Bis Ende Januar ist Zeit

Grundsteuer: Zeile 11 ist oft ein Stolperstein - Tipps für die Abgabe

Noch bis Ende Januar haben Eigentümer Zeit, die Feststellungserklärung abzugeben.
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Noch bis Ende Januar haben Eigentümer Zeit, die Feststellungserklärung abzugeben.
  • VonSven Schlickowey
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  • Manuel Böhnke
    Manuel Böhnke
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Jeder Besitzer eine Immobilie muss in den kommenden Monaten eine Grundsteuererklärung abgeben. Wie läuft es ab? Wann ist die Frist zu Ende? Was droht danach? Der RGA klärt alle Fragen.

Bergisches Land. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Zwar wurde die Abgabefrist für die Grundsteuererklärung um drei Monate auf Ende Januar verlängert, am Grundsatz ändert das aber wenig. Jeder Besitzer eine Immobilie, von der Waldparzelle über die Gartenlaube bis zum Wohnhaus, muss in den kommenden Monaten eine solche Erklärung abgeben. Und das dürften noch einige sein. Allein in NRW müssten 6,5 Millionen Einheiten neu bewertet werden, erklärt die Oberfinanzdirektion auf Anfrage des RGA. Nach Schätzungen sind bisher noch nicht einmal die Hälfte aller Erklärungen eingegangen.

Wie läuft die Abgabe?
Mittel der Wahl ist das Online-Finanzamt Elster, für das man allerdings nicht nur ein digitales Endgerät wie einen Laptop oder ein Tablet braucht, sondern auch einen Zugang, der zuvor beantragt werden muss. Der Vorteil: Elster führt eine Plausibilitätsprüfung durch – das Formular lässt sich nur abschicken, wenn es keine groben Fehler wie widersprüchliche Angaben enthält.

Geht s auch ohne Elster?
Wer keinen eigenen Elster-Zugang hat, kann eine von drei Möglichkeiten nutzen: So ist die Abgabe auch über den Zugang eines nahen Verwandten möglich, selbst wenn darüber schon eine andere Grundsteuererklärung abgegeben wurde. Für 11 der 16 Bundesländer, darunter auch NRW, hat das Bundesfinanzministerium zudem die Internetseite Grundsteuererklaerung-
fuer-privateigentum.de erstellt, für die es keinen Elster-Zugang braucht.

Und auch eine Abgabe auf Papier ist grundsätzlich möglich, die Vordrucke gibt es für Remscheider im Finanzamt in der Lenneper Wupperstraße, Radevormwalder und Hückeswagener bekommen die Unterlagen im Finanzamt Wipperfürth, Wermelskirchener und Burscheider beim Finanzamt Leverkusen.

Wie startet die Eingabe?
Die erste erforderliche Eingabe ist das Aktenzeichen – noch vor der Steuernummer. Es ist im Informationsschreiben zu finden, das Eigentümer vom Finanzamt erhalten haben. Dieses beinhaltet „die überwiegenden Angaben“ für die Erklärung. Das Aktenzeichen ist der Behörde zufolge darüber hinaus auch auf früheren Einheitswert-Bescheiden sowie dem Grundsteuerbescheid der Gemeinde zu finden. Wer das Informationsschreiben nicht erhalten hat, muss übrigens trotzdem eine Grundsteuererklärung abgeben. Die meisten Daten finden sich auch online im Geodatenportal.

Gibt es Stolpersteine?
Das Prozedere war schon im Vorfeld von Experten als zu kompliziert kritisiert worden. In der Praxis kristallisieren sich mehrere Stolpersteine heraus. Darunter Zeile 11 des Hauptvordrucks. Dort muss der Anteil, der zur wirtschaftlichen Einheit gehört, mit Zähler und Nenner eingetragen werden. Es geht um den Anteil, zu dem das Flurstück dem fraglichen Grundstück zuzuordnen ist – bei Einfamilienhäusern sind in der Regel Flurstück und Grundstück identisch, so dass Zähler und Nenner „1“ sind. Dass das Grundstück zum Beispiel Ehegatten jeweils zur Hälfte gehört, muss man erst später bei den Informationen zu den Eigentümern angeben.

Eigentümer von Wohnungen müssen in Zeile 11 den Miteigentumsanteil am gemeinschaftlichen Eigentum nennen. Informationen dazu finden sich im Kaufvertrag oder in der Teilungserklärung. Angaben zu weiteren Personen, die andere Eigentumswohnungen innerhalb eines Hauses besitzen, sind nicht notwendig.

Was droht nach Januar?
Zunächst nur eine Erinnerung:„Wenn der Finanzbehörde die Besteuerungsgrundlagen nicht mitgeteilt werden, wird an die Abgabe der Erklärung erinnert beziehungsweise gemahnt“, teilt die Oberfinanzdirektion auf Anfrage mit. „Ist dies erfolglos, hat die Finanzbehörde die Besteuerungsgrundlagen zu schätzen.“

Hintergrund

Urteil: Notwendig wurde die aktuelle Grundsteuerreform nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Das hatte die aktuelle Berechnung für rechtswidrig erklärt. Die neue Berechnungsart soll ab 2025 gelten.

Unterstützung: Hilfe beim Ausfüllen der Erklärung gibt es unter anderem telefonisch, die Finanzämter haben Hotlines eingerichtet. Die in Remscheid ist montags bis freitags jeweils 9 bis 18 Uhr unter (0 219 1) 9 61 19 59 zu erreichen.

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