Bildung

XClub geht im Röntgen-Museum auf Forschungsreise

Leuchtet eine Banane? Oder ein Geldschein? Die Kinder testen gemeinsam mit Sonja Klarhof, was unter UV-Licht leuchtet. Foto: Roland Keusch
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Leuchtet eine Banane? Oder ein Geldschein? Die Kinder testen gemeinsam mit Sonja Klarhof, was unter UV-Licht leuchtet.

Kinder dürfen nach ihrer Ausbildung zu jungen Experten Führungen geben.

Von Melissa Wienzek

In Röntgens Fotolabor im Keller ist es schön dunkel. Hier können die jungen Forscher am besten ihrem neuesten Projekt nachgehen: Fluoreszenz. Abwechselnd halten Julius (10), Martha (9) und die anderen Wissenschaftler Steine, Papier oder Briefmarken unter die UV-Leuchte, gefolgt von einem fachmännischen „Ahhh!“. Ole (9) verblüfft die anderen Forscher mit einer Nachricht: „Übrigens nur echter Bernstein fluoresziert. Am Strand an der Ostsee liegt ganz viel Fluoreszierendes rum. Man sollte ihn aber nicht in die Hosentasche stecken, er kann sich entzünden.“ Das beeindruckt auch Sonja Klarhof.

Die Museumspädagogin ist heute mit den jungen Remscheiderinnen und Remscheidern auf den Spuren von Wilhelm Conrad Röntgen im Deutschen Röntgen-Museum unterwegs. So wie jeden Dienstag. Denn dann begibt sich der Club der jungen Forscher auf Entdeckungsreise durch die spannende Welt der Physik. XClub nennen sie sich. Wir stellen die neue Gruppe vor.

Was ist der XClub genau?

Kurz vor den Herbstferien ist die Gruppe an den Start gegangen. Ein Jahr lang treffen sich die Viertklässler Dienstagsnachmittags für anderthalb Stunden im Deutschen Röntgen-Museum in Lennep. Zuerst oben im RöLab, später wird dann weiter im Haus erkundet. Die Schwerpunkte wechseln. Dieses Mal dürfen die Kinder im Anschluss an ihren Ausflug in den Museumskeller im RöLab noch Reagenzgläschen mit Honig, Ketchup oder Kurkuma unter die UV-Lampen halten und ihre Forschungsergebnisse in ihren Ordnern dokumentieren. Antonia (9) von der GGS Freiherr-vom-Stein stellt fest: „Auch Milch leuchtet.“

Wo kommen die XClub-Mitglieder noch zum Einsatz?

Die Kinder, alle um die 9 oder 10 Jahre alt, experimentieren hier nicht nur wie einst Wilhelm Conrad Röntgen, sondern dürfen am Ende andere Kinder durchs Museum führen. „Geübt wird das zuerst vor der eigenen Familie. Das ist für viele schon ganz schön aufregend“, sagt Sonja Klarhof. Die Tierärztin aus Lennep, selbst Mutter von zwei Söhnen, hat sich aufgrund eines Zeitungsartikels 2018 dem Museum angeschlossen. Seitdem kümmert sie sich nebenher um die Museumspädagogik und macht Führungen, zum Beispiel am Internationalen Museumstag oder beim „Girls‘ Day“.

Welche Themen werden behandelt?

Vor allem natürlich das Thema Strahlen. Dann um Elektrizität, Magnetismus. Zuletzt beschäftigten sich die Kinder auch mit dem menschlichen Körper und seinen Organen. Dazu haben sie beispielsweise einen Papierkörper erstellt. „Die Themen lassen sich prima mit den Museumsinhalten ergänzen“, sagt Klarhof.

„Röntgen ist bei mir um ein paar Ecken in der Familie.“

Julius (9) aus Lennep

Welche Kinder machen mit?

Naturwissenschaftlich begeisterte Schülerinnen und Schüler. Es handelt sich um eine geschlossene Gruppe. Das Verfahren: Das Team des Röntgen-Museums schreibt die Schulen in der Umgebung an. Diese schlagen dann Schülerinnen und Schüler für den XClub vor. Denn in diesen Club können nur acht eintreten. „Da wir relativ intensiv experimentieren“, erklärt Sonja Klarhof.

Warum ist es wichtig für ein Museum, so etwas anzubieten?

„Ich finde, ein Museum ist ein ganz toller Ort, um ganz intensiv bestimmte Themen zu erfahren. Und das Röntgen-Museum bietet mit Geräuschen und optischen Reizen viele Möglichkeiten, Kinder zu begeistern“, sagt die Museumspädagogin. Röntgen könne die Kinder vom Vorschulalter bis zur Oberstufe begleiten – im Lenneper Museum gibt es für jede Altersstufe Angebote. „Das Wissen verknüpft sich so anders als nur aus Büchern.“

Und was sagen die Kids?

Für Julius (10) ist schon fast klar, dass er hier mitmachen muss. „Röntgen ist bei mir um ein paar Ecken in der Familie. Meine Oma hat einen Stammbaum zu Hause.“ Antonia (9) experimentiert gern, sagt sie. Welchen Raum im Museum findet sie am coolsten? „Die Schweiz.“ Also den Raum mit modelliertem Felsen, in dem es um die Fotografie-Leidenschaft Röntgens geht. Was sie schon über den berühmten Sohn Lenneps weiß? „Wilhelm Conrad Röntgen hat den ersten Physik-Nobelpreis bekommen. Das hab ich im Museum gelernt.“

Der Besuch

Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr.

Kosten: Wegen des Umbaus aktuell Eintritt frei. Spenden willkommen.

Corona-Regeln: Es gilt FFP2-Maskenpflicht und 2G samt Nachweis. Ausnahme: Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr.

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