SPD-Anfrage: Stadt erfasst Industriebrachen

Zehn Flächen in Remscheid warten auf Gewerbeansiedlung

Wo einst Autositze hergestellt wurden, stehen heute fast 11 000 Quadratmeter Büro-, Lager- und Produktionsfläche zur Verfügung: Der Keiper-Gewerbepark in Hasten ist ein gutes Beispiel dafür, wie Brachen reaktiviert werden können. Archivbild: Putsch
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Wo einst Autositze hergestellt wurden, stehen heute fast 11 000 Quadratmeter Büro-, Lager- und Produktionsfläche zur Verfügung: Der Keiper-Gewerbepark in Hasten ist ein gutes Beispiel dafür, wie Brachen reaktiviert werden können.

Remscheid verfügt über zehn brachliegende Grundstücke mit zusammen 8,9 Hektar, die grundsätzlich als Gewerbeflächen geeignet sind.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Das geht aus einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der SPD hervor. Die Sozialdemokraten wollten wissen: Gibt es eine aktuelle Auflistung, wo sich in Remscheid Brachflächen befinden, die für die An- und Umsiedlung von Gewerbe nutzbar sind?

Ja, gibt es, teilte die Verwaltung sowohl dem Stadtentwicklungs- als auch dem Bauausschuss mit. Formal umfasse die Liste Flächen, die länger als zwei Jahre ungenutzt geblieben seien. Das „sonstige marktübliche Veräußerungsgeschehen von gewerblichen Immobilien in Remscheid“ bilde die Auflistung nicht ab.

Remscheid: Nicht jeder Besitzer möchte verkaufen

Dabei bedeute dies nicht in allen Fällen, dass die Grundstücke zeitnah zur Bebauung zur Verfügung stehen, sagt Christina Kutschaty, Leiterin des Fachdienstes Stadtentwicklung, Wirtschaft und Liegenschaften: „Nicht jeder Besitzer möchte verkaufen.“

Von den derzeit zehn erfassten Grundstücken befindet sich nur eines in Besitz der Stadt, geht aus der Antwort der Verwaltung hervor. Mit den Eigentümern der anderen bestehe aber ein Austausch, so Kutschaty: „Unsere Wirtschaftsförderung hat diese Flächen immer mit im Blick.“ Brachen als mögliche Gewerbestandorte geraten in Remscheid seit Jahren regelmäßig in die Diskussion. Mal als mögliche Alternativen zu geplanten Gewerbeflächen wie Blume. Mal, weil zu wenig neue Flächen zur Verfügung stehen. Beispiele, wie aufgegebene Gewerbeimmobilien neu genutzt werden können, sind unter anderem der Keiper-Gewerbepark in Hasten oder auch die ehemalige Kipper-Brauerei.

„Natürlich habe viele Firmen am liebsten neu entwickelte Flächen auf der grünen Wiese“, sagt Christina Kutschaty. Doch die seien nicht nur in Remscheid rar. Deswegen seien Brachen trotz eventueller Einschränkungen teilweise eine gute Alternative, wenn sich ein Unternehmen innerhalb der Stadt verändern oder hier neu ansiedeln will. „Remscheid hat ja viele Standortvorteile.“

Remscheid: Für sechs Grundstücke gültige Baupläne

Die Liste enthält nicht nur von allen zehn Grundstücken Lage und Größe, sondern auch die jeweils geltenden baurechtlichen Grundlagen und weitere Informationen wie Nutzungseinschränkungen.

Für sechs Grundstücke gibt es bereits gültige Bebauungspläne, die regeln, was dort möglich ist. Für die vier anderen Grundstücke gelte Baurecht nach Paragraf 34 Baugesetzbuch, erläutert Christina Kutschaty. Danach hätten sich neue Gebäude, denen in der Umgebung anzupassen: „Man kann, vereinfacht gesagt, schauen, was dort bereits steht, und in der Größenordnung darf man dann auch etwas bauen.“

Ob die so erfassten Grundstücke jemals für Gewerbeansiedlungen genutzt würden, könne man nicht mit Sicherheit sagen, so die Fachdienstleiterin. In den meisten Fällen bleibe der Stadt nichts anderes übrig, als mögliche Interessenten und Eigentürmer zusammen zu bringen: „Den Rest regelt dann der Markt.“

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