Zange kam an der Alleestraße an

Das stand vor 25, 50, 75 und 100 Jahren im RGA

Von Manuel Böhnke

Remscheid 1995 Heute ist sie aus dem Stadtbild kaum wegzudenken, vor 25 Jahren mussten sich die Remscheider erst einmal an ihren Anblick gewöhnen. Die Rede ist von der Zange auf der oberen Alleestraße. Sie wurde am 15. November 1995 „früh am Morgen“ von einem „riesigen Kran“ aufgestellt, berichtete der Tüpitter tags drauf. Der Entwurf für das Stadttor stammt vom Leverkusener Bildhauer Lüder Seedorf. Die Skulptur ist acht Meter hoch und zehn Meter breit.

Gestiftet hat die Zange Ria Fresen. Die Remscheiderin führte über viele Jahre ein erfolgreiches Modegeschäft an der Alleestraße. Sie wollte ihre Mitmenschen an ihrem Erfolg teilhaben lassen. Neben der Zange finanzierte sie unter anderem die Inneneinrichtung des Deutschen Werkzeugmuseums mit und initiierte eine nach ihr benannte Stiftung, die noch heute aktiv ist.

1970 Die Überschrift klang dramatisch. „In der Schule Hasten herrscht echter Notstand“, schrieb der RGA am 13. November 1970. Das sei „keine Übertreibung“, war im weiteren Verlauf zu lesen. Grund für die angespannte Situation war akute Lehrerknappheit.

Ein Problem, das einigen Schulen noch heute nicht nur wegen der akuten Corona-Pandemie bestens bekannt sein dürfte. Nur 141 der normalerweise 238 Stunden Unterricht pro Woche konnte das dezimierte Kollegium gewährleisten – gerade einmal 59 Prozent. Das hatte komisch anmutende Konsequenzen: „Für die Schüler einer Klasse besteht teilweise der Unterricht darin, dass sie ihre Milch oder ihren Kakao trinken, um dann wieder nach Hause geschickt zu werden.“

1945 Am 11. November 1945 heulten um Punkt 12 Uhr die Sirenen in Remscheid – mehr als sechs Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Grund war der Waffenstillstandstag, den die hiesige Militärregierung ausgerufen hatte. Im gesamten britischen Reich heulten die Sirenen, um an das Ende des Ersten Weltkriegs 27 Jahre zuvor zu erinnern. Zwei Minuten lang mussten alle Personen stehen bleiben, die Männer ihre Hüte absetzen und Automotoren still stehen.

1920 Der November vor 100 Jahren war bei einigen Remscheider Firmen von großer Unsicherheit geprägt, insbesondere, wenn sie verstärkt Geschäfte mit Belgien und Frankreich machen. Der Tüpitter berichtete, aus diesen Ländern kämen Fingerzeige, dass sie „zu einer neuen Beschlagnahme der deutschen Guthaben entschlossen sind“. Dementsprechend waren die Remscheider Unternehmen um eine möglichst schnelle Abwicklung ihrer Geschäfte bemüht.

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