Theater

WTT gönnt den Gästen eine „Auszeit“

Endlich Ruhe: Nachdem sie Leo (l.) geknebelt und gefesselt haben, philosophieren Arthur und Felix beim Bier über Marinade.
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Endlich Ruhe: Nachdem sie Leo (l.) geknebelt und gefesselt haben, philosophieren Arthur und Felix beim Bier über Marinade.

Deutschlandweite Erstaufführung der satirischen Komödie „Auszeit“.

Remscheid. Die Vögel zwitschern vergnügt, die Bierflaschen ploppen, und die drei Freunde Leo (Thomas Ritzinger), Arthur (Björn Lenz) und Felix (Björn Lukas) genießen das Männerwochenende beim Angeln im Wald. Fast auch in Stille - wäre da nicht Leos Handy. Mit seinem lautstarken Gezeter am Telefon durchbricht er immer wieder die entspannte Stimmung seiner Freunde. Bis die einen Entschluss fassen: „Wir machen es so wie damals in Griechenland!“ Licht aus, Radau und Gerangel, Spot an: Leo sitzt geknebelt und gefesselt auf einem Baumstamm, während die anderen betrunken über Marinade philosophieren. Doch Leo macht plötzlich komische Geräusche - und kippt um. Die Freunde eilen ihm zu Hilfe, befreien ihn: „Sag doch was!“ - „Ihr Arschgeigen“, antwortet der, und fordert erst mal Flüssiges. „Ich muss euch danke sagen“, sagt Leo überraschend. „Wann habe ich das letzte Mal einfach dagesessen, bewegungslos und stumm?“ In der „Nabelschnur des Schweigens“ sei ihm auch eine Idee für ein neues Produkt gekommen: der „Arretator“ für die tausend anderen Menschen wie ihn, die auch nur so durch den Tag hetzen.

„Auszeit“, eine satirische Komödie des Österreichers Manfred Schild, darf das WTT als erstes deutsches Theater überhaupt auf die Bühne bringen. Morgen ist Premiere. Das heitere Drei-Männer-Stück unter der Regie von Claudia Sowa und Assistentin Leoni Jonczik regt aber auch zum Nachdenken an. Stress und Burn-out-Gefahr, aber auch die Frage: Müssten wir nicht gesamtgesellschaftlich und wirtschaftlich das System überdenken? Dies aber ohne Zeigefinger. Man darf gern lachen. Die Philosophien über Wiener Schnitzel und den „Ei-Pott“ sind auch einfach zu komisch. „Wir glauben, ohne Demut und Rückbesinnung bei uns allen wird es nicht gehen, wenn man in einem relativen Wohlstand weiterleben möchte“, sagt Claudia Sowa. „Es schreit nach neuen Definitionen, was unsere Lebensansichten angeht.“

Arthur und Leo beschließen, abzureisen. Doch Felix bleibt im Wald. Schickt plötzlich skurrile Fotos. Die Freunde sorgen sich und reisen zurück. Ob sie Felix retten können? Oder, anders gefragt: Müssen sie das überhaupt? mw

Zeiten/Preise:Morgen, 19.30 Uhr (Premiere); Samstag, 1. und 8. Oktober, 19.30 Uhr, sowie Silvester im WTT, Bismarckstraße 138. Eintritt: Premiere: 17 Euro, ermäßigt 12, sonst 15 Euro, ermäßigt 10.

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