Mein Leben als Papa

D’r Zoch schlängelt sich in diesem Jahr bis in Michels Kinderzimmer

D’r Zoch kütt – in diesem Jahr von der Küche bis in Michels Kinderzimmer. Foto: lf
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D’r Zoch kütt – in diesem Jahr von der Küche bis in Michels Kinderzimmer.

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (5) und Michel (2).

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg

Sonnesching an Wieverfastelovend – ävver mer müsse zo Hus fiere. Wenn ich als alter Karnevalsmuffel meine jecke Frau um 11.11 Uhr daran erinnern muss, doch mal Musik aufzulegen, stimmt etwas nicht. Karneval 2021 ist alles anders: keine Umzüge, kein Jebütz, keine Feier im Kindergarten. Aber su lang mer noch am Lääve sin, am Laache, Kriesche, Danze sin, gibt es auch andere Möglichkeiten, für eine superjeilezick zu sorgen. Und ich muss zugeben: Seit Hannes und Michel auf der Welt sind, bin ich gar nicht mehr so karnevalsmuffelig. Lieber freue ich mich darüber, dass ihnen die Mischung aus Musik, Kostümen und jeder Menge Süßigkeiten so gut schmeckt.

Normalerweise wären wir heute Nachmittag mit den beiden Omas beim Zoch in meiner alten Heimatstadt Radevormwald gewesen. Hannes hätte wieder so laut „Kamelle“ gerufen, dass ihn höchstens das Fanfarencorps Landsknechte Halver mit seinen Trommeln übertönt hätte. Die Omas hätten beim Aufsammeln der Süßigkeiten einen erstaunlichen Ehrgeiz entwickelt. Und Michel hätte sich wahrscheinlich alles ganz genau aus sicherer Distanz angesehen – und auf der Rückfahrt Lieder nachgesungen und lebhaft vom tollen Tag geschwärmt.

Stattdessen schlängelte sich der Zoch schon gestern durch unsere Wohnung. In liebevoller Kleinstarbeit hatten Hannes im Superhelden- und Michel im Feuerwehrmann-Kostüm mit ihrer Mama elf Wagen und Fußtruppen aus Lego zusammengestellt und mit einer Schnur verbunden. Und als et Trömmelche jing, eilte auch ich aus meinem Arbeitszimmer herbei und stand parat. „In meinem Zimmer ist Karneval“, freute sich Michel, als der in der Küche gestartete Zoch in seinen vier Wänden angekommen war.

Und heute? Hat Papa den Jungs einen weiteren Karnevalstag in Aussicht gestellt. Genauer gesagt hab ich ihnen den kleinsten Umzug der Welt versprochen. Mit der Schubkarre möchte ich Hannes und Michel durch unsere Seitenstraße schieben. Ein paar Nachbarn sind schon informiert, dass es heute für ein paar Minuten etwas lauter werden könne. Hannes ist schon ganz heiß darauf, Kamelle diesmal nicht zu fangen, sondern durch die Fenster zu werfen. Auf Abstand natürlich.

Karneval 2021 ist anders, aber su lang mer noch am Lääve sin, am Laache, Kriesche, Danze sin, auch gar nicht mal so schlecht.

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