hovermann. Denn dadurch stünden weniger Fahrzeuge zur Verfügung. Durch ein Leihfahrzeug habe man die betrieblichen Auswirkungen beim RE 47 aber abfedern können. Sie fielen somit geringer aus als bei der ebenfalls von der Regiobahn betriebenen S 28 (Wuppertal-Mettmann-Düsseldorf-Kaarst). Dort gelte ein reduzierter Ersatzfahrplan. Beim Direktzug von Remscheid über Solingen nach Düsseldorf hätten sich in den vergangenen Wochen zudem Bauarbeiten, Störungen an den Gleisen oder nicht besetzte Stellwerke der Deutschen Bahn negativ ausgewirkt. Dennoch sei man mit dem Start des RE 47 zufrieden.

Verständnis für die von Personalausfällen gebeutelten Bahnunternehmen zeigt man beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Nicht nur bei der Bahn, in vielen Branchen gebe es derzeit bundesweit „nie gekannte Krankenstände“, erklärt VRR-Sprecher Dino Niemann. Er fordert aber: „Für 2023 muss hier klar eine Verbesserung für unsere Fahrgäste erreicht werden.“

Ein Teil der Lösung soll ein Ausbildungsprogramm sein, das die Regiobahn in Abstimmung mit dem VRR und anderen Bahnunternehmen organisiert. Etwa 30 Quereinsteiger hätten dabei im vergangenen Jahr eine zwölfmonatige Ausbildung zum Triebfahrzeugführer begonnen. Nach Abschluss ihrer Ausbildung sollen diese einen neuen Pool von ausgebildeten Fahrern bilden. Je nach Personalbedarf sollen die 30 Männer und Frauen bei der Regiobahn oder bei anderen Bahnunternehmen eingesetzt werden. Laut Niemann geht es dabei darum, „aktiv etwas gegen den Fachkräftemangel in der Eisenbahnbranche zu tun und den Betrieb im Interesse unserer Fahrgäste zu sichern“.

Ausfälle beim Müngstener

Die S-Bahn 7 fährt nächste Woche (vom 16. bis zum 20.1.) tagsüber von Wuppertal nur bis Lennep. Grund dafür sind Brückenbauarbeiten zwischen Lennep und dem Remscheider Hauptbahnhof. Die Strecke ist in der Zeit von Montag bis Freitag immer zwischen 8 und 16 Uhr gesperrt. Zwischen Lennep und Remscheid setzt der Linienbetreiber Busse ein, die die S-Bahnen ersetzen.

Deutsche Bahn

Personalprobleme: Auch die Deutsche Bahn kämpft mit Personalengpässen. Diese waren in den vergangenen Tagen aber nicht Ursache für Ausfälle bei der S-Bahn 1 (Solingen-Düsseldorf-Dortmund), sondern auf Linien im Ruhrgebiet sowie in den Räumen Düsseldorf und Köln.

S-Bahn : Die fast schon obligatorischen Ausfälle gab es aber auch bei der S 1. Gründe hierfür waren Verspätungen, wegen denen Züge in Hilden umdrehten, ohne nach Solingen weiterzufahren, Reparaturen an einem Zug und ein Notfalleinsatz auf den Gleisen.

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