Tierische Mitbewohner

Zahl der Hunde steigt in Remscheid weiter an

Heike Bredtmann versorgt die Hunde im Tierheim Remscheid jeden Tag. Neben ihr sitzt die sechsjährige Hündin Elli.
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Heike Bredtmann versorgt die Hunde im Tierheim Remscheid jeden Tag. Neben ihr sitzt die sechsjährige Hündin Elli.

7204 Hunde sind derzeit angemeldet – Das Tierheim ist ausgelastet, aber nicht mit Remscheider Tieren.

Von Michelle Jünger

Remscheid. Ein nicht unerheblicher Teil der städtischen Steuereinnahmen erfolgt über die Hundesteuer. Etwa 970 000 Euro sind es pro Jahr. Und die Zahl der Hunde in Remscheid wächst stetig an. Währenddessen werden aber viele Tiere, die während der Pandemie angeschafft wurden, seit Wochen in Tierheimen abgegeben.

Seit Beginn des Jahres stieg die Zahl der angemeldeten Hunde erneut. Zum jetzigen Zeitpunkt leben 7204 Hunde angemeldet in Remscheid. Tiere, die in dieser Zeit abgemeldet wurden, weil der Besitzer gewechselt hat oder sie verstorben sind, sind in dieser Zahl bereits erfasst. „In der Regel melden die Remscheider ihre Hunde an“, sagt Heike Rakow, Abteilungsleiterin Steuern und Vollstreckung der Stadt Remscheid.

Bei den Nicht-Anmeldungen handele es sich Einzelfälle. Da liege es, an der Sorgfaltspflicht der Stadt diese Halter und Hunde auszumachen. „Da geht es um Steuergerechtigkeit. Praktisch ist es Steuerhinterziehung, wenn man nicht anmeldet“, fügt Rakow hinzu.

Aus diesem Grund hatte die Stadt zuletzt 2016 eine Hundebestandsaufnahme durchgeführt. Mit Erfolg, denn statt der durchschnittlichen 90 Anmeldungen im Monat, kam sie im Oktober 2016 auf 266. Abzüglich der Abmeldungen zählte die Stadt nach der Bestandsaufnahme 179 Hunde mehr, für die Steuern erhoben wurden.

Die Hundebestandsaufnahme steht auch in den kommenden Monaten wieder auf dem Programm. Allerdings nicht mehr für dieses Jahr, so Rakow. Aufgrund von Personalmangel und aus Zeitgründen sei das aufs kommende Jahr verschoben worden. „Wir fragen aber enger ab als die meisten anderen Gemeinden“, sagt sie.

Neben der Hundebestandsaufnahme würde die Stadt zudem auf den Außendienst bauen. Der gehe Hinweisen aus der Bevölkerung nach und achte bei seinen Touren auf Plaketten. Wenn die fehle, müsse man nicht nur die Steuer nachzahlen. „Im Zweifel gibt es dann auch ein Bußgeld“, sagt Rakow. Die Steuern können bis zu vier Jahre nachberechnet werden. Vom jetzigen Zeitpunkt können rückwirkend bis 2018 Steuern für nicht angemeldete Hunde fällig werden.

Interessant ist jedoch, dass in Remscheid die Zahl der Vierbeiner weiter steigt. „Die Sachbearbeitung hat bisher keine Tendenz steigender Abmeldungen wahrgenommen“, sagt Rakow. Das sei im Rahmen und betreffe meist Todesfälle oder Besitzerwechsel.

Denn auch bei der Abgabe ins Tierheim wird der Hund abgemeldet. Das Tierheim stelle dafür entsprechende Bescheinigungen aus, die bei der Stadt mit dem entsprechenden Formular eingereicht würden, sagt Angelika Hämmerling-Schier vom Tierheim Remscheid.

Die Zwinger sind voll, aber nicht mit Remscheider Hunden

Anfragen zur Aufnahme von Tieren bekomme das Tierheim derzeit viele, doch aufnehmen könne es keine weiteren Hunde. „Unsere Zwinger sind voll, dazu kommen noch die Pensionstiere“, fügt sie hinzu. Einige Zwinger würden renoviert. Außerdem müssten sie für Fundtiere, also ausgesetzte oder entlaufene Hunde, Plätze frei halten.

Seit Juli sind 16 Hunde im Tierheim abgegeben worden. „Davon ist aber nur einer aus Remscheid“, sagt Hämmerling-Schier. Die Pandemie-Hunde kämen vorwiegend aus Wuppertal. Dort gibt es kein Tierheim mehr, weshalb Plätze im Umland gesucht würden.

Mehr Fundtiere gibt es im Tierheim Remscheid ebenfalls nicht. Die implantierten Chips machen das Aussetzen schwerer als früher, auch wenn Fundtiere nicht immer einen hätten. Zuletzt nahm das Tierheim Remscheid im Juni ein solches Tier auf.

Hundesteuer

Die Hundesteuer ist eine Aufwandssteuer. Sie dient nicht zur Finanzierung einer bestimmten Leistung. In Remscheid beträgt die Steuer für einen Hund 132 Euro. Für mehrere Tiere gibt es gestaffelte Preise. Tiere aus dem Tierheim sind im ersten Jahr von der Steuer befreit. Ebenso entfällt die Steuer für Blinden- und Polizeihunde. Alle Formulare sind auf der Website der Stadt erhältlich.

remscheid.de

Standpunkt von Michelle Jünger: Wenn, dann für alle

michelle.juenger@rga.de

Mit einem Haustier kommt die Verantwortung. Platz, Futter und vor allem Zeit muss man investieren, egal ob Katze, Vogel oder Hund. Zu dieser Verantwortung gehört sicherlich auch, sich an bestehende Gesetze zu halten, sprich den Hund anzumelden und Steuern zu zahlen.

Im Sinne der Gleichberechtigung sollten das auch alle tun, das ist schon richtig. Steuerhinterziehung bleibt vor dem Gesetz eben Steuerhinterziehung. Für andere Haustiere fallen aber keine Steuern an, obwohl auch durch sie Verpackungsmüll oder CO2 produziert werden. Fair wäre also auch eine Katzensteuer. Oder eben die Hundesteuer abzuschaffen.

Vorteil hat die Steuer vor allem für Ordnung und Planbarkeit seitens der Stadt: Ohne Zweckbindung, um Hundekot zu entfernen zum Beispiel, sind die Einnahmen aus der Hundesteuer frei und flexibel verwendbar. Zudem verleiht sie der Stadt Überblick über die Zahl der Hunde in einer Kommune. Daher auch der steigende Satz bei mehreren Tieren.

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