Werkshalle neben dem Werkzeugmuseum

Zieht ins Haus Berger das „Tool Lab“ ein?

Dr. Andreas Wallbrecht, Leiter des Historischen Zentrums, vor dem Haus Berger. Das von den Gebrüdern Cleff errichtete Gebäude steht unter Denkmalschutz. Anfang des 20. Jahrhunderts ließ es ein gewisser Herr Berger zu Wohnraum umbauen, daher der Name. Das Museum nutzt einen Teil der Räume.
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Dr. Andreas Wallbrecht, Leiter des Historischen Zentrums, vor dem Haus Berger. Das von den Gebrüdern Cleff errichtete Gebäude steht unter Denkmalschutz. Anfang des 20. Jahrhunderts ließ es ein gewisser Herr Berger zu Wohnraum umbauen, daher der Name. Das Museum nutzt einen Teil der Räume.
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Ehemalige Werkshalle neben dem Werkzeugmuseum könnte zum außerschulischen Lernort werden.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Wo einst Sensen und Zangen produziert wurden, könnten bald schon Kinder knöstern: In die ehemalige Werkshalle neben dem Deutschen Werkzeugmuseum, dem sogenannten Haus Berger, soll das „Tool Lab“ einziehen. Jedenfalls, wenn es nach den Projektträgern geht. Die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW) und die Stadt Remscheid möchten das unter Denkmalschutz stehende Schieferhaus zur Hastener Junior-Uni machen. Heute befasst sich der Kulturausschuss mit der Idee. Wir klären auf.

Was ist das „Tool Lab“ genau?

Das „Tool Lab“, zu Deutsch: Werkzeug-Labor, soll ein Bildungszentrum für die Vermittlung handwerklicher Fähigkeiten werden. So, wie es die Junior-Uni in Wuppertal im Bereich Technik bereits tut. Das Ziel: Der außerschulische Lernort soll Kinder und Jugendliche bereits frühzeitig für Handwerksberufe begeistern. Auch Eltern und Lehrer sollen angesprochen werden. Zudem soll das „Tool Lab“ ein Demonstrationsort für den digitalen Fortschritt sein: Hier soll gezeigt werden, wie das Handwerk die neuen digitalen Technologien nutzen kann. Die BSW favorisiert das Haus Berger. Das Gebäude sei leicht erreichbar und passe thematisch. Es handelt sich beim „Tool Lab“ um ein Startprojekt des Förderantrags „Urbane Produktion im Bergischen Städtedreieck – Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Quartiersentwicklung“.

Wer sind die Projektpartner?

Laut den Projektträgern BSW und Stadt sollten folgende Partner mit ins Boot geholt werden: Die Kreishandwerkerschaften Remscheid sowie Solingen-Wuppertal, das Deutsche Werkzeugmuseum, die Junior-Uni für das Bergische Land, die Alexander-von-Humboldt-Schule, die GHS Hackenberg und die Albert-Schweitzer-Realschule.

Um welche Berufe geht es hier?

Vor allem um Berufe, die einen besonderen Wandel durch die Digitalisierung erfahren und Anknüpfungspunkte zu Themen wie Smart Home haben, also zum Beispiel: Anlagenmechaniker für Heizung-, Sanitär- und Klimatechnik, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Kfz-Mechatroniker, Metallbauer, Dachdecker, Bäcker und Tischler. Künftig soll das „Tool Lab“ aber allen Innungen und Handwerksberufen einen Ort bieten. Zudem sollen weitere Schulen einbezogen werden. Laut dem Projektziel der Träger könnten Unternehmen und Stiftungen für die langfristige Finanzierung gewonnen werden.

Wie geht es jetzt weiter?

Seit Januar liegt die Projektgenehmigung vor. Der Zuwendungsbescheid wird in Kürze erwartet. Die BSW ist nun in den konkreten Planungen. Gemeinsam mit den Kreishandwerkerschaften, der Handwerkskammer und der Stadt soll ein pädagogisches Konzept entwickelt werden. Bereits heute sei klar: Haus Berger müsste für das „Tool Lab“ aufwendig umgebaut werden. Deshalb werden laut Stadtverwaltung weitere Standorte in Remscheid geprüft.

Was hält der Leiter des Historischen Zentrums von der Idee?

„Ein ,Tool Lab‘ mag gut sein, die Frage ist nur, wie es inhaltlich gefüllt wird“, sagt Dr. Andreas Wallbrecht, Leiter des Historischen Zentrums und des Werkzeugmuseums. Allerdings haben er und sein Team andere Pläne für das Haus Berger. Das circa 363 Quadratmeter große Gebäude plus Anbau könnte laut ihrem Konzept künftig Verwaltung, Archiv, Bibliothek, Museumspädagogik und Werkstätten beherbergen. Haus Berger ließe sich auch gut mit der Shedhalle verbinden. „Die Gebäude gehören zusammen, sie gehören zum Historischen Zentrum“, ist Wallbrecht wichtig. Daher hat er sich in der Vergangenheit bereits dafür eingesetzt, dass das Haus Berger nicht veräußert wird. „Das Ensemble, das wir hier haben, ist einmalig in Deutschland.“

Historisches Zentrum

Das Historische Zentrum der Stadt: Es umfasst neben dem Deutschen Werkzeugmuseum das Haus Cleff sowie das Stadtarchiv.

Das Ensemble: Als Erstes entstand Haus Cleff 1778/79 auf dem Hastener Berg, zeitgleich der Park dahinter. Dazwischen errichteten die Handelsleute, die Gebrüder Cleff, kleinere Lagerhäuser. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam das Kontorgebäude hinzu, danach Haus Berger und die Halle Berger, in denen Kleineisen produziert wurden. 1879 wurde daneben eine Halle mit Sheddach gebaut.

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