Herbstferien

Zirkuswelt fasziniert auch mit Maske

Beim Start der Zirkuswoche gaben die Artisten des Kinder-Circus Casselly einen Ausblick auf die kommenden fünf Tage. Fotos (3): Roland Keusch
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Beim Start der Zirkuswoche gaben die Artisten des Kinder-Circus Casselly einen Ausblick auf die kommenden fünf Tage.

Die Familie Casselly gastiert in den Herbstferien zum 17. Mal in Remscheid.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Wer dieser Tage am Schützenplatz vorbeikommt, kann es nicht übersehen: Der Zirkus ist in der Stadt. Am Montag fiel der offizielle Startschuss für das beliebte Ferienangebot der Familie Casselly. Ihr Kinder-Mitmach-Circus gastiert bereits seit 2004 jährlich in Remscheid. Bei der 17. Auflage läuft allerdings im und rund um das blau-gelbe Zirkuszelt vieles anders als in den Vorjahren.

Lange war aufgrund der Corona-Pandemie nicht klar, ob das Ferienangebot überhaupt stattfinden kann. Anfang September präsentierten die Veranstalter Stadt, Schlawiner gGmbH und Stadtteil e. V. in Zusammenarbeit mit den Cassellys schließlich einen Hygieneplan. Dieser sah unter anderem maximal 66 Teilnehmer pro Ferienwoche in festen Bezugsgruppen vor.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht.“
Michael Ketterer, Abteilungsleiter im Jugendamt

Dann stieg die Zahl der Covid-19-Infektionen wieder erheblich, und Remscheid wurde zum Risikogebiet. Die ursprünglichen Pläne machte das obsolet. Abermals stand eine Absage im Raum. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, betont Michael Ketterer. Er ist Abteilungsleiter im Jugendamt. Das Infektionsrisiko stand auf der einen, der Betreuungsbedarf der durch Corona ohnehin schon gebeutelten Eltern auf der anderen Seite. Die Verantwortlichen wählten einen Mittelweg: Das Angebot findet mit noch weniger Teilnehmern und strikteren Regeln statt.

In einem der Workshop geht es um Tricks mit Feuer.

„Wir haben die Eltern aller 132 angemeldeten Kinder gefragt, ob ein dringender Betreuungsbedarf besteht“, berichtet Ketterer. So ist es gelungen, die Teilnehmerzahl in der ersten Woche noch einmal auf 33 zu halbieren. In der kommenden Woche wird sie in einem ähnlichen Bereich liegen. Zum Vergleich: Normalerweise begrüßen die Cassellys in zwei Wochen 300 Kinder. Wer von seiner Teilnahme zurückgetreten ist, hat bei der kommenden Ausgabe einen Platz sicher.

Pony Tarzan und Lama Flauschi kamen bei den Kindern gut an.

Die Nachwuchs-Artisten werden in sechs Gruppen eingeteilt. Jede hat ein eigenes Zelt und feste Betreuer. Kann nicht genügend Abstand gehalten werden, gilt eine Maskenpflicht – auch bei Übungen. Handhygiene und tägliches Fiebermessen bei den Kindern und Betreuern sind obligatorisch. „Der Ablauf ist nicht mit den Vorjahren zu vergleichen“, räumt Ketterer ein. Das Angebot sei pandemiebedingt deutlich stärker auf den Betreuungsaspekt ausgerichtet. Dennoch ist der städtische Mitarbeiter überzeugt: „Für die Kinder ist das weiterhin ein ganz besonderes Erlebnis.“

Dieser Eindruck bestätigte sich bei der Eröffnung der ersten Zirkuswoche. In der Manege bewiesen die Profis um Alfons Casselly: Die Zirkuswelt kann auch faszinieren, wenn die Zuschauer Abstand halten und Maske tragen müssen. Sie erklärten die Regeln für die kommenden fünf Tage und stellten mit kleinen Einlagen die Workshops vor, die den jungen Teilnehmern zur Auswahl standen. Sie können mit den Tieren wie Pony Tarzan und Lama Flauschi arbeiten, sich zu Feuer-Fakiren und Jongleuren ausbilden lassen, oder aber zu Trapez, Trampolin- oder Bodenartisten werden.

Die Vorfreude und Bewunderung ob der gezeigten Kunststücke war den jungen Teilnehmern trotz der besonderen Umstände anzumerken. Und auch die Cassellys sind froh, dass das Angebot stattfinden kann. Nach Stationen in Bottrop und Wuppertal ist es erst das dritte Zirkusprojekt, das die Familie in diesem Jahr durchführen kann. Das trifft die Artisten freilich zum einen finanziell. Alfons Casselly betont jedoch: „Es geht nicht nur darum. Es ist einfach unser Leben, den Menschen die Zirkuswelt näherzubringen.“

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